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Max Verstappen zur Mäßigung aufgerufen: „Respektiere das“

Max Verstappen zur Mäßigung aufgerufen: „Respektiere das“
Red Bull driver Max Verstappen during a press conference on day one of Formula One Aramco Pre-Season Testing at the Bahrain International Circuit, Sakhir. Picture date: Wednesday February 18, 2026. (Photo by Bradley Collyer/PA Images via Getty Images)

Verstappen-Kritik: Formule 1-CEO Stefano Domenicali reagiert auf deutliche Worte des Weltmeisters

Verstappens Frustrationen über das neue Reglement für 2026 sind längst bekannt, doch nun hat sich auch Formel-1-CEO Stefano Domenicali öffentlich zu der Situation geäußert.

„Er ist der beste Fahrer, ein Weltmeister, ein mehrfacher Weltmeister. Seine Stimme muss gehört werden,” so Domenicali gegenüber Autosport.

Der F1-Chef räumt ein, dass es bereits zahlreiche Gespräche mit Verstappen gegeben habe und diese konstruktiv verlaufen seien. Dennoch lässt er durchblicken, dass es Grenzen dabei gibt, wie Kritik geäußert werden darf.

„Wir haben sehr oft mit Max gesprochen. Wir verstehen uns: Ich verstehe seine Anmerkungen und er versteht das große Ganze. Erst kürzlich war er bei einem Meeting dabei, in dem er gerne Vorschläge einbrachte. Ich möchte nicht in die Falle tappen, eine Feindseligkeit zu kreieren, denn so bin ich nicht. Das ist nicht die Art und Weise, wie wir das angehen wollen.”

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Vorfälle vermeiden

„Er weiß, dass seine Stimme Gewicht hat, und er muss dieses Gewicht respektieren. Manchmal können Leute das falsch verstehen, und das müssen wir vermeiden,” so Domenicali.

Die neuen Power Units setzen auf eine fast ausgeglichene 50/50-Verteilung zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Leistung. Die Fahrer sind dadurch gezwungen, am Ende der Geraden Gas wegzunehmen, um elektrische Energie über das sogenannte Super Clipping zurückzugewinnen.

Der Niederländer bezeichnete die neuen Autos zuvor als „Anti-Racing” und verglich sie mit der „Formel E auf Steroiden.”

Diese Frustration schlug nach Japan in offene Zweifel an seiner Zukunft im Sport um. In seinen eigenen Worten klang Verstappen düster.

„Privat bin ich sehr glücklich. Man wartet auch auf 24 Rennen. Dieses Mal sind es 22. Aber normalerweise 24. Und dann denkt man einfach: Ist es das wert? Oder genieße ich es mehr, bei meiner Familie zu Hause zu sein? Mehr Freunde zu sehen, wenn man seinen Sport nicht genießt?”

„Ich kann es gut akzeptieren, auf P7 oder P8 zu liegen. Denn ich weiß auch, dass man nicht immer dominieren kann oder Erster oder Zweiter sein kann oder was auch immer, oder jedes Wochenende um ein Podium kämpfen kann. Da bin ich realistisch und habe das früher schon erlebt. Ich habe in der F1 nicht nur gewonnen.”

„Aber gleichzeitig, wenn man auf P7 oder P8 liegt und man die ganze Formel dahinter nicht genießt, fühlt sich das für einen Rennfahrer nicht natürlich an. Natürlich versuche ich mich anzupassen, aber es ist nicht schön, wie man fahren muss. Es ist echtes Anti-Fahren. An einem gewissen Punkt, ja, ist es einfach nicht das, was ich tun möchte.”

„Und natürlich kann man es sich ansehen und sagen: Du verdienst viel Geld. Großartig. Aber am Ende geht es nicht mehr um Geld, denn das hier war immer meine Passion.”

Verstappen belegt derzeit den neunten Platz in der Weltmeisterschaft. Er hat einen Vertrag bei Red Bull bis Ende 2028 im Wert von zirka 57 Millionen Euro pro Jahr, doch es ist bekannt, dass er einen vorzeitigen Abschied erwirken kann, wenn er vor der Sommerpause nicht unter den Top Zwei der Meisterschaft steht. Aktuell beträgt sein Rückstand auf den zweiten Platz über 51 Punkte.

Die FIA und die Formel 1 arbeiten mittlerweile an möglichen Anpassungen des Reglements. Am 20. April kommen die Teamchefs zusammen, um über konkrete Änderungen zu beraten.

Dieses Meeting folgt auf eine technische Besprechung, die bereits zuvor stattfand. Die Anpassungen konzentrieren sich vor allem auf das Energiemanagement und die Sicherheitsprobleme, die durch große Geschwindigkeitsunterschiede zwischen Autos entstehen, die Energie regenerieren, und Autos, die Energie verbrauchen.

Dass diese Tempodifferenzen gefährlich sein können, zeigte sich beim Grand Prix von Japan, wo der Beinahe-Crash zwischen Ollie Bearman und Franco Colapinto direkt aus dem unterschiedlichen Energiestatus der beiden Autos resultierte.

Domenicali versucht die Gemüter zu beruhigen, gibt aber auch eine deutliche Botschaft an alle Fahrer mit auf den Weg.

„Vergesst nicht, dass alles, was wir tun, aus gemeinsamen Entscheidungen resultiert. Habt Respekt vor dem Sport, der uns allen eine enorme Chance gegeben hat zu wachsen, viel Geld zu verdienen und eine Persönlichkeit auf Weltniveau aufzubauen,” so der Italiener.

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Gleichzeitig verweist Domenicali auf die positiven Zahlen, die das neue Reglement hervorgebracht hat. Die ersten drei Rennen des Jahres 2026 in Australien, China und Japan waren allesamt ausverkauft, und die TV-Einschaltquoten sind in den größten Märkten im Vergleich zur Vorsaison um durchschnittlich 25 Prozent gestiegen.

Verstappen nimmt derweil immer häufiger an GT3-Rennen teil und zeigt verstärkt Interesse am Langstreckensport. Domenicali glaubt jedoch nicht, dass dies langfristig eine echte Alternative zur Formel 1 darstellt.

„In Italien sagen wir: Die Leute denken immer, dass das Gras beim Nachbarn grüner ist. Aber wenn man erst einmal dort ist, denkt man: Oh Gott, das ist es ganz und gar nicht,” so der F1-Boss.

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