Formel 1

Mercedes erwägt Stallregie: „Das hat uns den Sieg gekostet“

Mercedes erwägt Stallregie: „Das hat uns den Sieg gekostet“
AUSTIN, TEXAS - OCTOBER 17: Toto Wolff, Executive Director of Mercedes AMG Petronas F1 Team in the Team Principals Press Conference prior to Sprint Qualifying ahead of the F1 Grand Prix of United States at Circuit of The Americas on October 17, 2025 in Austin, Texas. (Photo by Bryn Lennon/Getty Images)

Zwei Fahrer, ein dominantes Auto und Lewis Hamiltons Triumph in Barcelona: Stalldorder im Fokus

Mercedes erwägt zum ersten Mal in dieser Saison den aktiven Einsatz von Stallregie, nachdem Lewis Hamilton in Barcelona den ersten Saisonsieg für ein Team außerhalb von Mercedes eingefahren hat.

Der Sieg des Ferrari-Piloten hat laut Teamchef Toto Wolff deutlich gemacht, dass die Meisterschaft in eine neue Phase eintritt, in der teaminterne Duelle wertvolle Punkte kosten können.

Hamilton überraschte beim Grand Prix von Spanien, indem er optimal von einer alternativen Reifenstrategie und einer günstig getimten Virtual-Safety-Car-Phase profitierte.

Nachdem der siebenfache Weltmeister die Führung übernommen hatte, erwies sich seine Pace als extrem stark. Er setzte sich in der Folge überzeugend von den Mercedes-Piloten George Russell und Kimi Antonelli ab, doch für Mercedes war vor allem das Duell der eigenen Fahrer ein wunder Punkt.

Milliarden-Offerte: Investoren bieten 3 Milliarden Dollar für dieses F1-Team

Lies auch: Milliarden-Offerte: Investoren bieten 3 Milliarden Dollar für dieses F1-Team

Vor allem das teaminterne Duell als Problem

Russell und Antonelli lieferten sich über mehrere Runden einen intensiven Positionskampf. Laut Wolff verloren beide Piloten dadurch zusammengerechnet zwischen vier und sechs Sekunden auf Hamilton – Zeit, die sich letztlich als entscheidend herausstellte, als das Virtual Safety Car die strategischen Karten neu mischte.

„Heute haben wir unsere Fahrer frei fahren lassen, wie wir es immer tun, aber vielleicht hat uns das den Sieg gekostet“, erklärte Wolff nach dem Rennen.

„Das ist etwas, das wir mit den Fahrern besprechen müssen.“

„Wie geht man mit einer Situation um, in der man nicht nur gegeneinander kämpft, sondern auch gegen einen externen Konkurrenten um den Sieg?“

Antonelli konnte Russell zunächst zwar überholen und lag auf Kurs zu Platz zwei. Sein Rennen endete jedoch vorzeitig aufgrund eines Problems mit der Power Unit, wodurch Russell schließlich auf die zweite Position hinter Hamilton vorrückte.

Artikel geht weiter unter dem Bild.

Laut Wolff bedeutet das Erstarken von Ferrari als ernsthafter Herausforderer, dass Mercedes seinen Ansatz möglicherweise überdenken muss. Bisher konnte es sich das Team erlauben, beide Fahrer komplett frei fahren zu lassen, da die Konkurrenz oft nicht in der Lage war, das Tempo von Mercedes mitzugehen.

Der Sieg von Hamilton zeigt jedoch, dass sich diese Situation geändert hat. Der Österreicher betont, dass eventuelle Teamorders nicht einseitig verordnet werden sollen.

„Wir werden das gemeinsam mit den Fahrern besprechen, und es geht nicht darum, ihnen die Freiheit zu nehmen“, bekräftigt Wolff.

„Sondern darum, Situationen zu verstehen, in denen man Gefahr läuft, einen Sieg zu verlieren, weil man sich gegenseitig zu viel Zeit kostet.“

Die neue Situation hat auch Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft, da sich Hamilton nach seinem Sieg eindrucksvoll im Titelkampf zurückgemeldet hat. Der Ferrari-Pilot liegt derzeit 41 Punkte hinter dem WM-Spitzenreiter Antonelli, hat aber inzwischen einen Vorsprung von neun Punkten auf Russell aufgebaut.

Damit ist der Kampf um den WM-Titel keine rein interne Mercedes-Angelegenheit mehr. Wolff räumt ein, dass diese Entwicklung neue strategische Überlegungen erfordert.

„Es ist nun eine dritte Partei sowohl in die Fahrer- als auch in die Konstrukteursmeisterschaft involviert. Das verändert die Dynamik.“

„Wir müssen intern besprechen, wie wir mit Situationen umgehen, in denen unsere Fahrer sich gegenseitig aufhalten könnten, während ein Konkurrent davon profitiert.“

Der Grand Prix von Spanien könnte sich daher im Nachhinein als wichtiger Wendepunkt erweisen. Nicht nur, weil Hamilton Ferrari den ersten Saisonsieg bescherte, sondern auch, weil Mercedes nun ernsthaft über einen Kurswechsel bei der Freigabe des Rennduells seiner beiden Piloten nachdenkt.

Ob dies tatsächlich zu Stallregie bei den kommenden Rennen führt, wird wahrscheinlich davon abhängen, wie nah Ferrari in den nächsten Wochen an Mercedes dranbleiben kann.

Hiobsbotschaft für Red Bull und Max Verstappen

Lies auch: Hiobsbotschaft für Red Bull und Max Verstappen

Nach Belgien-GP: Zwei F1-Piloten fliegen gemeinsam mit Fans in easyJet-Maschine zurück

Lies auch: Nach Belgien-GP: Zwei F1-Piloten fliegen gemeinsam mit Fans in easyJet-Maschine zurück

Neueste Nachrichten

Mehr Nachrichten lesen