Formel 1

Toto Wolff verlässt Mercedes: Das steckt hinter den Gerüchten

Toto Wolff verlässt Mercedes: Das steckt hinter den Gerüchten

Wolff-Abschied bei Mercedes? Gerüchte verdichten sich, doch aus Brackley kommen dementierende Signale

Anlass für die Spekulationen ist eine Aussage des Journalisten Nate Saunders im Podcast von The Race. Er vertritt die Ansicht, dass sich der Teamchef allmählich aus dem Tagesgeschäft zurückzieht, obwohl Mercedes in dieser Saison unter dem neuen Reglement hervorragend performt.

Den entscheidenden Hinweis sieht Saunders in einem finanziellen Schachzug vom vergangenen Herbst. Wolff verkaufte damals fünfzehn Prozent seiner persönlichen Anteile an CrowdStrike-Gründer George Kurtz. Umgerechnet entsprach dies fünf Prozent des gesamten Formel 1-Teams und einer Summe von rund 270 Millionen Euro.

Mercedes dementierte damals umgehend, dass der Deal ein Vorbote für Wolffs Abschied sei. Die Organisation betonte, dass der Österreicher Anteilseigner bleibt und seine operative Rolle wie gewohnt fortsetzt. Wolff ist nämlich nicht nur Teamchef, sondern auch Miteigentümer, neben dem Mutterkonzern Mercedes-Benz und dem Chemiekonzern INEOS.

Dennoch deutet Saunders die Ereignisse anders. „Es fühlt sich so an, als befinde sich Toto Wolff in einer Art Gleitflug aus dieser Rolle heraus und schiebe die Dinge langsam an“, so der Insider.

„In ein paar Jahren könnte ich mir nicht vorstellen, dass Toto dort noch sitzt, es sei denn, er findet in fünf Jahren immer noch großen Gefallen am Gewinnen.“

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Vertragsende in Sicht

Anfang 2024 unterzeichnete Wolff einen neuen Dreijahresvertrag, der somit am Ende dieser Saison ausläuft. Eine Verlängerung gilt als wahrscheinlich, wenngleich diese laut verschiedenen Quellen die letzte sein könnte.

Nach unserem Verständnis ist ein Abschied vorerst noch kein Thema und Wolff wird seine Rolle als CEO und Teamchef weiterhin ausfüllen, zumal der sportliche Erfolg in Brackley zurückgekehrt ist.

Seit Christian Horner im Sommer 2025 bei Red Bull ausscheiden musste, ist Wolff der dienstälteste Teamchef im aktuellen Feld. Zum Vergleich: Andrea Stella, die Nummer zwei auf dieser Liste, bekleidet sein Amt bei McLaren erst seit Ende 2022.

Rückkehr der Mercedes-Dominanz

Unter der Führung von Wolff gewann Mercedes zwischen 2014 und 2021 acht Konstrukteurstitel in Folge – ein Rekord, der vermutlich noch Jahre Bestand haben wird.

Es folgte eine schwierige Phase in der Ära der Ground-Effect-Autos, in der das Team in vier Saisons nur sieben Rennen gewinnen konnte. Ein Machtwechsel an der Spitze stand damals nie ernsthaft zur Debatte, auch aufgrund von Wolffs Position als Gesellschafter.

In dieser Saison präsentiert sich Mercedes wieder in Topform. George Russell und Kimi Antonelli kämpfen untereinander um den WM-Titel, wobei Antonelli der jüngste WM-Führende aller Zeiten ist.

Mercedes ernannte im vergangenen Monat Bradley Lord zum deputy team principal, ein logischer Schritt nach Jahren, in denen er diese Funktion faktisch bereits ausübte. Lord arbeitet seit 2013 für das Team und begann damals als Kommunikationsmanager.

Sein Hintergrund liegt jedoch im Bereich Kommunikation und Strategie, nicht in den Ingenieurswissenschaften oder der Betriebswirtschaft. Das macht eine Beförderung zum ersten Mann nicht selbstverständlich, obwohl er eng mit Wolff zusammenarbeitet und dessen volles Vertrauen genießt.

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Ein weiterer interner Kandidat ist Chief Technical Officer James Allison. Er kommt in den Medien gut an und genießt einen exzellenten technischen Ruf. Der Nachteil: Mercedes möchte, dass er sich voll auf das Auto konzentriert, anstatt ihn durch administrative Aufgaben abzulenken.

Ein dritter Name, der kursiert, ist James Vowles. Er verließ seinen Posten am Mercedes-Kommandostand im Jahr 2023, um Teamchef bei Williams zu werden. Nach einem starken Jahr 2025 hat Vowles in Grove momentan einen schweren Stand, da Williams voll auf 2026 setzte, in dieser Saison aber abgerutscht ist. Sollten die Verantwortlichen in Brackley ihn zurückholen wollen, wäre dies theoretisch möglich.

Wer auch immer letztlich in Wolffs Fußstapfen tritt, steht vor einer Mammutaufgabe. Der Vergleich mit Laurent Mekies bei Red Bull drängt sich auf, denn auch er musste als Nachfolger von Horner eine Champion-Organisation übernehmen, ohne die Stabilität, die sein Vorgänger über Jahrzehnte bot.

Ein Abschied steht nach unseren Informationen kurzfristig nicht bevor, auch wenn die langfristige Planung allmählich Konturen annimmt.

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