Formel 1

Verstappen-Team reagiert auf Personal-Abwanderung und verkündet Paukenschlag

Verstappen-Team reagiert auf Personal-Abwanderung und verkündet Paukenschlag
SAO PAULO, BRAZIL - NOVEMBER 8: Max Verstappen of the Netherlands and Oracle Red Bull Racing answers questions in the TV media pen during qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Brazil at Autodromo Jose Carlos Pace on November 8, 2025 in Sao Paulo, Brazil. (Photo by Kym Illman/Getty Images)

Red Bull Racing strukturiert seine technische Führungsebene neu.

Das Team aus Milton Keynes gab am Freitag bekannt, dass Ben Waterhouse mit sofortiger Wirkung zum Chief Performance and Design Engineer befördert wurde. Damit versucht der österreichische Rennstall, die Lücken zu schließen, die durch den Abgang einer ganzen Reihe von Schlüsselfiguren entstanden sind.

Das Timing ist vielsagend, denn das Team erlebt einen katastrophalen Saisonstart und belegt nach drei Rennen mit nur 16 Punkten den sechsten Platz in der Konstrukteursweltmeisterschaft.

In den vergangenen 18 Monaten verzeichnete Red Bull einen auffälligen Exodus erfahrener Kräfte. Teamchef Christian Horner ging nach einer Phase interner Spannungen, Motorsportberater Helmut Marko tauschte seine einflussreiche Rolle gegen eine beratende Funktion aus der Ferne ein, und Sportdirektor Jonathan Wheatley wechselte zu Audi.

Auch Chief Engineering Officer Rob Marshall, Strategiechef Will Courtenay und Chefdesigner Craig Skinner suchten ihr Heil anderweitig. Der größte Schlag war bereits zuvor der Abschied des legendären Designers Adrian Newey, der seine Fähigkeiten nun bei Aston Martin unter Beweis stellt.

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Red Bull sucht nach Schlagkraft

Zuletzt kam ein weiterer empfindlicher Rückschlag hinzu, denn Renningenieur Gianpiero Lambiase wird Red Bull Ende 2028 nach Ablauf seines Vertrages in Richtung Konkurrent McLaren verlassen. Lambiase arbeitet seit Jahren eng mit Max Verstappen zusammen und gilt als einer der wichtigsten Vertrauenspersonen des viermaligen Weltmeisters.

Vor diesem Hintergrund versucht Red Bull nun, die technische Schlagkraft mit einem bekannten Gesicht in einer größeren Rolle wiederherzustellen. Waterhouse wechselte 2014 von BMW Sauber und arbeitete zunächst als stellvertretender technischer Direktor bei Toro Rosso. Seit 2017 ist er beim Hauptteam tätig, wo er die Abteilung Performance Engineering leitet.

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Der britische Ingenieur studierte Automotive Engineering an der Loughborough University und begann seine Karriere im Dezember 2003 bei dem damals noch als Jaguar Racing bekannten Team. In seiner neuen Rolle erhält er die volle Verantwortung für das Design und die Performance des Autos und berichtet direkt an den Technischen Direktor Pierre Waché.

„Diese Evolution stärkt die Integration zwischen diesen Bereichen und wird die Entwicklung kompetitiver, leistungsstarker Lösungen beschleunigen“, teilte Red Bull in einer schriftlichen Erklärung mit.

Die Beförderung von Waterhouse fällt mit anhaltenden Gerüchten über die Position von Waché selbst zusammen. Der Franzose steht intern unter Druck nach den enttäuschenden Leistungen des RB22, der laut mehreren Quellen mit neun bis zehn Kilogramm Übergewicht und fundamentalen Balance-Problemen kämpft.

Verstappen ließ kürzlich verlauten, dass seiner Meinung nach nicht der neue Red Bull-Ford-Motor die Ursache für die aktuellen Probleme ist, was die Aufmerksamkeit automatisch auf das Chassis-Programm lenkte. Dennoch läuft der Vertrag von Waché noch bis Ende 2028, und Red Bull steht öffentlich hinter ihm, auch wenn das angekündigte Upgrade-Paket für den Grand Prix von Miami Anfang Mai als entscheidender Gradmesser für seine Zukunft gilt.

Neben der Beförderung von Waterhouse gab das Team auch einen Neuzugang bekannt. Ab dem 1. Juli tritt Andrea Landi seinen Dienst als Head of Performance an, eine Position, in der er direkt Waterhouse unterstellt sein wird.

Landi hat sich im Paddock einen beeindruckenden Lebenslauf erarbeitet und bekleidete zuvor die Position des stellvertretenden Leiters der Fahrzeugperformance bei Ferrari. Zuletzt war er als stellvertretender Technischer Direktor bei Racing Bulls tätig, wo er für das Design des Autos verantwortlich war.

Sein Wechsel bedeutet, dass er innerhalb der Red Bull-Familie bleibt, aber nach Milton Keynes aufrückt. Landi begann seine Laufbahn im Motorsport einst bei Toro Rosso, zunächst als Performance Engineer und später in einer Rolle als Renningenieur, wodurch er die Kultur der Red Bull-Organisation in- und auswendig kennt.

„Diese Änderungen unterstützen die langfristigen technischen Ambitionen des Teams und spiegeln den fortwährenden Fokus darauf wider, interne Talente zu fördern, während gleichzeitig führende Expertise aus dem Sport gewonnen wird“, fügte Red Bull in der Pressemitteilung hinzu.

Die Umstrukturierung passt in eine breitere Strategie, mit der das Team seine Position für die verbleibenden Rennen dieser Saison sowie langfristig festigen will. Waterhouse und Waché kennen sich zudem seit Jahren, da beide Ingenieure bereits in ihrer Zeit bei BMW Sauber gemeinsam an der Verbesserung des Autos arbeiteten.

Diese historische Verbindung könnte nützlich sein, da die technische Organisation unter Hochspannung steht und Teamchef Laurent Mekies das Gefüge zusammenhalten muss. Mekies räumte zuvor ein, dass seine Entscheidung, in der vergangenen Saison voll auf den Titelkampf mit Verstappen zu setzen, auf Kosten der Vorbereitung für das neue Reglement-Zeitalter gegangen ist.

Für Verstappen stellt sich die Frage, wie schnell diese personellen Eingriffe tatsächlich Wirkung auf der Strecke zeigen werden. Der Limburger belegt derzeit mit zwölf Punkten den neunten Platz in der Meisterschaft, Teamkollege Isack Hadjar schneidet noch schlechter ab.

Die fünf Wochen dauernde obligatorische Frühjahrspause, verursacht durch die Absage der Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien, verschafft dem Team etwas mehr Spielraum, um das Upgrade-Paket für Miami fertigzustellen. Hinter den Kulissen wird an Gewichtsreduktion, einem besseren Handling und einer verbesserten Korrelation zwischen Simulator und Strecke gearbeitet.

Bei Racing Bulls hinterlässt der Abgang von Landi ebenfalls Spuren. Das Schwesterteam aus Faenza sah bereits 2025 den Technischen Direktor Jody Egginton zu Red Bull Advanced Technologies abwandern und verpflichtete Dan Fallows als Nachfolger.

Mit Landi, der nun ebenfalls Richtung Milton Keynes zieht, verliert Racing Bulls innerhalb kurzer Zeit erneut einen wichtigen Designer.

Mit Waterhouse in einer prominenteren Rolle und Landi als Verstärkung hofft das Team, wieder den Anschluss an die absolute Spitze des Feldes zu finden.

Ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um Verstappen davon zu überzeugen, seine Zukunft beim Team fortzusetzen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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