Formel 1

Max Verstappen bricht Schweigen über Red-Bull-Abschied: „Habe meine Familie im Hinterkopf“

Max Verstappen bricht Schweigen über Red-Bull-Abschied: „Habe meine Familie im Hinterkopf“
ABU DHABI, UNITED ARAB EMIRATES - DECEMBER 05: Max Verstappen of the Netherlands and Oracle Red Bull Racing looks on during practice ahead of the F1 Grand Prix of Abu Dhabi at Yas Marina Circuit on December 05, 2025 in Abu Dhabi, United Arab Emirates. (Photo by Mark Thompson/Getty Images)

Max Verstappen spielte offenbar aktive Rolle beim Wechsel von Renningenieur GianPiero Lambiase zu McLaren

Der viermalige Weltmeister erklärte am Donnerstagabend während einer Veranstaltung von Viaplay in den Niederlanden, dass er seinen Ingenieur explizit dazu ermutigt habe, das Angebot aus Woking anzunehmen.

Lambiase bat Verstappen laut dessen Aussage erst um seinen Segen, bevor er McLaren zusagte. Dass er seinen Piloten um Erlaubnis fragte, unterstreicht die enge Bindung zwischen den beiden.

„Er erzählte mir, was für ein Angebot er erhalten hatte. Ich sagte ihm, dass er verrückt wäre, wenn er das nicht annehmen würde“, so Verstappen vor dem Publikum bei Viaplay.

Verstappen legte daraufhin dar, warum er seinem Ingenieur ohne Zögern grünes Licht gab. Die Leistungen, die sie gemeinsam erbracht haben, seien seiner Meinung nach unübertroffen, sodass Lambiase sich in aller Ruhe einem neuen Kapitel in seiner Karriere widmen könne. Vor allem, da das Angebot aus Woking ihm und seiner Familie langfristige finanzielle Sicherheit biete.

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Fantastisches Angebot

„Wir haben zusammen bereits alles erreicht, und wenn er dann so ein fantastisches Angebot bekommt, gerade mit Blick auf seine Familie und die Sicherheit, die es ihm bringen würde“, erzählte Verstappen während des Theaterabends von Viaplay.

Auffallend war die Ergänzung, dass der Ingenieur ausdrücklich das Einverständnis seines Fahrers einholen wollte. „Er bat mich sozusagen um meine Zustimmung, und ich sagte ihm, dass er es absolut machen soll. Er wollte das wirklich von mir hören“, so der Red Bull Pilot.

McLaren verkündete vergangene Woche die Verpflichtung von Lambiase als Chief Racing Officer – eine Funktion, in der er Teamchef Andrea Stella direkt unterstellt sein wird.

Der Italienisch-Brite wird spätestens 2028 in Woking eintreffen, dem Jahr, in dem sein aktueller Red Bull Vertrag ausläuft. Mehreren Quellen zufolge hatte McLaren beim Buhlen um Lambiase starke Konkurrenz. Aston Martin hatte demnach ebenfalls einen Platz für ihn vorgesehen, laut Sky Sports sogar den des Teamchefs, doch diese Avancen wurden abgelehnt.

Die Position des Chief Racing Officer existiert bereits innerhalb der Teamstruktur, allerdings werden diese Aufgaben derzeit von Stella selbst neben seiner Rolle als Teamchef wahrgenommen.

Mit der Ankunft von Lambiase erhält der Italiener mehr Spielraum für strategische Führungsaufgaben.

Jos Verstappen bestätigte es bereits zuvor

Bereits eine Woche vor Verstappens Worten bei Viaplay hatte Vater Jos Verstappen gegenüber RaceXpress durchblicken lassen, dass die Familie schon seit geraumer Zeit von dem bevorstehenden Wechsel wusste. Demnach sei im Umfeld des Piloten nie die Rede von einer Überraschung gewesen.

„Wir wissen es schon eine Weile und wir wussten auch, wann es passieren würde. Wir haben noch anderthalb bis zwei Jahre Zeit, um mit ihm zusammenzuarbeiten“, sagte Jos Verstappen zu RaceXpress.

„Es ist eine riesige Chance für ihn, und das verstehen wir. Wir haben ihm auch gesagt, dass er es tun und mit beiden Händen zugreifen muss. Es liegt an Red Bull, einen Nachfolger für ihn zu finden. Wir werden sehen“, so Jos Verstappen.

Der Segen von Verstappen steht im krassen Gegensatz zu dem, was er 2021 noch gegenüber Ziggo Sport sagte. Damals gab er an, in der Formel 1 nur noch mit Lambiase weitermachen zu wollen und selbst aufzuhören, falls der Ingenieur den Dienst quittiert.

„Ich habe ihm gesagt, dass ich nur mit ihm zusammenarbeite. Wenn er aufhört, höre ich auch auf. Es ist unglaublich, wie wir zusammenarbeiten“, stellte Verstappen seinerzeit gegenüber Ziggo Sport fest.

Inzwischen scheint dieses Versprechen abgeschwächt zu sein. Jos Verstappen deutete bereits an, dass sich in der Zwischenzeit viel verändert habe. „Ich denke, die Dinge haben sich geändert. Sicherlich hat man nach vier Weltmeisterschaften viel gemeinsam erreicht. Die endgültige Entscheidung liegt bei Max, aber ich denke, er wird einfach weitermachen“, so der Vater von Max.

Red Bull verliert ein weiteres Schwergewicht

Seit Ende 2023 sahen die Österreicher bereits Chief Engineering Officer Rob Marshall und Head of Race Strategy Will Courtenay in Richtung McLaren abwandern.

Chief Technical Officer Adrian Newey tauschte Milton Keynes gegen Aston Martin ein, während Sportdirektor Jonathan Wheatley ebenfalls abtrat, um ein neues Abenteuer bei Audi zu suchen.

Christian Horner und Helmut Marko verschwanden im vergangenen Jahr ebenfalls aus ihren bisherigen Funktionen. Lambiase bekleidete seit Ende 2024 eine Doppelrolle als Head of Racing und Renningenieur von Verstappen, was Red Bull vor die Herausforderung stellt, gleich mehrere Nachfolger finden zu müssen.

Das Timing ist für Red Bull unangenehm, da Verstappen sich Anfang dieser Saison kritisch über das neue Reglement für 2026 geäußert hatte. Der Niederländer verglich dieses mit Formel E auf Steroiden und Mario Kart.

Nürburgring als neues Spielfeld

Für Verstappen steht an diesem Wochenende übrigens keine Formel 1 auf dem Programm, sondern die Qualifikationsrennen für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

Der 28-jährige Pilot teilt sich einen Mercedes-AMG GT3 im Red Bull Design mit Lucas Auer und wird zum ersten Mal die Nordschleife bei Dunkelheit in Angriff nehmen. Das Qualifikationsrennen war ursprünglich für den Zeitpunkt geplant, an dem der abgesagte Große Preis von Saudi-Arabien hätte stattfinden sollen.

Sein vollständiges Debüt beim 24-Stunden-Klassiker folgt im nächsten Monat – ein Indiz dafür, dass sich der viermalige Weltmeister auch außerhalb der Königsklasse nach neuen Herausforderungen umsieht.

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