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Formel 1 passt das Reglement nun doch an

Formel 1 passt das Reglement nun doch an
FIA flag before the Formula 1 Belgian Grand Prix at Spa-Francorchamps in Spa, Belgium on July 30, 2023. (Photo by Jakub Porzycki/NurPhoto)

Formel 1 vor Regel-Novelle: Technische Anpassungen für 2026 bereits nach zwei Saisonrennen möglich

Nach dem Grand Prix von China werden sich die FIA, die Formel 1 und die Teams erneut an einen Tisch setzen. Dabei könnte entschieden werden, bereits vor dem Großen Preis von Japan in Suzuka Änderungen am Reglement vorzunehmen.

Das neue Regelwerk sollte eigentlich einen technologischen Wendepunkt für den Sport markieren, hat nun jedoch eine Debatte über die Balance zwischen Innovation und purem Racing ausgelöst.

Die neuen Chassis werden im Fahrerlager im Allgemeinen positiv aufgenommen. Sie gelten als agiler und sind weniger von der extremen Ground-Effect-Aerodynamik abhängig als die Boliden der vergangenen Jahre.

Der eigentliche Streitpunkt liegt jedoch bei den neuen Power Units. Diese arbeiten mit einer nahezu hälftigen Aufteilung zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Energie.

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Rennen dürfen nicht durch Energiemanagement entschieden werden

Genau dieses System sorgt bei mehreren Piloten für Frust. Sie kritisieren, dass die Rennen zunehmend durch das Energiemanagement anstatt durch fahrerisches Können bestimmt werden. Die Fahrer müssen demnach ständig über das Aufladen und den Einsatz der Batteriekapazität nachdenken.

Beim Grand Prix von Australien gab es zwar zahlreiche Überholvorgänge. Die Anzahl der Manöver lag fast dreimal so hoch wie beim gleichen Rennen im Vorjahr. Dennoch fanden viele Beobachter im Paddock, dass die Qualität dieser Aktionen zu wünschen übrig ließ.

Laut Aussagen mehrerer Fahrer waren die Überholmanöver oft eher reaktiv als instinktiv. Mit anderen Worten: Es ging nicht immer darum, den perfekten Moment zu wählen, sondern vor allem darum, wer in diesem Augenblick über ausreichend elektrische Energie verfügte.

Weltmeister Lando Norris äußerte sogar Sicherheitsbedenken. Er warnte vor gefährlichen Geschwindigkeitsunterschieden, wenn ein Auto mit maximalem Energieeinsatz auf einen Konkurrenten trifft, der gerade Energie zurückgewinnt (Recuperation). Diese Situation könne laut seiner Einschätzung zu plötzlichen und massiven Tempodifferenzen auf den Geraden führen.

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Trotz der Kritik möchte die Formel 1 nicht überstürzt reagieren. Die Gespräche zwischen der FIA, den Teams und der Organisation begannen bereits vor dem Grand Prix von Australien. Dabei wurde vereinbart, zunächst zwei verschiedene Streckencharakteristiken zu analysieren, bevor Schlüsse gezogen werden.

Der Albert Park in Melbourne gilt als Kurs, auf dem das Energiemanagement eine tragende Rolle spielt. Dadurch können die Auswirkungen des neuen Systems dort besonders deutlich hervortreten.

Der Kurs in Shanghai stellt einen anderen Testtyp dar. Mit seiner langen Gegengeraden und den verschiedenen Kurvenpassagen bietet er eine ganz andere technische Herausforderung für die Power Units.

Erst nach dem Rennen in China werden alle Daten vollständig analysiert. Sollte sich zeigen, dass Anpassungen notwendig sind, könnten gezielte Änderungen bereits vor dem Großen Preis von Japan Ende März umgesetzt werden.

Es ist jedoch nicht das Ziel, das komplette Reglement umzuwerfen. Das Fundament der Regeln für 2026 bleibt bestehen. Es geht primär um kleine Justierungen, um das Racing wieder natürlicher zu gestalten.

Ein wichtiger Vorschlag betrifft das Verhältnis zwischen gespeicherter und genutzter Energie. Eine Option sieht vor, den sogenannten Super-Clipping-Effekt zu vergrößern, damit die Batterien effizienter geladen werden können.

Das würde plötzliche Leistungsspitzen verringern. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den maximalen elektrischen Output leicht zu senken. Dadurch hätten die Autos zwar weniger Peak-Leistung, könnten aber länger über eine konstante Kraftentfaltung verfügen.

Zudem wird über minimale Anpassungen an der Leistung des Verbrennungsmotors nachgedacht. Damit ließe sich das Delta zwischen Autos mit viel und wenig Batterieleistung verkleinern, ohne die Nachhaltigkeitsziele des Sports zu gefährden.

Nach Ansicht der Formel-1-Führung gehört diese Diskussion zu einem neuen Reglement-Zyklus dazu. Große technische Umbrüche müssen oft verfeinert werden, sobald sie unter realen Rennbedingungen statt nur in Simulationen zum Einsatz kommen.

Da die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien möglicherweise aus dem Kalender gestrichen werden, entstünde zudem zusätzliche Zeit, um eventuelle Anpassungen sorgfältig zu implementieren. Dadurch könnte der Sport Änderungen rechtzeitig vor dem Grand Prix von Miami im Mai vorbereiten.

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