Formel 1 Michael Schumacher erhielt bei seinem F1-Comeback bei Mercedes nie eine faire Chance Von A. Schenk 26. Juni 2026 David Coulthard F1-News Ferrari Formel 1 Michael Schumacher Trotz sieben Weltmeistertiteln: Um Michael Schumacher rankt sich noch immer die große „Was-wäre-wenn“-Frage. Die Rückkehr von Michael Schumacher in die Formel 1 bleibt eines der meistdiskutierten Kapitel des modernen Motorsports. Als der siebenmalige Weltmeister Ende 2009 entschied, seinen Rücktritt vom Rücktritt zu erklären und für Mercedes an den Start zu gehen, waren die Erwartungen astronomisch hoch. Der Deutsche hatte zwischen 2000 und 2004 fünf WM-Titel in Folge mit Ferrari gewonnen und galt weithin als einer der größten Piloten aller Zeiten. Sein Comeback zwischen 2010 und 2012 brachte jedoch keine Siege und lediglich einen Podestplatz ein. Laut dem ehemaligen Formule 1-Piloten David Coulthard erzählt diese Geschichte jedoch nicht die ganze Wahrheit. Im Gespräch mit der Sport Bild stellt Coulthard fest, dass Schumacher schlichtweg nicht über das Material verfügte, um erneut um Siege zu kämpfen. „Michael und Ferrari waren ein Phänomen, niemand wagte es, sie zu kritisieren. Michael war unantastbar, ein Gott.“ Lies auch: FIA bestätigt offizielles Ergebnis des Österreich-GP nach Zeitstrafen-Flut Schumacher fehlte das Material „Nachdem er für Mercedes aus dem Ruhestand zurückgekehrt war, blieben die Erwartungen unvermindert hoch.“ „Aber er hatte gar nicht die Chance, diese einzulösen. Das Auto war zu langsam und das Team befand sich noch auf dem Weg an die Spitze.“ Diese Worte rücken die Mercedes-Jahre von Schumacher in ein anderes Licht. Mercedes hatte 2010 zwar das erfolgreiche Brawn GP-Team übernommen, doch das Werksteam stand noch am Anfang eines umfassenden Aufbauprozesses. Brawn GP war 2009 überraschend Weltmeister mit Jenson Button geworden, dank eines innovativen Doppeldiffusors. Doch nachdem Mercedes das Team übernahm, änderte sich die komplette Organisation. Neue Investitionen sollten die Basis für langfristigen Erfolg legen, doch dieser Prozess dauerte mehrere Jahre. Artikel geht weiter unter dem Bild. Während der drei Saisons, in denen Schumacher für Mercedes fuhr, hielt sich der Erfolg in Grenzen. Das Team holte in diesem Zeitraum nur einen einzigen Grand Prix-Sieg, den Nico Rosberg 2012 beim Großen Preis von China einfuhr. Schumacher selbst war in jener Saison nah an einem Sieg dran: In Monaco fuhr er die schnellste Qualifikationsrunde, durfte aber wegen einer zuvor kassierten Grid-Strafe nicht von der Pole Position starten. Damit verstrich seine wohl beste Chance auf einen Sieg. Coulthard findet, dass Schumacher damals zu hart beurteilt wurde. „Dennoch wurden sofort kritische Stimmen laut. Das hat der Formel 1 geschadet. Die Stimmung war negativ.“ Nach Ansicht des Schotten vergaßen viele Menschen, dass selbst der beste Fahrer vom Material abhängig bleibt. In der Formel 1 bestimmt das Auto maßgeblich das Endergebnis. Ein Weltmeister kann den Unterschied ausmachen, aber ohne ein konkurrenzfähiges Auto sind Siege nahezu unmöglich. Der Vergleich mit Schumachers dominanter Ferrari-Ära ist dabei unvermeidlich. Zwischen 2000 und 2004 gewann er fünf Titel in Folge, während Ferrari zum absoluten Referenzpunkt im Sport aufstieg. Diese Dominanz wurde damals auch kritisiert, da die Rennen regelmäßig vorhersehbar wurden – dennoch blieb das Interesse an Schumacher enorm. „Aber die Leute waren fasziniert“, so Coulthard. Bei Mercedes fehlte diese Magie. Nicht unbedingt, weil Schumacher sein Talent komplett verloren hatte, sondern weil er nicht mehr über ein Auto verfügte, mit dem er dauerhaft an der Spitze mitmischen konnte. Interessanterweise berühren Coulthards Anmerkungen auch die aktuelle Situation von Lewis Hamilton. Der Brite vollzog im vergangenen Jahr den Wechsel von Mercedes zu Ferrari und erlebte anfangs ebenfalls eine schwierige Phase. Inzwischen hat sich Hamilton an sein neues Umfeld angepasst und feierte in Barcelona seinen ersten Sieg für den italienischen Rennstall. „Ein Lewis, der gewinnt, wird für die Rennserie immer besser sein als ein Lewis, der verliert“, sagt Coulthard. Laut ihm gibt es jedoch einen wichtigen Unterschied zwischen beiden Karrieren: Hamilton wechselte zu einem Ferrari-Team, das bereits um Siege mitspielte, während Schumacher bei einem Mercedes-Team landete, das sich erst noch selbst finden musste. Das zeigt sich auch in dem, was nach Schumachers Abschied geschah. Ab 2014 begann Mercedes eine beispiellose Phase der Dominanz. Mit der Einführung der V6-Turbo-Hybride erwies sich die Antriebseinheit von Mercedes als das mit Abstand stärkste Aggregat im Feld. Lewis Hamilton und Nico Rosberg kämpften jahrelang untereinander um den WM-Titel, während Mercedes zwischen 2014 und 2021 acht Konstrukteurstitel in Folge feierte. Hamilton holte in dieser Zeit sechs seiner sieben Weltmeisterschaften. Genau deshalb bleibt die Frage offen, was Schumacher hätte erreichen können, wenn er einige Jahre später eingestiegen wäre. Seine Erfahrung spielte zudem eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Teams. Sowohl Teamchef Toto Wolff als auch der ehemalige technische Direktor Ross Brawn haben in der Vergangenheit mehrfach betont, dass Schumacher hinter den Kulissen einen wesentlichen Beitrag zur professionellen Struktur geleistet hat, die später das Fundament für die Erfolge von Mercedes bildete. Ob Schumacher in einem dominanten Mercedes erneut Weltmeister geworden wäre, lässt sich nie mit Sicherheit sagen. Auch sein Alter spielte eine Rolle, und Nico Rosberg schlug ihn in den meisten teaminternen Statistiken. Dennoch sind viele Experten der Meinung, dass sein Comeback oft zu einseitig nur basierend auf den Resultaten bewertet wird. Coulthard sieht darin vor allem eine verpasste Chance – nicht, weil Schumacher als Fahrer versagte, sondern weil seine Rückkehr in eine Ära fiel, in der Mercedes schlichtweg noch kein Auto hatte, das um die Meisterschaft kämpfen konnte. Erst nachdem Schumacher sich verabschiedet hatte, entwickelte sich das Team zu jener dominierenden Kraft, die über Jahre die Formel 1 beherrschte. Daher bleibt seine Mercedes-Zeit ein Kapitel voller unbeantworteter Fragen und eine Erinnerung daran, was unter anderen Umständen hätte sein können. Lies auch: Max Verstappen urteilt über großes Red Bull-Update und überrascht die Fans Lies auch: Eine falsche Entscheidung und das Campingzelt wird zur Sauna Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? 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