Formel 1 Warnung an Max Verstappen: Abschied von Red Bull wird kein leichtes Unterfangen Von A. Schenk 28. April 2026 F1-News Formel 1 Martin Brundle Max Verstappen Red Bull Martin Brundle warnt Verstappen: Abschied von Red Bull ist leichter gesagt als getan Der viermalige Weltmeister ist offen unzufrieden mit dem Reglement für 2026. Ein Abschied von Red Bull ist jedoch alles andere als einfach. Das sagt zumindest Formel-1-Kommentator Martin Brundle, der darauf hinweist, dass die drei Top-Teams, bei denen Verstappen unterkommen könnte, schlichtweg keinen Platz für ihn haben. Verstappen macht in dieser Saison kein Geheimnis aus seinen Frustrationen. Er nannte die 2026er-Autos „fundamental fehlerhaft“ und verglich sie mit der „Formel E auf Steroiden.“ Nach einem achten Platz in Japan stellte er öffentlich die Sinnfrage und deutete an, ob es den Aufwand überhaupt noch wert sei. Red Bull hat es in dieser Saison schwer. Mercedes hat die ersten zwei Grands Prix in Folge gewonnen und auch Ferrari präsentiert sich stark. Max Verstappen landete in Australien nach einem Bremsproblem im Qualifying nur auf Rang sechs und fiel in China mit einem Kühlmittelproblem aus. Von einem Kampf um den Sieg kann aktuell keine Rede sein. Sein Vertrag bei Red Bull läuft zwar bis einschließlich 2028, enthält jedoch Klauseln, die ihm einen vorzeitigen Ausstieg ermöglichen. Konkret kann Verstappen Red Bull verlassen, wenn er nach der Sommerpause nicht unter den Top zwei der Weltmeisterschaft steht. Momentan belegt er den neunten Rang. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Klausel greift, nimmt von Woche zu Woche zu. Lies auch: Lewis Hamilton zeigt nach Monaco-Sieg von Kimi Antonelli wahres Gesicht Begrenzte Optionen auf dem Markt Dennoch warnt Brundle, dass Verstappens Position auf dem Transfermarkt weniger stark ist, als es scheint. Nicht etwa, weil die Teams ihn nicht wollen würden, sondern weil schlichtweg keine Cockpits bei den für ihn relevanten Teams frei sind. „Ich bin mir nicht sicher, ob es für Max im Moment so leicht ist, einfach so zu wechseln. Mercedes hat schließlich mit Russell und Antonelli zwei eigene Talente im Team, und McLaren verfügt über ein fantastisches Line-up, das sehr gut eingespielt ist“, so Brundle. McLaren-Boss Zak Brown hat keine Pläne, die Besetzung mit Lando Norris und Oscar Piastri zu ändern. Mercedes macht mit George Russell und Kimi Antonelli weiter. Ferrari setzt auf Charles Leclerc und Lewis Hamilton, die unter dem neuen Reglement stark performen. Drei Teams, sechs Fahrer und kein einziges verfügbares Cockpit für den Niederländer. Brundle fügt hinzu: „Ferrari mit Leclerc und Hamilton… wenn einer von beiden aus einem dieser Autos aussteigt, dann gibt es einen Platz für Max. Aber die Teams können das nicht machen, wenn sie vertraglich gebunden sind und keine großartigen Fahrer aus einer hervorragenden Fahrerpaarung entlassen wollen.“ Text wird unter dem Bild fortgesetzt. Ferrari als einzige reelle Option Von den drei Teams scheint Ferrari die realistischste Option zu sein, sollte sich doch etwas ändern. Es kursieren nämlich Gerüchte, dass ein Abschied von Lewis Hamilton nach der Saison 2026 immer wahrscheinlicher wird, was für Verstappen eine Tür bei der Scuderia öffnen könnte. Dennoch ist dieser Schritt alles andere als selbstverständlich. Verstappen und sein Vater Jos sollen dem Ganzen immer skeptisch gegenübergestanden haben. Sie zweifeln daran, ob er bei Ferrari den Erfolg finden kann, den er bei Red Bull hatte – auch vor dem Hintergrund, dass die Italiener seit fast zwanzig Jahren keine Fahrer-Weltmeisterschaft mehr gewonnen haben. Ein Wechsel zu Mercedes scheint momentan am unwahrscheinlichsten. Toto Wolff hat die Tür für Verstappen bereits weitestgehend geschlossen, nachdem das Team sowohl Russell als auch Antonelli mit Mehrjahresverträgen ausgestattet hat. Gerüchte über ein Interesse von Mercedes gibt es seit Jahren, doch konkrete Taten bleiben aus. Dann ist da noch McLaren, wo sich ein besonderes Subplot abspielt. Ralf Schumacher warf die Theorie auf, dass Verstappen eventuell seinem Renningenieur Gianpiero Lambiase zu McLaren folgen könnte, wobei Oscar Piastri im Gegenzug den Weg zu Red Bull antreten würde. Sabbatical oder Abschied? Falls keines der Top-Teams einen Platz bietet, bleibt Verstappen eine andere Wahl: ein Sabbatical einzulegen oder die Formel 1 komplett zu verlassen. Beide Optionen sind angesichts seiner Aussagen der letzten Wochen realistisch. Johnny Herbert glaubt, dass sich Verstappen am Ende doch eher für einen Wechsel als für ein Jahr auf der Couch entscheiden wird. Aber wie Brundle anmerkt: Der Markt bietet ihm diesen Luxus im Moment nicht. Brundle glaubt unterdessen, dass die Meisterschaft 2026 noch völlig offen ist. „Ich denke, alles ist noch komplett offen. Wir haben ein Sprint-Wochenende in Miami, es gibt also Sprint-Punkte und Grand-Prix-Punkte zu holen“, so der Brite. Er fügte hinzu, dass Upgrades das Kräfteverhältnis schnell kippen können und dass jedes der vier Top-Teams und deren Fahrer in diesem Jahr theoretisch um den Titel kämpfen kann. Red Bull arbeitet derweil hart daran, Verstappen davon zu überzeugen, dass ein Wechsel nicht nötig ist. Das Team bereitet für den Grand Prix von Miami umfangreiche Updates vor, um das Gewichtsproblem des RB22 in den Griff zu bekommen. Der Motor liefert die gewünschte Leistung, aber das Auto selbst muss besser werden. Ob das ausreicht, um Verstappen an Bord zu halten, wird die zweite Saisonhälfte zeigen müssen. 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