Formel 1

FIA-Präsident bestätigt: Formule 1 erhält neues Motorenreglement – Das ist die künftige Power-Unit

FIA-Präsident bestätigt: Formule 1 erhält neues Motorenreglement – Das ist die künftige Power-Unit

Gute Nachrichten für F1-Fans: Keine Voll-Elektrisierung der Königsklasse geplant.

Für Audi droht die gesamte Existenzgrundlage seines Formel 1 Projekts ins Wanken zu geraten.

Die Ingolstädter sind nämlich gerade wegen des komplexen Hybrid-Reglements für 2026 in die Königsklasse eingestiegen – und genau diese technische Herausforderung will die FIA nun so schnell wie möglich über Bord werfen.

Präsident Mohammed Ben Sulayem machte während der 24 Stunden von Le Mans deutlich, dass eine Rückkehr zum V8 für ihn feststeht. Damit steuert der Automobil-Weltverband auf einen direkten Kollisionskurs mit dem deutschen Hersteller zu.

Gegenüber dem französischen Magazin Auto Hebdo ließ Ben Sulayem keinen Zweifel aufkommen. „Der V8 ist definitiv. Die Entscheidung ist gefallen“, so der FIA-Chef.

Er strebt ein leichteres, einfacheres und günstigeres Motorenkonzept an, das die vielkritisierten Regeln von 2026 ersetzen soll. „Ein V8 ist nachhaltig. Wenn wir über Forschung und Entwicklung sprechen, reden wir über mehr als 200 Millionen Euro. Red Bull hat mehr als 1,3 Milliarden in den aktuellen Motor gesteckt, und das ist absurd“, fuhr er fort.

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Eine Hybrid-Komponente soll zwar erhalten bleiben, jedoch in abgespeckter Form. „Es wird einen Hybrid geben, aber einen leichtgewichtigen und einfachen.“

„Mit einem V8-Motor, 10 Prozent Hybridisierung und nachhaltigem Kraftstoff erreichen wir 760 PS in der Basisversion und etwa 880 PS mit dem Hybrid. Kein Turbo. Ein Turbo sorgt für zusätzliches Gewicht und Kosten“, erklärte er.

Die Mission lautet Einfachheit, Kostenkontrolle und ein angenehmer Sound für die Zuschauer. Laut dem Präsidenten würde ein solches Triebwerk die Motorenkosten von 1,5 Millionen auf etwa 700.000 Euro pro Einheit senken.

Er behauptet, dass die sechs Motorenhersteller in Abstimmungen den Vorzug für Leichtbau und Einfachheit gegeben hätten. Die Autos könnten demnach langfristig sogar auf 630 Kilogramm abspecken, wobei sich die Balance in den Jahren 2027 und 2028 wieder in Richtung Verbrennungsmotor verschieben würde.

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Audi hält an Turbotechnik fest

Bei Audi klingen die Töne ganz anders. Die deutsche Marke will den Turbo nämlich um jeden Preis behalten. CEO Gernot Döllner gab in Monaco zu verstehen, dass Effizienz für seinen Hersteller schwerer wiegt als jede andere Überlegung.

„Wir bevorzugen die Turboaufladung aufgrund der Effizienz“, sagte Döllner. Für Audi zählt vor allem, dass Energieeffizienz ein Eckpfeiler des Reglements bleibt und die Nachhaltigkeits-Story Bestand hat. Berichten zufolge würde Audi auf eine Twin-Turbo-Konfiguration setzen, wie sie auch im kürzlich präsentierten Nuvolari-Supersportwagen zum Einsatz kommt.

Dennoch ist der deutsche Hersteller nicht prinzipiell gegen acht Zylinder. „Ja, warum sollten wir das nicht akzeptieren? Der Nuvolari hat einen V8, also haben wir keine Probleme mit V8-Motoren“, erklärte Döllner zuvor.

Der Knackpunkt liegt also nicht in der Anzahl der Zylinder, sondern im Wegfall des Turbos. Döllner betont zudem, dass seine Marke keine steuernde Rolle in diesem gesamten Prozess spiele.

„Wir sind einer von fünf Motorenherstellern in der Formel 1. Wir haben eine Stimme und wir bringen unsere Position ein – nicht mehr“, so der Audi-Chef.

Laut Auto Motor und Sport hält der Konzern dennoch ungemindert an der Turbotechnologie fest, während Ben Sulayem diese Idee aufgrund des zusätzlichen Gewichts und der Kosten für Wastegate, Ladeluftkühler und die dazugehörigen Leitungen entschieden ablehnt.

FIA kann die Regeln notfalls erzwingen

Die Machtverhältnisse bei einer solchen Reglementänderung sind klar definiert. Um den V8 bereits 2030 einzuführen, müssen vier der sechs Motorenhersteller dafür stimmen.

Gelingt dies nicht, kann die FIA die Regeln ab 2031 dennoch ohne Zustimmung der Lieferanten durchsetzen. Darauf wies Ben Sulayem gegenüber Reuters bereits hin.

„Im Jahr 2031 wird es sowieso passieren. Es wird kommen“, sagte er über die Unausweichlichkeit des Wechsels. Er gibt an, offen für Gespräche mit den Herstellern zu sein, setzt die eigenen Präferenzen aber deutlich darüber.

„Die FIA hört auf die Wünsche der Motorenhersteller. Wir haben derzeit sechs. Aber wenn es nach uns ginge, würden wir geringes Gewicht, ein einfaches Design und weniger Zeitaufwand für Anpassungen bevorzugen“, so der Präsident.

Die Fahrer wollen zurück zum V8

Im Fahrerlager stoßen die Pläne von Ben Sulayem auf viel Zustimmung. Lance Stroll von Aston Martin würde am liebsten sofort den Schalter umlegen.

„Wenn man mich fragt, sollten wir nächstes Jahr zu V8-Motoren zurückkehren, aber ich verstehe, dass alles sehr langsam geht“, sagte Stroll. Er findet die aktuellen Autos aufgrund des Batteriegewichts und der Rekuperation besonders unangenehm zu fahren. „Jeder, der etwas von Autos versteht, würde einem sagen, dass diese Autos schrecklich zu fahren sind“, fügte der Kanadier hinzu.

Fernando Alonso geht noch einen Schritt weiter als die von der FIA vorgeschlagenen zehn Prozent Hybrid. Der Spanier würde den elektrischen Teil am liebsten komplett streichen.

„Ich würde den elektrischen Teil am liebsten ganz weglassen“, erklärte Alonso. Seiner Meinung nach trägt der elektrische Aspekt wenig zum Renngeschehen auf der Strecke bei. „Es gibt bereits eine vollelektrische Klasse in Form der Formel E, und dort wird diese Technologie wirklich auf die Spitze getrieben“, schloss er.

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