Formel 1

Keine Hoffnung für die F1-Fans: Der FIA sind bei Regeländerungen die Hände gebunden

Keine Hoffnung für die F1-Fans: Der FIA sind bei Regeländerungen die Hände gebunden

FIA scheitert an Widerstand gegen radikale Motorenänderung für 2026

Eine grundlegende Anpassung der Leistungsverteilung bei den neuen Formel-1-Motoren wird es vorerst nicht geben. Obwohl der Automobilweltverband gehofft hatte, schnell und massiv einzugreifen, stößt jeder Vorschlag auf den Widerstand der wichtigsten Hersteller und des Rechteinhabers der Serie (Liberty Media).

In den kommenden Wochen werden die Teams und die FIA allenfalls kleine technische Korrekturen vornehmen, um die größten Probleme abzufedern.

Diese Woche fanden zwei Gesprächsrunden statt, in denen die beteiligten Parteien die aktuelle Situation analysierten. Es drangen nur wenige Details nach außen, doch die grobe Linie ist deutlich geworden.

Von einer kompletten Kehrtwende kann keine Rede sein; man beschränkt sich auf das Feintuning des bestehenden Reglements. Insbesondere drei Parteien wehren sich gegen drastische Maßnahmen. Mercedes und Ferrari wollen das 50-50-Verhältnis zwischen Verbrennungsmotor und Elektro-Leistung nicht antasten, und auch Liberty Media verfolgt diesen Kurs.

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Warum die Hersteller auf die Bremse treten

Der Widerstand von Mercedes und Ferrari ist leicht zu erklären. Zusammen mit Honda beliefern sie etwa drei Viertel des Starterfeldes mit Power Units.

Ihre Ingenieure haben mit Blick auf das neue Reglement schlichtweg bessere Arbeit geleistet als die Konkurrenz, und diesen Vorsprung wollen sie naturgemäß verteidigen. Laut beiden Herstellern wurden die Autos exakt um die für diese Saison festgelegte Leistungsverteilung herum konstruiert. Wer nun an diesem Verhältnis schraubt, bringt die gesamte Balance des Pakets durcheinander.

Die FIA hatte ursprünglich einen ganz anderen Plan verfolgt. Der Verband präferierte eine deutliche Reduzierung der elektrischen Spitze. Die aktuelle Obergrenze von 350 Kilowatt sollte ihrem Vorschlag nach erst auf 300 Kilowatt und später weiter auf 200 Kilowatt gesenkt werden. Dieser Vorstoß erwies sich in der Praxis als aussichtslos, da sich Mercedes und Ferrari geschlossen hinter den Erhalt der aktuellen Verhältnisse gestellt haben.

Nachhaltigkeit ist für Liberty Media eine rote Linie

Die Haltung von Liberty Media ist von strategischen Erwägungen geprägt, die weit über eine einzelne Formel-1-Saison hinausgehen. Der Rechteinhaber hat sich dazu verpflichtet, den Sport bis 2030 vollständig CO2-neutral zu gestalten. Die in diesem Jahr eingeführte 50-50-Verteilung ist faktisch der Eckpfeiler dieser Ambition.

Diese Agenda verfolgt zudem ein kommerzielles Ziel. Gerade der Weg hin zu einer stärkeren Elektrifizierung hat Audi, Ford und General Motors davon überzeugt, in die Königsklasse einzusteigen. Auch Honda revidierte unter anderem deshalb die frühere Entscheidung, den Sport zu verlassen.

F1-Chef Stefano Domenicali bestätigte diese Woche gegenüber Autosport, dass die Hintergründe des aktuellen Reglements tief in Entscheidungen verwurzelt sind, die bereits vor Jahren getroffen wurden.

„Die Regeln, die wir jetzt haben, sind vor fünf Jahren entstanden – auch wenn es sich wie vor 50 Jahren anfühlt. Die Hersteller sahen damals, dass der einzige Weg zur Weiterentwicklung und zum Verbleib im Motorsport ein 50-50-Ansatz ist, also das Gleichgewicht zwischen Elektrifizierung und Verbrennungsmotoren,“ so Domenicali.

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Der Italiener fügte hinzu, dass eine weitere Verfeinerung ohnehin notwendig bleibe. Damit ließ er die Tür für weitere technische Anpassungen einen Spalt weit offen.

„Das war der Ausgangspunkt. Deshalb sind wir nun in einer Position, in der wir über Regeln und technische Aspekte sprechen, die natürlich wie jede neue Technologie ständig verfeinert werden müssen. Die Veränderungen, die stattgefunden haben, sind wirklich signifikant, vielleicht größer als je zuvor,“ erklärte Domenicali.

„Wir dürfen nicht vergessen, dass dies der Hauptgrund für diese großen Änderungen ist. Wenn man sich den aktuellen Stand der Automobilindustrie ansieht, ist die Situation schon wieder ganz anders. Die Branche beginnt gerade, wieder stärker in Richtung Hybridmotoren zu rücken, mit mehr Fokus auf Verbrennungsmotoren mit nachhaltigen Kraftstoffen – was wir von Anfang an als absolut entscheidend für die Zukunft bezeichnet haben,“ so Domenicali weiter.

Realistische Lösungen innerhalb des Spielraums

Da große Eingriffe ausgeschlossen sind, suchen die Beteiligten nach kleineren Stellschrauben. Eine dieser Optionen betrifft das Ladelimit pro Runde.

Während die Autos derzeit bis zu 9 Megajoule Energie zurückgewinnen dürfen, könnte diese Obergrenze auf 6 Megajoule gesenkt werden. Diese Einschränkung würde die Autos zwar etwas langsamer machen, aber auch das berüchtigte Super-Clipping-Phänomen eindämmen, bei dem die Boliden auf den Geraden abrupt an Leistung verlieren.

Das nächste Rennen in Miami ist ein Sprint-Wochenende, was kaum Testmöglichkeiten bietet. Danach folgen Kanada und Monaco – beides Strecken, die sich schlecht für technische Experimente eignen. Barcelona kristallisiert sich daher als der naheliegendste Ort für etwaige Anpassungen heraus.

McLaren-Teamchef Andrea Stella ließ durchblicken, dass er durchaus mit Änderungen rechnet, auch wenn er kein exaktes Datum nennen konnte.

„Ich kann nicht sagen, ob die Lösungen für Miami oder später eingeführt werden, aber ich denke schon, dass es 2026 Anpassungen geben wird, um die Nutzung der in der Power Unit verfügbaren Energie zu verbessern,“ so Stella.

Der Italiener ging anschließend ausführlich auf die Atmosphäre der Gespräche ein. Seiner Meinung nach handelt es sich nicht um politische Spielchen, sondern rein um ein technisches Puzzle, das gelöst werden muss.

„Es war nicht schwierig, die Bereiche zu identifizieren, an denen gearbeitet werden muss. Ich denke, alle Parteien sind gewillt, Lösungen zu finden und umzusetzen. Daher glaube ich nicht, dass daraus ein großes politisches Spiel wird.“

„Es ist eher eine technische Herausforderung: Was unternimmt man, um das vorhandene Potenzial innerhalb der aktuellen Regeln so anzupassen, dass das Qualifying sein herausforderndes Element behält? Man soll belohnt werden, wenn man eine schnelle Kurve attackiert oder früher ans Gas geht, und nicht dafür bestraft werden, weil man seine Batterie zu früh leer fährt,“ erklärte Stella.

Für die F1-Fans, Fahrer und Teams bedeutet dies, dass sie vorerst lernen müssen, mit einem Reglement umzugehen, dessen Fundamente für unantastbar erklärt wurden.

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