Formel 1

Weltmeister bläst zur Attacke auf Ferrari

Weltmeister bläst zur Attacke auf Ferrari
BAKU, AZERBAIJAN - SEPTEMBER 21: Charles Leclerc of Monaco and Scuderia Ferrari and Lewis Hamilton of Great Britain and Scuderia Ferrari talk in the Paddock prior to the F1 Grand Prix of Azerbaijan at Baku City Circuit on September 21, 2025 in Baku, Azerbaijan. (Photo by Mark Thompson/Getty Images)

Ferrari setzt Bestzeit in Barcelona: Damon Hill warnt vor voreiligen Schlüssen

Der ehemalige Weltmeister Damon Hill hat scharfe Kritik an Ferrari geübt und dem Team ein irreführendes Verhalten während der Formel 1 Wintertests vorgeworfen.

Laut Hill versucht Ferrari bewusst, ein verzerrtes Bild der eigenen Performance zu zeichnen, indem schnelle Rundenzeiten gesetzt werden, die keinerlei Rückschlüsse auf den tatsächlichen Speed zulassen.

Im Podcast Stay on Track von The Race warnte Hill die Fans davor, sich von den Rundenzeiten der Testtage blenden zu lassen. Er betonte, dass diese Zeiten selten repräsentativ für das wahre Kräfteverhältnis in der Startaufstellung zu Saisonbeginn sind.

„Die Testergebnisse zeigen lediglich, wer an welchem Tag der Schnellste war“, sagte Hill.

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Zu seiner Zeit betrieb auch Williams Sandbagging

„Aber das bedeutet im Grunde gar nichts. Man sieht oft Teams an der Spitze stehen, die letztlich im Nirgendwo landen, sobald die Saison richtig losgeht.“

„Deshalb an alle Zuschauer und Zuhörer: Glaubt diesen Zeiten nicht einfach blind.“

Hill gab zu, dass auch sein eigenes Team Williams früher Sandbagging betrieb. Dabei fährt man absichtlich langsamer, etwa mit viel Benzin an Bord, um den wahren Topspeed zu verbergen. In seiner Kritik nahm er Ferrari jedoch hart ins Gebet.

Laut Hill gehört Ferrari zu den Teams, die genau das Gegenteil tun: Sie sollen mit extrem wenig Sprit im Auto sogenannte „Glory Runs“ absolvieren.

Glory Runs sind Quali-Simulationen mit dem Ziel, die Zeitentabelle anzuführen. Diese Strategie soll Sponsoren und Fans beeindrucken, ist laut Hill jedoch gehaltlos und sogar schädlich.

„Es ist vollkommen sinnlos. Tom Walkinshaw hat das früher bei Arrows gemacht, und auch bei Jordan wollte man das.“

„Man müsse eine Show-Zeit setzen, hieß es dann. Aber lasst es bleiben. Man macht sich lächerlich, wenn man beim ersten Rennen keine Pace hat.“

Ferrari sei ein Meister dieses Verhaltens, behauptet er. Der Druck von außen, insbesondere aus Italien, zwinge Ferrari dazu, optisch stark dazustehen, selbst wenn dies auf Kosten der Glaubwürdigkeit gehe.

„Red Bull ist hingegen sehr gut darin, den wahren Speed zu verbergen. Sie lassen sich nicht in die Karten schauen, bis es wirklich darauf ankommt.“

Obwohl Ferrari in den letzten zehn Jahren fünfmal die Wintertests als Schnellster abschloss (2016, 2017, 2018, 2019 und 2024), sprang dabei nie ein Titel heraus. Letztmals sicherte sich das Team 2007 die Weltmeisterschaft. Hill bezeichnet diese Strategie daher als Fassade: Eindrucksvoll im Vorfeld, aber ohne Substanz in der Umsetzung.

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