Formel 1 Jos Verstappen reicht es: „Ich schalte den Fernseher aus“ Jos Verstappen ahead of the Formula 1 Hungarian Grand Prix at Hungaroring in Budapest, Hungary on August 3, 2025. (Photo by Jakub Porzycki/NurPhoto) Von A. Schenk 22. April 2026 F1-News Formel 1 Jos Verstappen Max Verstappen Jos Verstappen verfolgt keine kompletten Formel-1-Rennen mehr: Das sind die Gründe Jos Verstappen schaltet während Formule 1-Rennen regelmäßig den Fernseher aus. Schlichtweg, weil ihn der Sport phasenweise enttäuscht. Der Vater des viermaligen Weltmeisters Max Verstappen ließ gegenüber RaceXpress verlauten, dass ihm die aktuelle Formule 1 zu wenig zu bieten habe. „Es ist schon verrückt zu sagen, dass ein GT3-Rennen besser ist als ein Formule 1-Rennen. Früher war es genau umgekehrt“, so Jos Verstappen. Die neuen Power Units für 2026 haben den elektrischen Anteil im Vergleich zum vorherigen Reglement mehr als verdoppelt. Während der Verbrennungsmotor früher gut 550 PS leistete und das Elektrosystem rund 160 PS beisteuerte, verschiebt sich das Verhältnis nun auf 400 PS Verbrenner zu 350 PS elektrischer Leistung. Das hat massive Auswirkungen auf das Renngeschehen auf der Strecke und darauf, wie ein Pilot sein Auto handhaben muss. Jos Verstappen erklärt präzise, warum ihn das als Zuschauer stört. „Als Rennfahrer gefällt es mir auch weniger. Gelegentlich schaue ich zu und schalte den Fernseher dann aus, weil mein Interesse nachlässt“, so der Ex-Pilot. „Das ist nicht die Formule 1, für die die Formule 1 eigentlich steht.“ Lies auch: Porsches in Russland wollen plötzlich nicht mehr anspringen Zu große Abhängigkeit Ihm geht es vor allem darum, dass die Fahrer auf rein fahrerischem Niveau keinen Unterschied mehr machen können. „Der Fahrer ist zu abhängig vom Auto und kann als Pilot nicht länger den Unterschied ausmachen. Das finde ich schade für die Formule 1“, sagte er. „Man muss spät bremsen, darf aber auch nicht zu spät bremsen. In schnellen Kurven muss man wirklich den Unterschied machen können, so wie im ersten Sektor in Japan. Das kann man mit diesem Auto einfach nicht tun, erst recht nicht mit dieser Batterie, die man ständig aufladen muss.“ Fahrer müssen während der Qualifikationstermine vom Gas gehen, um Energie zu laden. Zudem sorgen große Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Autos mit vollen und leeren Batterien für gefährliche Situationen auf der Strecke. Der schwere Crash von Haas-Pilot Oliver Bearman in Japan hat die Sicherheitsbedenken weiter verschärft. Bearman näherte sich dem Alpine von Franco Colapinto mit einem Geschwindigkeitsüberschuss von rund 50 km/h, da Colapinto in diesem Moment Energie rekuperierte. Die FIA räumte ein, dass das neue Reglement bei der Entstehung dieses Incidents eine Rolle spielte. Diverse Fahrer, darunter Lewis Hamilton, schlossen sich bereits früh in der Saison der Kritik an den neuen Regeln an. Auch Charles Leclerc äußerte sich kritisch und betonte, dass er keinen Zweifel an den Risiken habe, welche die aktuellen technischen Vorschriften mit sich bringen. Text geht unter dem Bild weiter. Max Verstappen droht mit Abschied aus dem Sport Max Verstappen bezeichnete die Situation bereits während der Wintertests in Bahrein als „Formel E auf Steroiden“ und fügte später hinzu, dass die Regeln seiner Meinung nach fundamental falsch seien. In Suzuka warnte er, dass seine Unzufriedenheit ihn letztlich aus dem Sport treiben könnte. Das sind deutliche Worte für jemanden, der bis Ende 2028 bei Red Bull unter Vertrag steht. Trotz dieser harten Aussagen scheint ein kurzfristiger Abschied nicht zur Debatte zu stehen. Bei einem Event von Viaplay sagte Verstappen: „Die Tatsache, dass wir miteinander sprechen, ist bereits ein Schritt nach vorn. Das Problem ist schlichtweg, dass man diese Regeln zwar ein wenig anpassen kann, aber fundamental etwas nicht stimmt. Nicht jeder wird das öffentlich zugeben, aber es ist die Wahrheit.“ „Ich versuche einfach, mich anzupassen. Auch wenn ich in ein paar Jahren aufhöre, möchte ich dennoch, dass es ein anständiger Sport bleibt. Es muss sich etwas ändern. In diesem Fall würde ich mich dafür entscheiden, die V10- oder V8-Motoren zurückzubringen.“ Verstappen hat zudem seine Bedenken gegen die aktive Aerodynamik geäußert, die Teil des neuen Reglements ist. Seiner Meinung nach macht dies die Autos unnötig komplex. „Wir müssen die Finger von aktiver Aerodynamik lassen. Das macht alles viel komplizierter. Wir müssen es so einfach wie möglich halten, aber ich sehe nicht, dass das mit dem aktuellen Reglement für 2026 passiert“, sagte er. Die FIA bestätigt ein Maßnahmenpaket Der Ruf nach Anpassungen hat inzwischen erste Wirkung gezeigt. Die FIA hat nach Rücksprache mit allen Teams und Motorenherstellern ein Paket an Änderungen bestätigt, die ab dem Grand Prix von Miami am 3. Mai in Kraft treten. Dennoch sind die Erwartungen an diese Änderungen gedämpft. Verstappen selbst ließ bereits wissen, dass er keine großen Eingriffe für 2026 erwartet und hofft, dass es für 2027 zu einschneidenderen Veränderungen kommt. Eine der Optionen, die zur Diskussion standen – eine Verschiebung der Fifty-Fifty-Verteilung zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Leistung hin zu einer 60-40-Gewichtung zugunsten des Verbrenners – erwies sich in der Praxis als nicht umsetzbar. Den Motorenlieferanten fehlt schlichtweg die Zeit, die Power Units nach jahrelanger Entwicklung erneut umzukalibrieren. Lies auch: Max Verstappen sagt Nürburgring-Event ab: Bittere Nachricht für die Fans Lies auch: Max Verstappen spricht deutliche Warnung vor Nürburgring-Debüt aus: „Darum bin ich hier“ Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? 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