Formel 1

Weltmeister muss Millionen zurückzahlen

Weltmeister muss Millionen zurückzahlen
Maranello, Italy – March 2017: Formula 1 Ferrari race cars on display inside the Ferrari Museum in Maranello.

Ex-Pilot verrechnet Verluste falsch: Steuer-Ärger für ehemaligen Rennfahrer

Der ehemalige Formel 1-Weltmeister Jody Scheckter muss umgerechnet rund 1,6 Millionen Euro an Steuern nachzahlen, nachdem seine Berufung gegen eine Entscheidung der britischen Steuerbehörden bezüglich seiner Büffelfarm gerichtlich abgewiesen wurde.

Der Champion von 1979 sah sich im Jahr 2024 gezwungen, seinen landwirtschaftlichen Betrieb aufgrund massiver Kostensteigerungen, sinkender Milchmengen und notwendiger Investitionen zur Modernisierung des Unternehmens zu schließen.

Scheckter hatte das über 1.200 Hektar große Anwesen Laverstoke Park in Overton, in der englischen Grafschaft Hampshire, erworben, nachdem er sich in den 1990er-Jahren im Vereinigten Königreich niedergelassen hatte.

Dem Südafrikaner wurde eine Steuernachforderung von umgerechnet mehr als 1,6 Millionen Euro zugestellt, nachdem Prüfer feststellten, dass sein Unternehmen Verluste zu Unrecht mit Gewinnen aus anderen Geschäftsbereichen verrechnet hatte. Der Betrieb belieferte unter anderem die Supermarktkette Ocado.

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Verluste unzulässig mit Gewinnen verrechnet

Für den Zeitraum von 2008 bis 2010 durften diese Verluste laut richterlichem Urteil nicht steuerlich geltend gemacht werden, da das Unternehmen des ehemaligen Ferrari-Piloten nicht genügend Gewinne erwirtschaftete, um von den entsprechenden Ausnahmeregelungen der Steuergesetzgebung zu profitieren.

Landwirten ist es im Vereinigten Königreich grundsätzlich gestattet, Verluste mit ihrer Steuerschuld zu verrechnen – ein Verfahren, das als „sideways loss relief“ bekannt ist. Die Steuerbehörde stufte diese Regelung für Scheckter jedoch bereits 2019 aufgrund anhaltender Defizite als beendet ein.

Betriebe, die innerhalb von fünf Jahren in die Gewinnzone kommen, sind für diese Verrechnung berechtigt. Dies war bei Scheckter und seinem Unternehmen jedoch nicht der Fall.

Richter Tony Beare drückte sein Bedauern über den Ausgang des Berufungsverfahrens aus und merkte an, dass Scheckter mit der Führung des Betriebs neben der Gewinnabsicht auch altruistische Ziele verfolgt habe.

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„Wir wären nachlässig, wenn wir dieses Urteil nicht mit einer Anerkennung dessen und dem Ausdruck unseres tiefen Bedauerns über die Art und Weise, wie sich die Dinge entwickelt haben, abschließen würden.“

„Ein Bedauern, das durch die Schlussfolgerungen, zu denen wir uns in diesem Verfahren gezwungen sahen, noch verstärkt wird“, fügte der Richter hinzu.

Scheckters Ehefrau Clare Scheckter ist im britischen Handelsregister ebenfalls als Partnerin des Unternehmens eingetragen. Jody Scheckter bleibt zudem weiterhin an mehreren mit Laverstoke Park verbundenen Gesellschaften beteiligt.

Scheckter wurde 1979 auf Ferrari Weltmeister und sicherte Maranello damit den für zwei Jahrzehnte letzten Titel. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere widmete sich der Südafrikaner einem völlig neuen Feld.

Er ließ sich in der britischen Provinz nieder und verfolgte eine klare Vision der Lebensmittelproduktion, bei der er auf biologische Landwirtschaft, Biodiversität und handwerkliche Methoden setzte.

Scheckters Büffelherde war eine der größten des Landes

Die Büffelherde auf Laverstoke Park zählte zu den größten des Landes, und die Molkereiprodukte wurden an exklusive Geschäfte und Restaurants geliefert. Dieser idealistische Ansatz erwies sich jedoch als kostspielig.

Ökologischer Landbau erfordert höhere Investitionen und liefert in der Regel geringere Erträge pro Hektar, während der Absatzmarkt anfällig für wirtschaftliche Schwankungen ist. Als die Kosten stiegen und die Milchmengen zurückgingen, wurde das Geschäftsmodell unrentabel.

Dass der Richter sein Bedauern über das Urteil explizit formulierte, gilt als ungewöhnlich. Es unterstreicht, dass das Gericht die Aufrichtigkeit von Scheckters Motiven anerkannte, sich jedoch an den Wortlaut der Gesetze gebunden sah.

Für Scheckter bedeutet das Urteil das bittere Ende eines Projekts, an dem er über Jahrzehnte gearbeitet hat und das ihm nach seiner Motorsport-Laufbahn eine zweite, vollkommen andere Lebensaufgabe bot.

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