Formel 1 Valtteri Bottas verlor nach bizarrer Mercedes-Anweisung die Lust an der Formel 1 Von A. Schenk 30. April 2026 F1-News Formel 1 Mercedes Valtteri Bottas Formel-1-Abschied: Pilot spricht in offenem Interview über die Hintergründe seines Rücktritts Valtteri Bottas war fertig mit der Formel 1. Nach einer Saison voller Teamorder bei Mercedes im Jahr 2018 entschied der Finne während der Winterpause, mit dem Rennsport aufzuhören. Das gestand er kürzlich in einer Kolumne für die Players’ Tribune. Dabei drehte es sich vor allem um den Grand Prix von Russland. Bottas führte das Rennen zu diesem Zeitpunkt an und wurde von Strategiechef James Vowles angewiesen, das Tempo zu drosseln, damit Lewis Hamilton ihn passieren konnte. Hamilton kämpfte damals mit Sebastian Vettel um die Weltmeisterschaft. Bereits zuvor im selben Jahr in Deutschland erhielt Bottas die Anweisung, Hamilton nach einem Restart hinter dem Safety-Car nicht anzugreifen. In Ungarn fungierte er als Puffer gegen die Ferraris, weshalb ihn Teamchef Toto Wolff als fantastischen Wingman bezeichnete. „Wissen Sie, wie gerne ich einfach Nein gesagt hätte? Aber ich musste ein guter Teamkollege sein. Ich ließ ihn vorbei, und natürlich hatte er eine fantastische Saison. Er wurde Weltmeister. Ich war der Wingman,“ so Bottas. Hamilton gewann die Meisterschaft letztlich mit 88 Punkten Vorsprung. Bottas beendete das Jahr als Fünfter und konnte kein einziges Rennen für die Silberpfeile gewinnen. Es war sein schwächstes Jahr im Team. Lies auch: Porsches in Russland wollen plötzlich nicht mehr anspringen Ein Spaziergang durch einen finnischen Wald Der mentale Tribut war enorm. Bottas beschreibt in seiner Kolumne, wie er nach Ende der Saison völlig ausgebrannt war. Er hasste den Rennsport. In der Winterpause sah er sich selbst nicht mehr zurückkehren. „Bis zum heutigen Tag habe ich gemischte Gefühle dabei. Ich weiß nicht, was ich antworten soll, wenn die Leute mich danach fragen, denn Lewis ist ein unglaublicher Fahrer und ein Freund. Ich hege keinen Groll gegen Mercedes, Toto oder sonst wen. Aber die gesamte Situation hat mich fast dazu gebracht, dem Sport den Rücken zu kehren,“ erklärt Bottas. „Ich muss ehrlich sein, ich war absolut depressiv und erschöpft. Ich hasste das Rennfahren. Während der Winterpause vor der Saison 2019 dachte ich nicht, dass ich jemals wiederkommen würde. In dieser Pause traf ich die Entscheidung aufzuhören,“ so der Finne. Was ihn zum Umdenken bewegte, war ein Spaziergang durch einen Wald in Finnland. In seiner Heimat fand er die Ruhe, um nach vorne zu blicken, statt in dem hängen zu bleiben, was hätte sein können. Er hatte bereits im Juli 2018 eine Vertragsverlängerung bei Mercedes unterzeichnet und entschied sich, diese Vereinbarung zu erfüllen. Das erwies sich als die richtige Wahl. Beim Saisonauftakt 2019 in Australien gewann Bottas souverän vor Hamilton mit mehr als 20 Sekunden Vorsprung. Die darauffolgende Saison wurde seine beste bei Mercedes: vier Siege und fünfzehn Podestplätze. Er schloss die Meisterschaft als Vizeweltmeister ab. Text wird unter dem Bild fortgesetzt. Von Mercedes zu Cadillac Bottas fuhr bis Ende 2021 für Mercedes. George Russell übernahm danach seinen Platz und der Finne wurde für drei Jahre Teil des Projekts von Alfa Romeo/Sauber. Dieses Abenteuer war wenig ertragreich. Das Team kämpfte mit der Konkurrenz, und Bottas bestritt seine letzte Saison für Sauber im Jahr 2024, ohne einen Punkt zu erzielen. 2025 kehrte er vorübergehend als Ersatzfahrer zu Mercedes zurück. Danach folgte eine neue Chance, die er bereits hatte kommen sehen. Seit mehr als drei Jahren stand er nämlich in Kontakt mit dem neuen US-amerikanischen Team Cadillac. Die ersten Gespräche mit Teamchef Graeme Lowdon fanden statt, noch bevor das Team die offizielle Erlaubnis für den Formel-1-Einstieg erhalten hatte. Cadillac debütiert 2026 als elftes Team in der Startaufstellung und wählte Bottas neben Sergio Perez als Fahrerduo. Beide Piloten kehren nach einem Jahr ohne Stammcockpit zurück. Bottas bezeichnete den Schritt als einzigartig. „Es ist wirklich eine einmalige Gelegenheit, bei einem brandneuen Team von Tag eins an dabei zu sein,“ sagte der Finne. Lies auch: Max Verstappen sagt Nürburgring-Event ab: Bittere Nachricht für die Fans Lies auch: Max Verstappen spricht deutliche Warnung vor Nürburgring-Debüt aus: „Darum bin ich hier“ Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? 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