Formel 1

Max Verstappen nach enttäuschendem Japan-GP durch Yuki Tsunoda ersetzt

Max Verstappen nach enttäuschendem Japan-GP durch Yuki Tsunoda ersetzt
BAHRAIN, BAHRAIN - APRIL 12: Max Verstappen of the Netherlands and Oracle Red Bull Racing and Yuki Tsunoda of Japan and Oracle Red Bull Racing on stage prior to final practice ahead of the F1 Grand Prix of Bahrain at Bahrain International Circuit on April 12, 2025 in Bahrain, Bahrain. (Photo by Mark Thompson/Getty Images)

Max Verstappen verlässt Suzuka unmittelbar nach dem Rennen und fliegt zurück nach Monaco.

Während der viermalige Weltmeister versucht, seine Frustrationen zu Hause zu verarbeiten, herrscht auf dem Suzuka International Racing Course heute und morgen bereits wieder Betrieb.

Red Bull und das Juniorteam Racing Bulls nehmen am Dienstag und Mittwoch an einem zweitägigen Pirelli-Reifentest auf genau dem Asphalt teil, auf dem Verstappen am Sonntag lediglich als Achter die Ziellinie überquerte.

Yuki Tsunoda übernimmt während des Tests das Steuer bei Red Bull. Für den Japaner ist es das erste Mal, dass er einen Red Bull auf einer Rennstrecke pilotiert, seit er nach dem Grand Prix von Abu Dhabi 2025 sein Cockpit an Isack Hadjar verlor.

Nach fünf Saisons in der Formel 1 ist Tsunoda in die Rolle des Test- und Ersatzfahrers für Red Bull sowie Racing Bulls zurückgefallen. Dass er ausgerechnet in Suzuka zuschauen muss, ist besonders bitter. Denn in Japan gab er im vergangenen Jahr sein emotionales Debüt im Red-Bull-A-Team, nach dem kontroversen Fahrerwechsel, bei dem Liam Lawson bereits nach zwei Rennen zurückgestuft wurde.

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Schwere Phase

Dieses Debüt bescherte ihm ein kurzes Hoch, konnte seine Position im Team jedoch nicht retten. Auf Japan 2025 folgte laut Tsunoda selbst die schwerste Phase seiner Karriere und seines Lebens. Eine Serie von sieben Rennen ohne Punkte und ein zu großer Rückstand auf Verstappen besiegelten sein Schicksal.

Dass Verstappen nicht am Pirelli-Test teilnimmt, passt ins Bild. Der Limburger lässt diese Art von Testtagen häufiger aus und entschied sich diesmal bewusst für eine schnelle Heimreise.

Verstappen qualifizierte sich als Elfter und beendete das Rennen auf Rang acht. Während des Laufs wurde der Frust deutlich spürbar, als er von Pierre Gasly überholt wurde. „Plötzlich fahre ich hier fünfzig Kilometer pro Stunde langsamer. Ich habe die Runden heruntergezählt. Noch fünfzehn, noch zehn, noch fünf, komm schon. Ja, das war es“, so Verstappen.

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Es ist das dritte Rennen in Folge ohne ein Top-Fünf-Ergebnis. Das letzte Mal, dass Verstappen drei Rennen hintereinander außerhalb der ersten fünf landete, liegt neun Jahre zurück.

Was ihn am meisten stört, ist der Charakter des aktuellen Reglements selbst. „Ich kann es leicht akzeptieren, mal auf P7 oder P8 zu fahren. Ich weiß, dass man nicht immer dominieren kann. Aber wenn man auf P7 oder P8 fährt und die gesamte Formel dahinter nicht genießt, fühlt sich das für einen Rennfahrer nicht natürlich an“, erklärte Verstappen.

In einem Interview mit der BBC legte er seine Zweifel weiter offen. „Ich denke über alles in diesem Fahrerlager nach. Privat bin ich sehr glücklich. Aber man wartet auch auf 24 Rennen, diesmal sind es 22. Und dann fragt man sich einfach: Ist es das wert? Oder genieße ich es mehr, mit meiner Familie zu Hause zu sein, meine Freunde öfter zu sehen, wenn man seinen Sport nicht genießt?“, so Max.

Rücktrittspläne bei Verstappen in Arbeit?

Auf die Frage, ob er auf einen Rücktritt nach 2026 anspielt, antwortete er bestätigend. Er scheint die laufende Saison jedenfalls zu Ende zu fahren. Das Ergebnis der kommenden Gespräche zwischen der FIA und den Teams über mögliche Regeländerungen in Richtung 2027 wird für ihn entscheidend sein. „Sie wissen, was sie zu tun haben“, ließ er Teamchef Laurent Mekies wissen.

Red Bull selbst versucht die Wogen zu glätten. Mekies reagierte auf die Aussagen mit der nötigen Nüchternheit. „Wir konzentrieren uns jetzt auf den kompetitiven Aspekt. Wir sprechen eigentlich gar nicht über andere Dinge. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Sobald wir ihm ein Auto geben, mit dem er pushen und den Unterschied machen kann, wird er sicher auch ein glücklicherer Max sein“, so der Franzose.

Dass das Auto besser werden muss, ist offensichtlich. Red Bull versteht selbst noch nicht genau, woher die Probleme rühren. Verstappen fuhr in Japan mit zahlreichen neuen Teilen am RB22, aber der Wagen fühlte sich nach eigenen Angaben unberechenbar und inkonsistent an. Die kommende Pause bietet dem Team die Chance zur gründlichen Analyse, doch Garantien gibt es nicht.

Derweil nutzt Hadjar den Reifentest als Chance, sich weiter auf den RB22 einzuschießen. Der junge Franzose ist bereits der erfolgreichste Red-Bull-Pilot dieser Saison und qualifizierte sich für den Japan-GP auf Startplatz acht – vor Verstappen.

Die einmonatige Pause, die nun durch den Wegfall von Bahrain und Saudi-Arabien entsteht, ist für Red Bull Chance und Risiko zugleich. Eine Chance, das Auto zu verbessern und Verstappen wieder zu motivieren. Ein Risiko, weil die Stille Verstappen auch den Raum gibt, ernsthaft über seine Zukunft nachzudenken. Die Formel 1 wartet gespannt ab.

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