Formel 1 Audi geht hart gegen Importe der eigenen China-Modelle in Deutschland vor Von A. Schenk Heute um 10:57 F1-News Formel 1 Nach Volkswagen-Veto gegen China-Importe: Gesamter Konzern wappnet sich gegen wachsende Flut grauer Eigenimporte. Audi verklagt einen deutschen Parallelimporteur, da Elektromodelle, die exklusiv für den chinesischen Markt bestimmt sind, ungefragt in Deutschland auftauchen. Es handelt sich um den E5 Sportback und den E7X, zwei Modelle, die Audi gemeinsam mit Partner SAIC unter der separaten Marke AUDI – ohne die vier Ringe – entwickelt hat. Beide Fahrzeuge richten sich an junge, technikaffine chinesische Käufer und weichen sowohl innen als auch außen stark vom gängigen Audi-Portfolio ab. Da diese nun über Umwege doch auf deutschen Straßen landen, greift der Hersteller ein. Der Importeur Auto China kaufte die Fahrzeuge an, ließ sie homologieren und bot sie anschließend deutschen Kunden an – ohne Zustimmung von Audi selbst. Ein Sprecher des Ingolstädter Autobauers erklärte gegenüber dem Fachblatt Automobilwoche, dass ein Gerichtsverfahren gegen den Importeur läuft und die Marke ihre Rechte konsequent weiter durchsetzt. Inzwischen sind beide Modelle bereits wieder von der Website des Importeurs verschwunden, wobei dieser nicht bestätigen wollte, ob juristischer Druck dabei eine Rolle spielte. Die Preise verdeutlichen sofort, warum ein Importeur dieses Risiko eingeht. In Deutschland verlangt Auto China rund 59.980 Euro für den E5 Sportback und 72.900 Euro für den E7X, während beide Modelle in China umgerechnet nur etwa 26.000 bis 34.000 Euro kosten. Ein Großteil dieser Differenz ergibt sich aus dem europäischen Ausgleichszoll von 35,3 Prozent auf chinesische SAIC-Modelle sowie dem regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent. Käufer gehen zudem ein erhebliches Risiko ein, da die Batteriegarantie bei dem importierten Modell auf zwei Jahre und 80.000 Kilometer begrenzt bleibt – im Gegensatz zu acht Jahren und 160.000 Kilometern bei einem regulären Audi. Auch das Ladesystem weicht ab, da die chinesischen Autos den GB/T-Stecker anstelle des europäischen CCS-Standards nutzen, wodurch ein Adapter erforderlich ist. Wartung und Ersatzteile laufen künftig ausschließlich über den Importeur selbst, nicht über das offizielle Audi-Netzwerk. Lies auch: Luxusproblem um Kimi Antonelli bereitet Toto Wolff Kopfzerbrechen Audi zieht klare Grenze zwischen Submarke und eigenem Namen Audi zieht in der Erklärung eine scharfe Grenze zwischen der Submarke aus China und dem eigenen Namen in Europa. Das Unternehmen stellt klar, dass die Fahrzeuge nicht über einen offiziell autorisierten Kanal in Länder außerhalb Chinas exportiert und anschließend auf unbekannte Weise weiterverkauft werden dürfen. Damit verdeutlicht der Hersteller zugleich, dass das Händlernetz in Europa keinerlei Verantwortung für diese Autos trägt. Die Audi AG und Vertragshändler außerhalb Chinas dürfen aus diesem Grund auch keine Wartungsarbeiten an den importierten Modellen durchführen, da diese in den Augen des Konzerns als Nicht-Audi-Fahrzeuge gelten. Reparaturen und Software-Updates laufen dadurch vollständig über den Importeur, ohne Unterstützung aus Ingolstadt. Audi steht damit übrigens nicht alleine da, da die Schwestermarke Volkswagen bereits Anfang dieses Jahres gerichtlich einen vergleichbaren Parallelimport des chinesischen Modells ID.6 stoppen ließ. Innerhalb des Volkswagen-Konzerns scheint sich somit eine klare Linie gegen den nicht autorisierten Verkauf von Modellen abzuzeichnen, die speziell für China entwickelt wurden. Text geht unter dem Bild weiter. Nachfrage nach chinesischen Modellen wächst trotz juristischem Druck Auffällig ist, dass der Importeur trotz des juristischen Drucks weiterhin zahlreiche andere chinesische Marken anbietet, darunter Xiaomi, Jetour, Zeekr und Huawei. Einige davon sind über die Website sogar teilweise konfigurierbar, wie etwa der Maextro S800, eines der luxuriösesten Autos, die derzeit aus China kommen. Das zeigt, dass der Handel mit chinesischen Elektroautos in Deutschland keineswegs zum Erliegen gekommen ist. Aus kommerzieller Sicht ist die Reaktion von Audi gut nachvollziehbar, da es wenig Sinn ergibt, eine separate Marke mit eigener Technik für China zu entwickeln und diese dann mit dem eigenen europäischen Angebot konkurrieren zu lassen. Gleichzeitig beweist das Interesse am E5 Sportback und dem E7X, dass Audi Autos gebaut hat, die auch europäische Käufer ansprechen – auch wenn sie hier deutlich teurer sind als in China selbst. 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