Formel 1

George Russell teilt gegen Erzrivalen aus: „Da hat man Verstappen nicht klagen hören“

George Russell teilt gegen Erzrivalen aus: „Da hat man Verstappen nicht klagen hören“
NORTHAMPTON, ENGLAND - JULY 03: George Russell of Great Britain and Mercedes AMG Petronas F1 Team looks on during previews ahead of the F1 Grand Prix of Great Britain at Silverstone Circuit on July 03, 2025 in Northampton, England. (Photo by Clive Rose/Getty Images)

George Russell nimmt Max Verstappens Rücktrittsgedanken ernst: Kein bloßes Lippenbekenntnis

Der Mercedes-Pilot könnte es nachvollziehen, sollte der Niederländer tatsächlich den Stecker ziehen, wenngleich er dies aus sportlicher Sicht persönlich bedauern würde.

Der Brite reagierte damit auf die Aussagen, die Verstappen nach dem Grand Prix von Japan im vergangenen Monat tätigte. Nach einem schwierigen Rennen, das der viermalige Weltmeister auf dem achten Platz beendete, ließ der Limburger wissen, dass er ernsthaft über seine Zukunft im Sport nachdenke.

Die elektrische Komponente hat massiv an Bedeutung gewonnen, was das Racing grundlegend verändert hat. Bei den Qualifying-Runs geht es nicht länger nur darum, eine Runde am Limit zu fahren, sondern vor allem um das kluge Energiemanagement über einen einzelnen fliegenden Versuch hinweg.

Russell räumt ein, dass die Umstellung auf diese neue Ära für alle gewöhnungsbedürftig ist. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass dies schlichtweg zum Sport dazugehört. Um diesen Punkt zu unterstreichen, führte er seine eigenen Erfahrungen aus dem Jahr 2022 an, als die damalige Fahrzeuggeneration mit dem berüchtigten Bouncing zu kämpfen hatte.

LIVESTREAM: Max Verstappen jagt über den Nürburgring

Lies auch: LIVESTREAM: Max Verstappen jagt über den Nürburgring

Anderes Referenzsystem durch vier Titel

„Die Formel 1 ist größer als jeder einzelne Fahrer, aber man möchte Max lieber nicht verlieren, weil wir alle gerne gegen ihn Rennen fahren“, so Russell.

„Das gehört einfach dazu. Mir hat es 2022 auch keinen Spaß gemacht, als diese Autos auf und ab sprangen und jedem den Rücken ruinierten. Der Wagen war groß und schwer. In den schnellen Kurven war es wahrlich kein Vergnügen, darin zu sitzen.“

Der Mercedes-Pilot sieht einen deutlichen Unterschied zwischen der Situation von Verstappen damals und der Situation der Konkurrenz heute. Red Bull dominierte in jenen Jahren nach Belieben, weshalb Beschwerden über die Fahreigenschaften für Verstappen kaum ein Thema waren.

Dieses Bild hat sich in diesem Jahr komplett gewandelt. Mercedes, Ferrari und McLaren kämpfen an der Spitze um die Siege, während Red Bull aus der Führungsgruppe zurückgefallen ist.

Artikel geht weiter unter dem Bild.

„Er hatte damals diese Klagen nicht, und zwar deshalb, weil er einfach gewann. Die Einwände, die er jetzt hat, unterscheiden sich stark von denen von Mercedes, Ferrari und McLaren, da wir vorne mitfahren. Das ist auch nur logisch.“

Dennoch hat der 27-jährige Brite volles Verständnis für den Unmut seines Kollegen. Seiner Meinung nach befindet sich Verstappen schlicht in einer anderen Phase seiner Karriere als die meisten anderen Fahrer im Grid. Während Russell selbst noch nach seinem ersten WM-Titel lechzt, hat der Niederländer bereits vier davon in seinem Trophäenschrank stehen.

„Man fühlt und versteht diese Frustration natürlich. Aber er hat erreicht, wovon die meisten Fahrer nur träumen, nämlich den Gewinn eines Weltmeistertitels. Er hat sogar vier“, so der Brite.

„Letztendlich kommst du an einen Punkt in deinem Leben, an dem es für ihn in der Formel 1 nicht mehr viel zu holen gibt. Er hat hinter alles einen Haken gesetzt.“

Russell glaubt, dass Verstappen prinzipiell noch Jagd auf historische Statistiken und Rekorde machen könnte, fragt sich aber laut, ob das genug Motivation bietet.

„Er kann natürlich den Rekorden nacheifern, aber ich kenne ihn und ich kenne andere Fahrer, die Vergleichbares erreicht haben. Ab einem gewissen Moment willst du einfach das tun, was dich glücklich macht“, sagt Russell.

Dieses Gesamtbild verdeutlicht direkt, warum Verstappen so begeistert von seinem Projekt auf der Nordschleife ist. Neben seinen Verpflichtungen in der Formel 1 bereitet sich der Niederländer nämlich auf eine Teilnahme am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im Mai vor. An diesem Wochenende bestreitet er bereits zwei Qualifikationsrennen auf der legendären deutschen Strecke, um sich auf diesen Einsatz vorzubereiten.

Der Mercedes-Fahrer gab zu, dass ihn ein Abenteuer auf dem legendären Eifel-Kurs ebenfalls reizen würde. Allerdings fehle dafür momentan der Spielraum, da sein Fokus voll und ganz dem Gewinn des Formel-1-Titels gelte.

„Ich verstehe absolut, dass das Fahren auf der Nordschleife ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ich habe Hunderte Runden im Simulator gedreht und würde es lieben, dort einmal im echten Leben ein Rennen zu bestreiten“, so Russell.

„Aber mein Ziel ist es derzeit, den Formel-1-Titel zu gewinnen. Wenn ich vier davon in der Tasche hätte, würde ich wahrscheinlich genau dasselbe tun wie er. Er befindet sich einfach in einer ganz anderen Phase seiner Karriere.“

Zwei Szenarien

Der Brite findet sich damit ab, dass die Entscheidung am Ende allein bei Verstappen liegt. Ob der Limburger nun einen längeren Verbleib in der Königsklasse wählt oder ein Leben außerhalb des Fahrerlagers, Russell hält beide Wege für vertretbar.

„Ich denke, man würde es verstehen, wenn er bleibt, und man würde es auch verstehen, wenn er geht“, meint Russell.

Die kommenden Wochen werden zeigen, in welche Richtung das Pendel ausschlägt. Red Bull arbeitet mit Hochdruck an einer Antwort auf die aktuellen Probleme, während die FIA mit den Teams über mögliche Anpassungen am Reglement berät.

Erst wenn klar ist, ob das Auto wieder konkurrenzfähiger wird, kann Verstappen eine fundierte Entscheidung über seine Zukunft in der Formel 1 treffen.

Keine Hoffnung für die F1-Fans: Der FIA sind bei Regeländerungen die Hände gebunden

Lies auch: Keine Hoffnung für die F1-Fans: Der FIA sind bei Regeländerungen die Hände gebunden

F1-Teamchef teilt aus: „Dieser Adrian Newey hat keine Ahnung“

Lies auch: F1-Teamchef teilt aus: „Dieser Adrian Newey hat keine Ahnung“

Neueste Nachrichten

Mehr Nachrichten lesen