Formel 1

Verstappen fürchtet: Kostet diese Red-Bull-Schwäche die Pole Position in Monaco? „Da lassen wir es liegen“

Verstappen fürchtet: Kostet diese Red-Bull-Schwäche die Pole Position in Monaco? „Da lassen wir es liegen“
MONTE-CARLO, MONACO - JUNE 5: Max Verstappen of the Netherlands and Oracle Red Bull Racing walks in the paddock with a Red Bull during practice ahead of the F1 Grand Prix of Monaco at Circuit de Monaco on June 5, 2026 in Monte-Carlo, Monaco. (Photo by Jayce Illman/Getty Images)

Für Max Verstappen schien das Wochenende in Monte-Carlo zunächst eine Wende in einer bislang enttäuschenden Saison einzuläuten: In den Freien Trainings fuhr er konstant in die Top 3.

Der viermalige Weltmeister dämpft die Erwartungen jedoch selbst. Ein altes Problem von Red Bull droht nämlich genau hier schmerzhaft sichtbar zu werden.

Es dreht sich um die Art und Weise, wie der RB22 mit Bodenwellen und Kerbs umgeht. Auf dem engen Stadtkurs ist die Fähigkeit, über die Kerbs zu räubern und dennoch Grip zu behalten, entscheidend für eine schnelle Runde.

Genau dort stößt Red Bull schon länger an eine Grenze. Während des vergangenen Rennens in Kanada wurde das Übel erneut spürbar. Verstappen klagte auf dem Circuit Gilles Villeneuve bereits über ein unruhiges Auto und gab an, dass die Vibrationen so heftig waren, dass er seinen Fuß kaum auf dem Gaspedal halten konnte.

Die naheliegende Lösung wäre, das Auto höherzulegen, damit der Unterboden die Strecke nicht mehr berührt, doch das kostet schlichtweg Rundenzeit.

In der Formel 1 nehmen Fahrer daher oft die Unannehmlichkeiten in Kauf, um Speed zu gewinnen. Verstappen schätzt seine Chancen für das Wochenende entsprechend nüchtern ein.

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Max Verstappen erwartet Überraschungen

„Mal abwarten. Ich meine, ich weiß es nicht. Es wird von vielen Dingen abhängen. Ich weiß nicht, wie sich das Auto morgen anfühlen wird. Monaco kann einen immer überraschen. Aber realistisch betrachtet waren wir auf meiner Seite in den langsamen Abschnitten ganz gut dabei.

„Gleichzeitig muss man hier gut über die Bodenwellen und Kerbs kommen, und da sind wir nicht so stark. Also ja, wir müssen sehen, wie es sich im Laufe des Wochenendes entwickelt“, so Verstappen gegenüber den anwesenden Medien.

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Die Schwierigkeit, Bodenwellen ordentlich schlucken zu können, ist kein neues Phänomen bei Red Bull. Das Team kämpft schon seit Beginn der Ground-Effect-Ära damit, und auch das komplett neue Reglement von 2026 hat dem kein Ende gesetzt.

Verstappen schreibt dies der Basisphilosophie des Autos zu. In Montreal ließ er wissen, dass jede holprige Passage für Red Bull schwierig bleibt und dass die Balance zwischen Fahrkomfort über Uneffenheiten und der Menge an Abtrieb noch nicht stimmt.

Neben den Kerbs gibt es noch einen zweiten Schmerzpunkt, denn in Kanada konnte Red Bull beim Topspeed nicht mit den beiden Mercedes mithalten.

Gesamtbild

Kimi Antonelli fuhr dort mit über zehn Sekunden Vorsprung zum Sieg, während George Russell auf einem ähnlichen Kurs lag, bis ein Ausfall in Runde 30 sein Rennen beendete.

Auch Lewis Hamilton blieb mit seinem Ferrari lange im Blickfeld und luchste Verstappen schließlich in der ersten Kurve den zweiten Platz ab. Auf den Geraden von Monaco wiegt der Topspeed weniger schwer, auch wenn der Limburger kritisch hinsichtlich des Gesamtpakets seines Wagens bleibt.

„Ich meine, man will in jedem Bereich Fortschritte machen. Wir wollen mehr Grip, man will mehr Leistung, eine bessere Bremseffizienz, man will, dass die Reifen in einem besseren Fenster arbeiten. In diesem Sinne will man überall besser sein. Aber ja, wenn ich mir Montreal anschaue, fehlt uns auf den Geraden eindeutig etwas.“

„Und auch in den Kurven, denke ich, beim Fahrverhalten oder ganz allgemein auf den Bodenwellen, waren wir nicht, sagen wir mal, die Besten. Und natürlich in den schnellen Kurven auf anderen Strecken. Hier gibt es zwar keine schnellen Kurven, aber normalerweise war das bisher auch noch nicht unsere größte Stärke“, so Verstappen.

Teamchef Laurent Mekies bleibt zuversichtlich, dass die Probleme in diesem Jahr noch zu lösen sind. Er sieht vorläufig keinen Grund, die Hoffnung erst auf das Auto für 2027 zu setzen.

„Es gibt bisher nichts, was wir sehen, das nicht im Jahr 2026 gelöst werden kann“, so der Franzose.

Gleichzeitig warnt Mekies vor übereilten Eingriffen, die Rundenzeit kosten, denn laut ihm ist es relativ einfach, das Auto komfortabler zu machen – nur wird es dadurch langsamer.

„Das lieben wir“

„Die Jungs in der Fabrik führen alle Analysen der Welt durch, um eine Lösung zu finden, die nicht nur die Probleme behebt, sondern auch Rundenzeit liefert. Es ist ein komplexes Problem. Wir lieben komplexe Probleme. Wir haben genug davon und ich bin absolut zuversichtlich, dass wir, wie schon früher in dieser Saison, wieder einige davon knacken werden“, so Mekies.

Red Bull belegt bei den Konstrukteuren mit 57 Punkten den vierten Platz und blickt auf einen Rückstand von 162 Punkten auf Mercedes.

Verstappen selbst ist Siebter in der Fahrerwertung mit 43 Punkten und hat 88 Zähler weniger als der Tabellenführer Antonelli.

Sein dritter Platz in Kanada war jedoch sein erstes Podium der Saison und zudem das erste für Red Bull, seit das Team selbst zum Motorenhersteller wurde.

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