Formel 1

Kurz vor GP von Belgien: FIA belegt Top-Fahrer mit Startplatzstrafe von 10 Plätzen

Kurz vor GP von Belgien: FIA belegt Top-Fahrer mit Startplatzstrafe von 10 Plätzen
SPA, BELGIUM - AUGUST 25: Fans watch as Daniel Ricciardo of Australia driving the (3) Aston Martin Red Bull Racing RB14 TAG Heuer leads Fernando Alonso of Spain driving the (14) McLaren F1 Team MCL33 Renault on track during qualifying for the Formula One Grand Prix of Belgium at Circuit de Spa-Francorchamps on August 25, 2018 in Spa, Belgium. (Photo by Charles Coates/Getty Images)

Zehn Plätze Strafversetzung in Spa

McLaren startet am Sonntag mit einer schweren Hypothek in den Großen Preis von Belgien. Das Team hat sich dazu entschieden, bei einem seiner Fahrer eine vierte Power Electronics Unit (Steuerelektronik) einzubauen.

Damit wird das erlaubte Kontingent von drei Einheiten pro Saison überschritten, was automatisch eine Startplatzstrafe von zehn Plätzen nach sich zieht. Eine bessere Startposition als Rang elf ist somit nicht möglich.

Die Entscheidung für Spa-Francorchamps fiel bewusst. Der belgische Kurs ist bekannt für seine langen Geraden, auf denen das Überholen relativ einfach ist. Die beiden folgenden Rennen in Ungarn und Zandvoort bieten deutlich weniger Möglichkeiten dazu. McLaren kalkuliert also damit, dass sich der Schaden am Sonntag einigermaßen in Grenzen halten lässt.

Die Strafe ist die Folge einer Serie technischer Probleme in der ersten Saisonhälfte. Betroffen ist das Auto von Lando Norris, der amtierende Weltmeister, der es in diesem Jahr ohnehin schwer hat. McLaren legte die gesamte Vorgeschichte in einer Erklärung dar.

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Bisherige Probleme

„Die erste Power Electronics Unit von Auto Nummer 1 erlitt in China einen irreparablen Schaden, weshalb Lando das Rennen nicht starten konnte. Landos zweite Power Electronics Unit, die in Japan eingebaut wurde, musste nach Problemen im freien Training zur Reparatur zurückgezogen werden.“

„Dadurch mussten wir auf die dritte und letzte Power Electronics Unit innerhalb des erlaubten Kontingents wechseln. Obwohl die zweite Einheit nach dem Grand Prix von Japan repariert werden konnte, trat im zweiten freien Training in Monaco erneut ein irreparables Problem auf, wodurch sie endgültig aus unserem Kontingent gestrichen werden musste“, so das Team.

Motorenlieferant Mercedes hat inzwischen ein Paket mit Zuverlässigkeits-Updates geschnürt, von dem McLaren profitieren möchte.

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„Obwohl die Power Electronics Unit, die wir in Japan installiert haben und seit Miami in jeder Session nutzen, zuverlässig funktionierte, hat Mercedes-AMG High Performance Powertrains seitdem eine Reihe von Verbesserungen zur Zuverlässigkeit in ihren neuen Power Electronics Systemen umgesetzt.“

„Um von diesen Verbesserungen zu profitieren, müssen wir jedoch eine Startplatzstrafe von zehn Plätzen für Landos Auto in Kauf nehmen, um eine neue Einheit einzusetzen. Wir haben uns entschieden, dies in Belgien zu tun – einer Strecke, auf der Überholmanöver im Vergleich zu den nächsten beiden Rennen in Ungarn und Zandvoort deutlich häufiger vorkommen.“

„Wir planen nun, diese vierte Power Electronics Unit für den Rest der Saison zu nutzen, um die Zuverlässigkeit zu maximieren und die sportlichen Sanktionen für Lando zu minimieren“, so McLaren.

Norris bezeichnet sich als Pechvogel

Norris selbst reagierte am Medientag am Donnerstag gelassen auf die Nachrichten.

„Dieses Wochenende wird durch die Grid-Strafe sicher nicht einfacher. Das liegt einfach daran, dass ich im ersten Saisondrittel Pech hatte und viele verschiedene Komponenten verloren habe, sei es der Motor, die Power Unit oder die Elektronik.“

„Ich stehe bei den Ersatzteilen schlecht da, aber das liegt außerhalb meiner Macht und in gewisser Weise auch außerhalb unserer Kontrolle. So ist das Leben. Ich muss es einfach hinnehmen und mit den kommenden Strafen umgehen, aber das hier ist definitiv eine bessere Strecke für solche Strafen als die nächsten zwei“, sagte Norris.

Die gesamte Operation ist Teil eines größeren Motorenpakets, das McLaren an diesem Wochenende an beiden Autos einführt. Mercedes selbst setzte es bereits in Österreich ein, die Kundenteams Alpine und Williams folgten in Silverstone. Teamkollege Oscar Piastri wechselt auf seine dritte Einheit und entgeht damit einer Strafe.

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https://x.com/McLarenF1/status/2077704363481403607

Zusätzlich bringt McLaren einen neuen Heckflügel mit in die Ardennen, wenngleich Norris davon wenig erwartet.

„Der Heckflügel, den wir dieses Wochenende dabei haben, ist ein sehr kleiner Schritt, wahrscheinlich nicht einmal eine Zehntelsekunde. Vielleicht nicht einmal eine halbe Zehntel“, so der Teamkollege von Piastri.

Für den Weltmeister kommt der Rückschlag zu einem ungelegenen Zeitpunkt. Er belegt nach neun Rennen mit 97 Punkten den fünften Platz in der Meisterschaft und weist einen Rückstand von 82 Punkten auf Mercedes-Pilot Kimi Antonelli auf.

Seinen einzigen Sieg in diesem Jahr feierte er im Sprintrennen von Miami. Besonders bitter: Spa fühlt sich für Norris wie ein Heimrennen an, da seine Mutter Belgierin ist.

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