Formel 1

Red Bull lässt Max Verstappen zuschauen: Weltmeister kommt nicht zum Einsatz

Red Bull lässt Max Verstappen zuschauen: Weltmeister kommt nicht zum Einsatz
ZANDVOORT, NETHERLANDS - AUGUST 20: Max Verstappen of the Netherlands and Oracle Red Bull Racing arrives in the Paddock during previews ahead of the F1 Grand Prix of Netherlands at Circuit Zandvoort on August 20, 2026 in Zandvoort, Netherlands. (Photo by Andy Hone/LAT Images)

Verstappen muss zuschauen: Ersatzmann peitscht Red Bull über den Asphalt von Monza

Freitagnachmittag um halb eins öffnet in Monza die Boxengasse für das erste freie Training – und ausgerechnet der Mann, der dort im vergangenen Jahr die schnellste Runde der Formel-1-Geschichte drehte, bleibt vorerst in der Garage.

Max Verstappen muss zusehen, wie sein RB22 mit jemand anderem am Steuer auf die Strecke geht, und das ausgerechnet auf einem Kurs, den er selbst zu seinen Favoriten zählt.

Der Grund liegt im Reglement verankert, und Verstappen wusste bereits seit Monaten, dass dieser Moment in dieser Saison kommen würde.

Jeder Stammfahrer muss sein Auto zweimal pro Jahr in einem ersten freien Training an einen Rookie abtreten. Auf Teamebene kommt Red Bull damit auf insgesamt vier dieser Einsätze pro Saison.

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Eine Verpflichtung, um die Verstappen nicht herumkam

Für Verstappen ist Monza das erste Mal in diesem Jahr, was bedeutet, dass ihm später in der Saison noch eine weitere Session an der Boxenmauer bevorsteht.

Der Fahrer, der übernimmt, ist Ayumu Iwasa. Der 24-jährige Japaner arbeitet als Reserve- und Entwicklungsfahrer sowohl für Red Bull als auch für Racing Bulls und saß in dieser Saison bereits zweimal an einem Freitag in einem Formel-1-Auto.

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In Barcelona vertrat er bei Red Bull Isack Hadjar, und in Österreich fuhr er für das Schwesterteam. Bereits im vergangenen Jahr in Bahrain durfte er in das Cockpit von Verstappen klettern, weshalb ihm der Sitz nicht fremd ist.

„Ich freue mich sehr, wieder beim Team zu sein, um das FP1 in Monza zu bestreiten. Es war eine großartige Erfahrung, während des Trainings in Barcelona für das Team zu fahren, und eine gute Chance, die neuen Reglements kennenzulernen und mich an sie anzupassen“, so Iwasa über die Teamkanäle von Red Bull.

„Es ist toll, das, was wir in den Simulatorsessions lernen, in die Praxis umzusetzen und zu sehen, wie sich meine Vorbereitung auf der Strecke widerspiegelt.“

Iwasa bildet in der ersten Session ein Gelegenheitsduo mit Liam Lawson. Der Neuseeländer ersetzt nämlich erneut Hadjar, der sich während der Sommerpause beim Training am Handgelenk verletzte und deshalb auch schon den Grand Prix der Niederlande auslassen musste.

Laut Red Bull verläuft seine Genesung zwar ermutigend, doch das Team will kein Risiko eingehen. Yuki Tsunoda übernimmt seinerseits das Racing Bulls-Cockpit von Lawson, womit das Revirement beim österreichischen Konzern komplett ist.

Schöne Erinnerungen und ein Auto, das noch nicht passt

Ab dem zweiten freien Training steigt Verstappen selbst wieder ein. Dann beginnt ein Wochenende, das für ihn mit positiven Erinnerungen behaftet ist. Im vergangenen Jahr holte er in Monza mit jener historischen Fabelrunde die Pole und gewann einen Tag später das Rennen.

Dieser Sieg markierte den Startpunkt einer Aufholjagd, bei der er einen Rückstand von 104 Punkten auf Oscar Piastri fast vollständig wettmachte und erst in Abu Dhabi knapp am Titel vorbeischrammte.

In diesem Jahr stellt sich die Situation anders dar. Verstappen wartet noch immer auf seinen ersten Saisonsieg und belegt in der Meisterschaft mit 112 Punkten den sechsten Rang – mit großem Rückstand auf Spitzenreiter Kimi Antonelli.

In Zandvoort qualifizierte er sich als Siebter und landete in der ersten Runde in den Leitplanken, nachdem er auf einem nassen Fleck in der Arie Luyendijk-Kurve die Kontrolle verloren hatte.

„Es war enttäuschend, dass ich das Rennen in Zandvoort nicht beenden konnte, aber es war trotzdem sehr besonders, die Fans ein letztes Mal an der Strecke zu sehen und ihnen für all die schönen Erinnerungen danken zu können“, sagte Verstappen über die offiziellen Teamkanäle.

„Wir reisen nach einem Reset nach Monza. Es ist schwer vorherzusagen, wie konkurrenzfähig wir dort sein werden. Es gibt ein paar Dinge, an denen wir arbeiten müssen, um näher an das Tempo heranzukommen und sicherzustellen, dass die Balance des Autos stimmt. Monza ist eine meiner Lieblingsstrecken und ich liebe es, dass es ein schneller Old-School-Kurs ist.“

Helmut Marko dämpft jedoch die Erwartungen. „Monza kommt dafür zu früh“, erklärte der österreichische Berater gegenüber oe24.

Laut ihm fehlten Red Bull in Zandvoort noch vier bis fünf Zehntelsekunden auf die Top-Teams. Er sieht Chancen auf ein gutes Ergebnis eher in Austin, Las Vegas oder Mexiko.

Ein großes Update-Paket wird es in diesem Jahr nicht mehr geben, da die Ressourcen größtenteils bereits in das Auto für 2027 fließen.

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