Formel 1

McLaren-Boss will Toto Wolff ausbremsen: „Nicht gesund“

McLaren-Boss will Toto Wolff ausbremsen: „Nicht gesund“
SHANGHAI, CHINA - MARCH 23: Toto Wolff, Executive Director of Mercedes AMG Petronas F1 Team and Zak Brown, Chief Executive Officer of McLaren talk in the Paddock prior to the F1 Grand Prix of China at Shanghai International Circuit on March 23, 2025 in Shanghai, China. (Photo by Rudy Carezzevoli/Getty Images)

Zak Brown warnt: Fans könnten sich von der Formel 1 abwenden

McLaren-Boss Zak Brown ist bereits seit geraumer Zeit ein erklärter Gegner von Kooperationen in der Formel 1, bei denen ein Eigentümer mehrere Teams besitzt. Angesichts der kursierenden Gerüchte über ein mögliches Investment von Mercedes bei Alpine verschafft er seiner Meinung nun erneut Gehör.

Konkret geht es um einen Anteil von 24 Prozent an Alpine, der sich derzeit im Besitz des US-Investmentkonsortiums Otro Capital befindet.

Mercedes, derzeit Motorenlieferant von McLaren, soll Interesse an diesem Aktienpaket bekundet haben. Brown stellt dieses Vorhaben entschieden infrage und warnt vor den Konsequenzen, die ein solches Konstrukt für die Glaubwürdigkeit des Sports haben könnte.

„Ich denke, das wäre ein Fehler für den Sport“, so Brown.

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Zak Brown äußerte dieselben Bedenken bereits gegenüber Red Bull

Schon im Jahr 2024 sprach sich Brown gegen das Modell aus, bei dem Red Bull Eigentümer von zwei Teams ist. Konkret bezog er sich damals auf den Moment, als Daniel Ricciardo, damals im Dienst von AlphaTauri, ihm beim Großen Preis von Singapur den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde wegschnappte.

Dieser Punkt ging an einen Fahrer, der nicht um den Sieg kämpfte, seinem Schwesterteam damit aber einen wertvollen Dienst erwies.

Neben diesem Vorfall führte Brown auch die Thematik des „rosa Mercedes“ von Racing Point an. In der Saison 2020 sorgte der Bolide von Racing Point für großes Aufsehen, da das Design dem des Mercedes zu stark ähnelte.

Die FIA verhängte schließlich eine Geldstrafe, ließ das Design jedoch weitgehend unangetastet. Seitdem gab es zudem mehrfache Diskussionen über Mitarbeiter, die von einem Team zum befreundeten Partnerteam wechselten.

„Wir haben gesehen, wie sich das auf der Strecke ausgewirkt hat, als Ricciardo uns in Singapur den Punkt für die schnellste Runde weggenommen hat, um dem anderen Team zu helfen. Wir haben IP-Verletzungen bei den Bremsbelüftungen von Racing Point gesehen.“

„Wir haben gesehen, wie Mitarbeiter von heute auf morgen gewechselt sind, wobei wir manchmal warten oder finanzielle Deals abschließen mussten, die uns dann beim Budget Deckel in Bedrängnis bringen. Wir haben gesehen, wie Ferrari und Haas Personal hin- und herschieben, und wir wissen, dass beim geistigen Eigentum vieles in den Köpfen der Leute gespeichert ist“, erklärt Brown.

Muss Red Bull langfristig ein Team abstoßen?

Auffallend ist, dass im Rahmen der Verhandlungen über das neue Concorde Agreement bereits darüber diskutiert wurde, ob Red Bull langfristig eines seiner beiden Teams veräußern muss.

Brown räumt ein, dass Red Bull in einer anderen Position ist als ein völlig neues A/B-Team, das heute gegründet würde. Der US-Amerikaner betont, dass er den Beitrag von Red Bull für den Sport schätzt, zieht aber gleichzeitig eine klare Linie, was die weitere Ausbreitung solcher Konstrukte betrifft.

„Im Concorde Agreement wurde darüber gesprochen, ob eines der Red Bull-Teams auf lange Sicht verkauft werden müsste. Aber ich habe auch großen Respekt davor, was sie für den Sport getan haben und wie das in der fernen Vergangenheit entstanden ist. Solange es also vernünftig gemanagt und überwacht wird, ist die Situation bei Red Bull akzeptabel. Aber noch mehr davon hinzuzufügen, über eine weitere Allianz, wäre meiner Meinung nach ein Fehler für den Sport“, so Brown.

Man stelle sich vor, zwei Vereine in der Premier League hätten denselben Eigentümer und einer von beiden würde absteigen, wenn er verliert, während der andere sich diese Niederlage leisten kann.

Der Ausgang eines solchen Spiels wäre von vornherein verdächtig. Die Fans würden das durchschauen und das Vertrauen in den Wettbewerb verlieren. Genau dieses Szenario droht laut Brown auch in der Formel 1, wenn Eigentumsstrukturen weiter verschwimmen und Teams nicht mehr völlig unabhängig voneinander agieren.

„Können Sie sich ein Spiel in der Premier League vorstellen, bei dem zwei Teams derselben Gruppe gehören, wobei das eine absteigt, wenn es verliert, und das andere sich die Niederlage erlauben kann? Das ist das Risiko, das wir eingehen. Ich denke daher, dass Motorenhersteller als Zulieferer das Maximum dessen sind, was wir erlauben sollten“, stellt Brown klar.

Brown befürchtet, dass sich die Fans von der Formel 1 abwenden könnten, wenn sie das Gefühl bekommen, dass nicht alle elf Teams völlig unabhängig voneinander Rennen fahren. Dieses Vertrauen ist seiner Meinung nach das Fundament für die Popularität des Sports und, wenn es erst einmal beschädigt ist, nur schwer wiederherzustellen. Angesichts der Rekord-Zuschauerzahlen und der wachsenden Fangemeinde in Nordamerika steht aus seiner Sicht viel auf dem Spiel.

„Das gilt für alle. Egal ob A/B-Teams oder Miteigentümerschaft, völlig ungeachtet dessen, wer es ist: Ich lehne es ab“, so Brown abschließend.

Ob die Formel 1 eine weitere Konsolidierung der Eigentumsverhältnisse zulässt, hängt davon ab, was die Teams und die FIA in den kommenden Monaten im Rahmen der laufenden Gespräche über das sportliche Reglement entscheiden.

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