Formel 1

Mercedes enthüllt Patzer: George Russell verliert wertvolle Zähler im Titelkampf

Mercedes enthüllt Patzer: George Russell verliert wertvolle Zähler im Titelkampf
George Russell of United Kingdom driver of the F1 race car No63, the Mercedes W16 for the MercedesAMG Petronas Formula One Team, during a press conference after the Formula One Lenovo Hungarian Grand Prix 2025 race at the circuit Hungaroring in Mogyorod near Budapest, Hungary on August3,2025. (Photo by Nicolas Economou/NurPhoto via Getty Images)

George Russell macht in Barcelona fast alles richtig und bleibt dennoch mit einem bitteren Beigeschmack zurück.

Der Brite sicherte sich die Pole-Position und führte das Rennen lange Zeit souverän an, musste den Sieg am Ende jedoch Ferrari-Pilot Lewis Hamilton überlassen. Ein eigener Fehler von Mercedes an der Boxenmauer war maßgeblich für dieses enttäuschende Ende verantwortlich.

Ab der Mitte des Rennens klagte Russell zunehmend über Untersteuern und steigenden Reifenverschleiß. Das Team wollte dieses Problem beim letzten Boxenstopp beheben, indem der Frontflügel steiler gestellt wurde, um mehr Grip an der Vorderachse zu generieren.

Doch genau in diesem Moment ging etwas schief. Das Werkzeug, mit dem der Winkel des Flügels verstellt wird, hakte, wodurch die Abstimmung fehlerhaft ausfiel.

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Frontflügel falsch eingestellt

Vice-Teamchef Bradley Lord zeigte sich in der Rennanalyse von Mercedes selbstkritisch.

„Es war großartig zu sehen, wie George nach einigen schwierigen Ergebnissen in den letzten Grands Prix wieder zu seiner Bestform zurückfand, mit der Pole und dem Kampf um den Sieg. Das gelang ihm trotz der Tatsache, dass wir bei unserem letzten Boxenstopp den Frontflügel aufgrund eines Problems mit dem Verstellwerkzeug unbeabsichtigt falsch eingestellt haben. Dadurch war er mit einem Auto unterwegs, das stark übersteuerte, was sein Tempo in der Schlussphase definitiv beeinträchtigt hat,“ so Lord.

„Es war zweifellos ein Meilenstein-Wochenende für George und auch für das Team. Am Samstag bestritt er seinen hundertsten Grand Prix für Mercedes, holte seine zehnte Pole-Position seiner Karriere und am Sonntag zudem sein 26. Podium für den Rennstall,“ ergänzte der Mercedes-Verantwortliche.

Aufgrund der Balanceprobleme verlor Russell in der Endphase so viel Boden, dass Teamkollege Kimi Antonelli ihn auf der Strecke überholte. Ein weiterer Rückfall drohte, doch der junge Italiener rollte kurz darauf mit einem elektrischen Defekt aus.

Dieser Ausfall spielte George Russell in die Karten. Er rettete so den zweiten Platz ins Ziel und verkürzte den Rückstand auf den WM-Führenden um 18 Punkte. In der Meisterschaft belegt er nun Rang drei mit 50 Punkten Rückstand auf Antonelli. Bemerkenswert ist, dass auch Hamilton in diesem Jahr trotz seines Wechsels zu Ferrari mehr Punkte als Russell gesammelt hat.

Der Sieg von Hamilton ließ bei Mercedes derweil die Alarmglocken schrillen. Toto Wolff beobachtete, dass das teaminterne Duell zwischen Russell und Antonelli dem Ferrari-Piloten direkt in die Hände spielte.

Teamorder

Nach Einschätzung des Teamchefs verlor sein Team dadurch etwa sechs Sekunden auf Hamilton. Der Österreicher schließt eine Teamorder für die kommenden Rennen daher nicht mehr aus.

„Das ist etwas, das wir uns für zukünftige Rennen ansehen müssen, sobald ein weiterer Konkurrent ins Spiel kommt. Wenn sie untereinander kämpfen, ist das völlig in Ordnung und kann sehr sportlich sein, aber wenn man gegen ein anderes Auto kämpft, muss man den schnelleren Fahrer manchmal vorbeilassen,“ erklärte Wolff.

Bisher ließ Mercedes seine Fahrer bewusst frei gegeneinander fahren. Solange die Silberpfeile deutlich schneller als der Rest des Feldes waren, war dies ohne großes Risiko möglich.

„George hatte einen unglaublichen Start in das Rennen. Es sah so aus, als ob alle hinter ihm stehen geblieben wären. Danach fiel seine Pace ab und in den anderen beiden Stints hatte Kimi eindeutig den Vorteil. Wir haben uns nicht in ihren Zweikampf eingemischt, weil wir das Rennen schon immer so angegangen sind,“ so Wolff.

„Aber es ist eine Situation, die wir uns für die Zukunft mit beiden Fahrern ansehen müssen. Wie gehen wir mit einem Geschwindigkeitsunterschied um, wenn wir um den Sieg kämpfen und Gefahr laufen, diesen zu verspielen? Das wird eine interessante Diskussion. Aber immer völlig transparent und im Sinne des Teams,“ sagte Wolff.

Für Russell sind diese Aussichten wenig beruhigend. Im Titelkampf liegt er weit hinter seinem jungen Teamkollegen zurück – bei einer Entscheidung zwischen beiden Fahrern wäre die Logik einer Teamorder daher eindeutig.

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