Formel 1

Red Bull baut einen F1-Boliden mit V10-Motor

Red Bull baut einen F1-Boliden mit V10-Motor

Red Bull RB17: Der extremste Hypercar aller Zeiten.

Weltweit erhalten fünfzig Personen die Chance, ein Auto zu fahren, das schneller ist als fast alles, was jemals auf einer Rennstrecke unterwegs war. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen speziell für sie gebauten Formel-1-Boliden, sondern um den Red Bull RB17.

Adrian Newey, das Mastermind hinter den erfolgreichsten Formel-1-Autos der letzten Jahrzehnte, entwarf zuvor bereits den Aston Martin Valkyrie. Dieses Fahrzeug war beeindruckend, stieß jedoch während der Entwicklung an praktische Grenzen.

Red Bull Advanced Technologies bot Newey die Chance, es nach seinen eigenen Vorstellungen umzusetzen. Ohne Reglement, ohne Kompromisse und ohne externe Aufsicht. Das Ergebnis ist der RB17: der Valkyrie, wie er ihm schon immer vorschwebte.

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Das finale Design steht

Die Öffentlichkeit sah das Auto zum ersten Mal im Sommer 2024 beim Goodwood Festival of Speed. Zu diesem Zeitpunkt handelte es sich noch nicht um ein vollständiges Modell, und die aerodynamische Feinabstimmung stand erst am Anfang. Inzwischen hat das Fahrzeug eine Evolution durchlaufen.

Anfang 2026 enthüllte Red Bull das finale Seriendesign, und die Unterschiede sind deutlich erkennbar. Das Auto ist kompakter geworden und verfügt über mehr Belüftungsöffnungen in der Karosserie. Zudem sitzt der Auslass der Abgasanlage höher auf dem Rücken des Fahrzeugs, und es wurden nun auch praktische Elemente wie Scheinwerfer, Scheibenwischer und Außenspiegel integriert.

Der Antriebsstrang ist das Herzstück des RB17. Cosworth liefert einen 4,5-Liter-V10-Saugmotor, der bis zu 15.000 Umdrehungen pro Minute erreicht und über 987 PS leistet. In Kombination mit einem Elektromotor, der 197 PS beisteuert, liegt die Spitzenleistung bei über 1184 PS.

Die Kraftübertragung erfolgt über ein sequenzielles Sechsganggetriebe an die Hinterräder. Der Elektromotor übernimmt dabei die Funktion des Rückwärtsgangs. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 350 km/h.

Red Bull hätte das Drehzahllimit auf 20.000 Touren anheben können, was die Performance weiter gesteigert hätte. Davon wurde bewusst abgesehen. Die zusätzliche Drehzahl hätte zu große Einbußen bei der Zuverlässigkeit und der Alltagstauglichkeit bedeutet.

Das Fahrwerk verfügt über eine aktive Aufhängung mit verstellbarer Aerodynamik. Die Fahrhöhe ist anpassbar, wodurch der Fahrer direkten Einfluss auf die mechanische Balance, die Rollsteifigkeit und das Ausmaß des Ground-Effects hat.

Front- und Heckflügel sind ebenfalls variabel verstellbar. Der maximale Abtrieb beträgt 1700 Kilogramm. Das ist fast das Doppelte des Eigengewichts, da das Zielgewicht bei unter 900 Kilogramm liegt. Das Carbon-Bremssystem ist mit ABS ausgestattet, zudem sind eine Traktionskontrolle und eine hydraulische Servolenkung an Bord.

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Gebaut für jeden, der es sich leisten kann

Der RB17 ist nicht nur für erfahrene Rennfahrer konzipiert. Die aktiven Systeme sind so abgestimmt, dass Fahrer verschiedener Leistungsstufen das Auto bewegen können, ohne sofort in Schwierigkeiten zu geraten.

Das Cockpit bietet Platz für zwei Personen und ist so gestaltet, dass auch Piloten in voller Rennmontur komfortabel sitzen können. Alle Bedienelemente sind physisch und haptisch erlebbar. Auf Touchscreens oder haptische Interfaces wurde vollständig verzichtet, da Red Bull eine direkte Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug schaffen wollte.

Jeder Käufer erhält Zugang zu exklusiven Track-Days weltweit, inklusive professionellem Driver-Coaching und persönlicher Abstimmung des Fahrzeugs. Simulator-Sessions bei Red Bull in Milton Keynes bieten den Besitzern vorab die Möglichkeit, den Boliden kennenzulernen.

Das Auto ist robust genug für den intensiven Einsatz konzipiert und hält einem kompletten 24-Stunden-Rennen ohne zwischenzeitliche Wartung stand.

Der Preis steht offiziell noch nicht fest, aber Red Bull nannte bereits 2022 eine Kalkulation von fünf Millionen Britischen Pfund, zuzüglich Steuern.

Inklusive Steuern ist der RB17 damit auf Anhieb doppelt so teuer wie ein Aston Martin Valkyrie. Damit erhalten der Valkyrie AMR Pro, der Pagani Huayra R und der GMA T.50s eine ernstzunehmende Konkurrenz.

Streckentests sind für dieses Jahr geplant, und es ist gut möglich, dass das Auto im Laufe des Jahres bei einem Grand-Prix-Wochenende auftaucht. Ein Auftritt in Goodwood im Juli wäre als erster öffentlicher Einsatz auf der Strecke ein logischer Schritt.

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