Formel 1

Lando Norris legt Finger in die Wunde: „Vollgas kostet dich später Zeit“

Lando Norris legt Finger in die Wunde: „Vollgas kostet dich später Zeit“
MONTREAL, CANADA - JUNE 15: Lando Norris of Great Britain and McLaren walks through the paddock with a disappointed expression following his DNF during the F1 Grand Prix of Canada at Circuit Gilles-Villeneuve on June 15, 2025 in Montreal, Canada. (Photo by Kym Illman/Getty Images)

Lando Norris absolviert Pirelli-Reifentest am Nürburgring: McLaren und Mercedes testen Neuentwicklungen für die kommende Saison.

Norris gab zudem einen ausführlichen Kommentar zum aktuellen Zustand der F1 ab. Zusammen mit Max Verstappen hat er sich zu einem der profiliertesten Kritiker der aktuellen F1-Autos entwickelt. Dennoch sieht er Licht am Ende des Tunnels.

Anfang dieser Saison bezeichnete er die neuen Boliden noch als die wahrscheinlich schlechtesten aller Zeiten, doch nach drei Rennwochenenden scheint er sich mit der Herausforderung abzufinden. Der 26-jährige Pilot glaubt nämlich, dass keine grundlegende Überarbeitung nötig ist, um besseres Racing zu ermöglichen.

„Ich möchte meinen Punkt zu diesen Autos noch einmal verdeutlichen: Es macht Spaß, sie zu fahren, und einige dieser Herausforderungen lassen sich durch Software-Änderungen lösen. Sobald wir diese Balance richtig hinbekommen, haben wir meiner Meinung nach ein sehr attraktives Reglement“, so Norris gegenüber Sky F1 beim Pirelli-Reifentest auf dem Nürburgring.

Der Brite nannte mehrere Bereiche, in denen er Verbesserungspotenzial sieht. Dabei geht es nicht nur um den Antriebsstrang, sondern auch um das Verhalten der Autos beim Start.

Mark Webber ist überzeugt: TV-Zuschauer schalten wegen Max Verstappen ein

Lies auch: Mark Webber ist überzeugt: TV-Zuschauer schalten wegen Max Verstappen ein

Antriebsstrang arbeitet gegen den Fahrer

„Starts, Energiemanagement, Aufladen, Lift and Coast – das sind alles Themen, über die diskutiert wird und Bereiche, in denen ich hoffe, dass wir im Sinne des Sports Verbesserungen erzielen können“, stellte der McLaren-Pilot fest.

Während Norris das Chassis ausdrücklich lobt, äußert er deutliche Kritik an der elektrischen Komponente der Power Unit. Der 26-jährige Brite erklärte, dass man die neuen Autos theoretisch härter rannehmen könne als die Generation von 2025, da Slides einfacher abzufangen seien und das Grip-Niveau etwas niedriger liege. Diese Freiheit sei jedoch eine Illusion, sobald die Batterie ins Spiel komme.

Das Problem liege in der strategischen Kalkulation, die der Fahrer ständig anstellen müsse. Alles aus dem Auto in einer Kurve herauszuholen, könne an anderer Stelle auf der Strecke wertvolle Zeit kosten.

„Das kollidiert mit dem, was wir bei der Power Unit tun müssen. Denn Vollgas in einer Kurve kann bedeuten, dass man schneller durch diesen Sektor kommt, aber bis man die nächste Gerade erreicht, verliert man Zeit, weil die Batterie leer ist, da die Energie in den Kurven verbraucht wurde, und das ist schade“, so Norris gegenüber Sky F1.

Was unternimmt die FIA?

Die FIA und die Motorenhersteller befassten sich bereits Anfang des Monats in London mit möglichen Eingriffen, wobei eine Anpassung der Ladebegrenzung beim sogenannten Super-Clipping auf dem Tisch lag.

Eine umfassendere Änderung, wie etwa das Verhältnis zwischen Verbrennungsmotor und MGU-K auf 60-40 zu verschieben, ist aufgrund der Homologationsregeln bis 2027 nicht realisierbar.

Auch die Qualifikations-Sessions haben sich laut Norris durch das neue Reglement grundlegend verändert. Die frühere Einfachheit, bei der es nur darum ging, das Limit der Reifen zu finden, wurde durch eine Art Schachspiel ersetzt, bei dem jedes Joule zählt.

Wo die Fahrer früher schlicht nach dem maximalen Grip suchten, müssen sie heute an mehreren Punkten pro Runde entscheiden, wie viel elektrische Leistung sie einsetzen.

Der Brite führte dieses Prinzip weiter aus. „Man muss jetzt viel vorsichtiger sein, wann man die Batterie einsetzt, und darf in der Kurve nicht zu viel verbrauchen, da einen das später in der Runde Zeit kosten kann“, erklärte Norris.

McLaren erlebt ohnehin einen schwierigen Saisonstart. Das Team aus Woking hatte in Australien mit einem Crash von Oscar Piastri noch vor dem Rennstart zu kämpfen, während beide Autos in China aufgrund von Problemen am Antriebsstrang nicht einmal teilnehmen konnten. Erst in Japan fügte sich alles zusammen, mit einem zweiten Platz für Piastri und einem fünften Rang für Norris.

Norris findet, dass die Fahrer zu wenig gehört werden

Der Brite ließ bereits früher in dieser Saison durchblicken, dass er das Gefühl hat, dass die Ansichten der Fahrer kaum Gewicht bei der Ausrichtung des Sports haben.

Beim Grand Prix von Japan deutete er laut ESPN an, dass die Meinungen der Piloten keine Rolle spielen, solange die Fans zufrieden sind. Dieser Vorwurf in Richtung der FIA und des Formula One Management steht im Gegensatz zu der Rolle, die Fahrer traditionell bei der Entwicklung von Reglements spielen.

Für McLaren bietet der Test am Nürburgring derweil eine willkommene Gelegenheit, Kilometer mit dem MCL40 zu sammeln. Norris spulte am Mittwoch stolze 108 Runden ab, was 550 Testkilometern entspricht, während Piastri am Vortag 66 Runden drehte, bevor er von einem technischen Defekt gebremst wurde.

Porsches in Russland wollen plötzlich nicht mehr anspringen

Lies auch: Porsches in Russland wollen plötzlich nicht mehr anspringen

Max Verstappen sagt Nürburgring-Event ab: Bittere Nachricht für die Fans

Lies auch: Max Verstappen sagt Nürburgring-Event ab: Bittere Nachricht für die Fans

Neueste Nachrichten

Mehr Nachrichten lesen