Formel 1

Red Bull verpflichtet ehemaligen Aston Martin-F1-Chef als Nachfolger von Lambiase

Red Bull verpflichtet ehemaligen Aston Martin-F1-Chef als Nachfolger von Lambiase
SAO PAULO, BRAZIL - NOVEMBER 12: Tom McCullough, Performance Director at Aston Martin F1, Red Bull Racing Head of Car Engineering Paul Monaghan and Francois-Xavier Demaison, Technical Director of Williams attend a press conference prior to practice ahead of the F1 Grand Prix of Brazil at Autodromo Jose Carlos Pace on November 12, 2022 in Sao Paulo, Brazil. (Photo by Bryn Lennon/Getty Images)

Red Bull hat Nachfolger für Gianpiero Lambiase gefunden

Red Bull hat die Verpflichtung von Tom McCullough als neuen Head of Racing bekannt gegeben und bestätigt, dass er zu Beginn der Formel-1-Saison 2027 seine Arbeit aufnehmen wird.

Die Position wird derzeit noch von Gianpiero Lambiase bekleidet, dem langjährigen Renningenieur von Max Verstappen, der sich bereits für einen künftigen Wechsel zu McLaren als Chief Racing Officer entschieden hat.

Die Verpflichtung von McCullough erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Red Bull versucht, den vorangegangenen personellen Aderlass in der Führungsebene zu kompensieren.

Adrian Newey, Jonathan Wheatley, Rob Marshall und Strategiechef Will Courtenay gehören zu denjenigen, die das Team in den letzten Jahren verlassen haben, neben dem erwähnten Wechsel von Lambiase zu McLaren und dem erwarteten Abgang von Chefingenieur Paul Monaghan zu Cadillac.

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McCullough bekannt von Aston Martin

„Wir freuen uns, Tom Anfang 2027 im Team willkommen zu heißen und blicken gespannt auf den enormen Erfahrungsschatz und die Expertise, die er in diese Rolle einbringen wird“, erklärte Red Bull in einem kurzen Statement.

Als erfahrener Formel-1-Ingenieur wird McCullough vor allem mit dem Rennstall Aston Martin und dessen direkten Vorgängern Force India und Racing Point in Verbindung gebracht.

Im Zuge einer der zahlreichen Umstrukturierungen in der Führungsebene des Teams war McCullough Anfang letzten Jahres vom Formel-1-Projekt in eine Rolle bei Aston Martin Performance Technologies versetzt worden, kehrt nun aber in den Grand-Prix-Sport zurück.

Die Personalie verdeutlicht, wie sehr die Bewegungen hinter den Kulissen das Kräfteverhältnis in der Formel 1 beeinflussen können. Während die Aufmerksamkeit meist den Fahrern gilt, wird der Erfolg eines Teams maßgeblich von der technischen und operativen Leitung bestimmt, welche die Entwicklungsrichtung vorgibt und die Rennwochenenden steuert.

Artikel wird unter dem Bild fortgesetzt.

Für Red Bull ist der Ersatz von Lambiase ein sensibles Thema. Als Renningenieur von Verstappen baute er über die Jahre eine enge Arbeitsbeziehung zum viermaligen Weltmeister auf, wobei die direkte und mitunter schroffe Kommunikation über den Boxenfunk zu einem Markenzeichen wurde.

Sein Abschied in Richtung McLaren bedeutet daher mehr als nur die Besetzung einer Vakanz. Die Serie von Abgängen in den letzten Jahren hat den Rennstall aus Milton Keynes zudem auf Führungsebene deutlich geschwächt.

Namen wie Newey und Wheatley, die über Jahrzehnte hinweg das technische Aushängeschild des Teams waren beziehungsweise die operative Seite der Rennwochenenden leiteten, repräsentierten zusammen eine enorme Menge an Erfahrung, die nicht einfach zu ersetzen ist.

Vor diesem Hintergrund ist die Verpflichtung von McCullough der Versuch, diese Lücke mit einer erfahrenen Kraft zu schließen. Seine langjährige Tätigkeit bei Force India, Racing Point und Aston Martin gab ihm Einblick in die Arbeitsweise eines Mittelfeldteams, das versuchte, sich mit begrenzten Mitteln nach oben zu arbeiten, was eine andere Perspektive als die eines Top-Teams bietet.

Bei Transfers immer Gardening Leave

Dass er erst Anfang 2027 beginnt, hängt vermutlich mit den üblichen vertraglichen Sperrfristen zusammen, die in der Formel 1 gelten.

Personal, das das Team wechselt, muss in der Regel eine Phase der Freistellung (Gardening Leave) absolvieren, um zu verhindern, dass sensibles technisches Wissen direkt zur Konkurrenz gelangt.

Für Red Bull bedeutet dies eine Übergangszeit, in der die verbleibende Zeit mit Lambiase überbrückt werden muss, während der Rennstall gleichzeitig daran arbeitet, seine Konkurrenzfähigkeit unter dem neuen technischen Reglement wiederherzustellen.

Da Verstappen seine Zukunft bis 2030 an das Team gebunden hat, ist der Druck, diese Führungsebene wieder schlagkräftig aufzustellen, unverkennbar groß.

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