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Tempolimit 150 km/h: Doch jeder zweite Autofahrer macht noch immer diesen Fehler

Tempolimit 150 km/h: Doch jeder zweite Autofahrer macht noch immer diesen Fehler
Von A. Schenk Heute um 08:27

Auf manchen Autobahnen sind 150 km/h erlaubt – wer in diesem Sommer darauf setzt, wird jedoch enttäuscht

Niederländische Urlauber, die diesen Sommer über dieses Land in den Süden reisen, tun gut daran, ihren Tempomaten nicht blind auf 150 km/h einzustellen.

Dieses Limit gilt nämlich nur dann, wenn das digitale Beschilderungssystem die entsprechende Freigabe erteilt.

Zahlen des Verkehrsministeriums belegen, dass das Höchstlimit auf der Autobahn D3 während des laufenden Testzeitraums in lediglich 39 Prozent der Zeit aktiviert war.

In 59 Prozent der Fälle lag die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 130 km/h, und in 2 Prozent der Zeit regelte das System sogar auf 100 km/h herunter. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Monaten sind dabei gewaltig.

Im Oktober durften die Fahrer in 93 Prozent der gemessenen Zeiträume 150 km/h fahren, im November lag dieser Wert noch bei 85 Prozent. Danach brach das System in Tschechien, wo das Limit kürzlich auf 150 km/h angehoben wurde, fast vollständig ein.

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Winterwetter brachte den Test fast zum Stillstand

Der Dezember lieferte nur noch 7 Prozent, während der Januar nicht über magere 1 Prozent hinauskam. Erst im Februar kletterte der Wert wieder auf 13 Prozent, gefolgt von 36 Prozent im März.

Die Erklärung liegt primär beim Wetter, da Nebel, Regen und schlechte Sicht die digitalen Anzeigen automatisch auf einen niedrigeren Wert zurückfallen lassen. Winterliche Bedingungen bilden damit eine harte Grenze für das gesamte Konzept.

Dadurch sagt die erste Phase des Experiments relativ wenig über die tatsächliche Nutzbarkeit des höheren Limits aus. Verkehrsminister Ivan Bednarik plädiert für umfassende Messungen in den Sommermonaten, da die D3 eine der meistbefahrenen Routen für Urlauber in Richtung Mittelmeer darstellt.

Mehr Verkehr, höhere Temperaturen und trockene Fahrbahnen sollen Daten liefern, auf deren Basis die tschechische Regierung eine endgültige Entscheidung treffen kann.

Auffälliger ist hingegen, wie sich die Erhöhung auf das Verhalten der Fahrer auswirkte. In der ersten Hälfte dieses Jahres fuhren Personenkraftwagen unter dem 150 km/h-Regime im Schnitt etwa 10 km/h schneller als in dem Zeitraum, in dem 130 km/h die Obergrenze bildeten.

Auf der rechten Fahrspur nahm die Anzahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen zudem leicht ab, was darauf hindeutet, dass sich ein Teil der Autofahrer diszipliniert an die Beschilderung hält, sofern diese ausreichend Spielraum bietet.

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Was das für niederländische Autofahrer bedeutet

Auf der linken Spur änderte sich dagegen fast nichts. Auch nach der Erhöhung waren dort mehr als 40 Prozent der Fahrer weiterhin schneller unterwegs als erlaubt. Das tschechische Zentrum für Verkehrssicherheit kommt daher zu dem Schluss, dass ein höheres Limit allein nicht zu mehr Disziplin am Steuer führt, da diese Gruppe bereits vor dem Testlauf strukturell zu schnell fuhr.

Für Niederländer ist dieses Fazit eine nützliche Warnung. Im eigenen Land gelten tagsüber 100 km/h und auf einigen Abschnitten abends sowie nachts 130 km/h, weshalb die Aussicht auf 150 km/h attraktiv erscheint.

Tschechische Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen fallen jedoch happig aus, und dank europäischer Abkommen zur grenzüberschreitenden Vollstreckung landet der Strafzettel direkt im Briefkasten in den Niederlanden. Zudem bleibt das erhöhte Limit auf ausgewählte Abschnitte beschränkt, während auf dem Rest des tschechischen Autobahnnetzes weiterhin 130 km/h gelten.

Wer diesen Sommer über Tschechien nach Kroatien, Slowenien oder Italien durchreist, gerät exakt in die Phase, in der sich das Experiment beweisen muss. Die Schranken der Matrixanzeigen über der Fahrbahn sind bindend – und nicht die Annahme, dass auf der D3 standardmäßig 150 km/h gefahren werden darf.

Die Daten aus dieser Hochsaison werden letztlich darüber entscheiden, ob dieses Tempo ein temporärer Versuch bleibt oder zur festen Norm auf tschechischen Autobahnen wird.

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