Formel 1

Nervöser Max Verstappen: „Die schießen mich ab, wenn ich so weitermache“

Nervöser Max Verstappen: „Die schießen mich ab, wenn ich so weitermache“

Verstappen schweigt künftig bei Regelfragen: Die Gründe liegen in einem makabren Scherz

Der größte Kritiker des aktuellen Formel-1-Reglements hat angekündigt, dass er aufhören wird zu klagen.

Nicht etwa, weil er seine Meinung geändert hat. Der Grund, den Max Verstappen am Samstag in Spa-Francorchamps selbst nannte, war vielmehr von etwas düsterer Natur und sorgte im Pressesaal für hochgezogene Augenbrauen.

Bevor er dieses Versprechen abgab, ließ der Limburger jedoch noch ein letztes Mal wissen, was er von den Autos der Generation 2026 hält. Dabei bemühte er einen Vergleich, der sogar die legendäre GP2-Schelte von Fernando Alonso aus dem Jahr 2015 in den Schatten stellt.

Der Spanier beschimpfte damals in Suzuka seinen kraftlosen Honda-Motor als GP2-Triebwerk. Verstappen stieg in seiner Charakterisierung noch eine Stufe weiter auf der Motorsport-Leiter herab.

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Härteprüfung

Der Auslöser liegt in der Charakteristik von Spa. Die sieben Kilometer lange Strecke war in dieser Saison eine der härtesten Prüfungen für das neue Motorenreglement.

Durch die langen Geraden und die begrenzte Anzahl an harten Bremszonen können die Autos pro Runde zu wenig elektrische Energie zurückgewinnen. Die Teams setzen den Elektromotor daher fast nur im ersten und dritten Sektor ein, wo die Höchstgeschwindigkeit am meisten bringt. Im kurvigen Mittelteil fahren die Piloten somit größtenteils nur mit dem Verbrennungsmotor.

Was das für das Gefühl hinter dem Lenkrad bedeutet, erklärte Verstappen nach dem Qualifying haargenau.

„Erschießt mich jemand“

„Im größten Teil von Sektor zwei fährst du rein auf dem Motor. Was ist das, 450 bis 500 PS? So in etwa, was mehr oder weniger dem entspricht, was ein Formel-3-Auto hat, aber dann mit F1-Abtrieb.“

„Man kann sich also vorstellen, dass es nicht besonders aufregend zu fahren ist. Aber ich möchte hier ehrlich gesagt nicht wieder herumsitzen und mich beschweren, denn wahrscheinlich erschießt mich jemand, sobald ich zur Tür hinausgehe“, so Verstappen während der Pressekonferenz.

Ganz präzise ist der Vergleich übrigens nicht. Ein Formel-3-Auto leistet offiziell rund 380 PS, während die aktuelle F1-Power-Unit ohne elektrische Unterstützung etwa 540 PS produziert.

Der Kern seiner Botschaft blieb jedoch vollumfänglich bestehen, und Verstappen stand mit seinem Urteil keineswegs alleine da. Lando Norris stellte bereits vor dem Wochenende fest, dass sich die Autos in den Kurven von Spa wie Formel-4-Material anfühlen.

Oscar Piastri legte nach dem Qualifying in Bezug auf die einst gefürchtete Pouhon noch einen drauf. „Es ist wahrscheinlich passender, es als Knick in der Geraden zu bezeichnen, denn eine Kurve ist es nicht mehr“, so der Australier.

Mentale Anpassung

Carlos Sainz wollte den Sport nach eigenen Aussagen nicht diskreditieren, gab aber zu, dass niemand mehr so viel Spaß an einer Qualifying-Runde hat wie im letzten Jahr.

„Wie ich schon sagte, ich passe mich mental einfach darauf an und versuche, das Maximum herauszuholen, auch wenn das nicht die Formel 1 ist, die ich liebe. Ich kann mich auch zu Hause hinsetzen und gar nichts fahren, aber damit ist auch niemandem geholfen. Also gebe ich einfach mein Bestes“, erklärte Verstappen.

Ob er damit zwischen den Zeilen etwas über seine Zukunft im Sport preisgab, bleibt Spekulation.

Fest steht jedoch, dass die FIA für 2027 und 2028 bereits Anpassungen am Reglement angekündigt hat. Bis dahin beißt der vierfache Weltmeister also die Zähne zusammen. Zumindest ist das das Versprechen.

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