Formel 1

Michael Schumacher besaß eine Eigenschaft, die Kimi Antonelli noch fehlt

Michael Schumacher besaß eine Eigenschaft, die Kimi Antonelli noch fehlt
BARCELONA, SPAIN - JUNE 14: Andrea Kimi Antonelli of Italy and Mercedes AMG Petronas F1 Team looks on from the grid during the F1 Grand Prix of Barcelona-Catalunya at Circuit de Barcelona-Catalunya on June 14, 2026 in Barcelona, Spain. (Photo by Kym Illman/Getty Images)

Kimi Antonelli hat das Zeug zum Weltmeister – doch Silverstone offenbarte eine Schwäche, an der er noch arbeiten muss.

Kimi Antonelli startete das Wochenende in Großbritannien noch mit einem komfortablen Vorsprung von 40 Punkten auf seinen Teamkollegen George Russell, doch dieser Vorsprung ist mittlerweile auf 25 Zähler geschmolzen.

Der Grund dafür lag nicht an einem enttäuschenden Qualifying, denn der Italiener startete standesgemäß von der Pole-Position und entschied am Samstag sogar das Sprintrennen für sich.

Im Hauptrennen sah es lange Zeit nach einem weiteren Sieg für Antonelli aus, bis eine gebrochene Radabdeckung vorne links ihm einen Strich durch die Rechnung machte.

Zwei zusätzliche Boxenstopps waren nötig, um das Problem zu beheben. In der Folge fiel der Youngster aus den Punkterängen zurück und überquerte das Ziel letztlich nur als Sechzehnter.

Mercedes hat inzwischen mitgeteilt, keinen Einspruch gegen die Fünf-Sekunden-Strafe einzulegen, die Antonelli wegen des Überschreitens der Track-Limits erhielt, obwohl das Team einräumte, dass der Fahrer angesichts des schwer fahrbaren Autos kaum Handlungsspielraum hatte.

Es war bereits das zweite Mal in dieser Saison, dass Antonelli nach einer aussichtsreichen Position mit leeren Händen dastand. Zuvor war ihm bereits in Barcelona ein zweiter Platz durch einen technischen Defekt entgangen.

Für den ehemaligen Teamchef Otmar Szafnauer verdeutlicht das Wochenende vor allem eine Fähigkeit, in der der junge Mercedes-Pilot noch wachsen muss: ein beschädigtes Auto sicher nach Hause zu bringen.

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Szafnauer zieht Vergleich zu Schumacher

Im Podcast High Performance Racing wurde Szafnauer gefragt, ob Fahrer wie Max Verstappen oder Lewis Hamilton mit dem Schaden in Silverstone besser umgegangen wären als Antonelli. Seiner Meinung nach hätten sich beide Veteranen in einer solchen Situation angepasst. Er fügte hinzu, dass derartige Momente schlichtweg zur Entwicklung eines jungen Fahrers dazugehören.

Dennoch nannte er einen Namen, der in seinen Augen in dieser Disziplin alles überragte. Michael Schumacher war laut dem US-Amerikaner mit rumänischen Wurzeln ein wahrer Meister darin, ein angeschlagenes Auto im Rennen zu halten, ungeachtet der Umstände.

„Ich kann Ihnen sagen, dass Michael Schumacher ein Genie darin war, das Auto ins Ziel zu bringen“, so Szafnauer. Er veranschaulichte dies mit einem konkreten Beispiel aus der Vergangenheit des Rekordweltmeisters. „Es spielte keine Rolle – ich meine, es gab Rennen, in denen ihm nur noch der fünfte Gang zur Verfügung stand, und er brachte den Wagen trotzdem ins Ziel. Er war wirklich, wirklich gut“, fügte er hinzu.

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Lernprozess für den jungen Tabellenführer

Szafnauer betonte weiter, dass nicht jeder Fahrer von Natur aus über dieses Talent verfügt und manche es im Laufe ihrer Karriere erst entwickeln müssen. Dabei ließ er kaum Zweifel daran, wo er Antonelli in dieser Entwicklung aktuell einordnet.

„Ich sage nicht, dass Kimi es nicht kann, aber es ist vielleicht etwas, das er in Zukunft noch lernen muss“, stellte er fest. Wer diese Fähigkeit erst einmal beherrscht, verfügt laut dem Ex-Teamchef über eine zusätzliche Waffe, die bei der Jagd nach Weltmeisterschaften unverzichtbar ist.

Trotz des Rückschlags in England liegt Antonelli weiterhin souverän an der Spitze der Meisterschaft. Der Vorsprung auf Russell ist zwar deutlich geschrumpft, doch bei der noch verbleibenden Saisondauer hat der junge Italiener genügend Zeit, die Lehren aus Silverstone in der Praxis umzusetzen.

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