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Immer mehr Twentysomethings kaufen Privatjets: Durchschnittsalter sinkt um 10 Jahre

Immer mehr Twentysomethings kaufen Privatjets: Durchschnittsalter sinkt um 10 Jahre

Warum Privatjet-Käufer immer jünger werden und welcher unerwartete Sektor dabei die Hauptrolle spielt

Immer jüngere Unternehmer steigen heutzutage in den Privatjet, was vor allem auf den schnellen Reichtum zurückzuführen ist, den KI und Kryptowährungen in den vergangenen Jahren generiert haben.

Während früher eine Luxusuhr das ultimative Statussymbol war, gilt ein eigenes Flugzeug heute als neuer Maßstab für Erfolg, selbst für Personen, die das dreißigste Lebensjahr noch nicht überschritten haben.

Flexjet, das Unternehmen, das Teileigentum an Privatjets anbietet, bemerkt diese Verjüngung deutlich im eigenen Kundenstamm.

Laut Top-Manager Andrew Collins ist das Durchschnittsalter der Käufer in der letzten Zeit um zehn Jahre gesunken, und er führt diese Entwicklung direkt auf den Aufstieg neuer Technologiesektoren zurück.

Gegenüber der Financial Times erklärte Collins, dass Technologie enorme Mengen an Vermögen schafft. Kryptowährungen spielen dabei eine Rolle, und inzwischen zählt sein Unternehmen auch amerikanische Eigentümer, die im Bereich der künstlichen Intelligenz aktiv sind.

Vor allem große Börsengänge bilden laut dem Direktor entscheidende Momente für Flexjet. Das erwartete Listing von SpaceX mit einem geschätzten Wert von umgerechnet rund siebzig Milliarden Euro wird innerhalb des Unternehmens mit großem Interesse verfolgt, da solche Ereignisse in der Regel eine Welle von neuem Reichtum auslösen.

Investoren, die schon früh bei dem Raumfahrtunternehmen von Elon Musk eingestiegen sind, sahen ihr Vermögen in den letzten Jahren massiv wachsen, und viele von ihnen stehen Berichten zufolge kurz davor, demnächst tatsächlich Gewinne mitzunehmen.

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Wachsende Gruppe von Superreichen treibt die Nachfrage

Die Anzahl der extrem vermögenden Privatpersonen nahm weltweit innerhalb eines Jahres um zwanzig Prozent zu, und diese Gruppe bildet einen wichtigen Motor hinter dem Aufschwung im Luxusmarkt. Ein Großteil dieser neuen Vermögen, oft mehr als 27 Millionen Euro, findet seinen Ursprung in Technologieunternehmen und digitalen Währungen.

Der Markt reagiert entsprechend deutlich auf dieses Wachstum, denn Flexjet musste kürzlich fünfzig zusätzliche Flugzeuge bestellen, um die Nachfrage bedienen zu können. Diese Order entspricht einer Erweiterung der bestehenden Flotte um fast fünfzehn Prozent – eine beachtliche Zahl für einen Sektor, der normalerweise eher vorsichtig investiert.

Hinter diesem Erfolg steht unter anderem L Catterton, der Investmentarm des Luxuskonzerns LVMH, der das Unternehmen unterstützt. Im vergangenen Jahr sammelte Flexjet zudem eigenständig rund 740 Millionen Euro ein, was die Expansionspläne weiter ermöglicht.

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Teures Kerosin hält Reisende nicht auf

Die stark gestiegenen Kerosinpreise scheinen das Wachstum keineswegs zu bremsen, im Gegenteil. Collins stellt fest, dass die Verdoppelung der Treibstoffkosten keinerlei Auswirkungen auf die Nutzung der Flugzeuge hatte, und spricht sogar von einem gegenteiligen Effekt auf das Reiseverhalten der Kunden.

Angst vor möglichen Treibstoffengpässen motivierte viele Menschen dazu, ihre Reisen vorzuziehen, erklärt er, wobei Destinationen wie die Griechischen Inseln und Nizza als populäre Spitzenreiter hervorstechen. Diese Entwicklung kam für das Unternehmen etwas unerwartet, da Knappheit normalerweise eher zu Zurückhaltung führt.

Unterdessen baut Flexjet auch sein Business-Netzwerk aus, denn das Unternehmen schloss eine Partnerschaft mit der Formel 1 – einem Sektor, der ebenfalls stark von fossilen Brennstoffen abhängig ist. Fahrer, Teamchefs und ausgewählte VIP-Gäste werden durch diesen Deal die Dienste von Flexjet in Anspruch nehmen, was primär als strategischer Marketing-Schachzug zu werten ist.

Bevor das Unternehmen die internationale Expansion fortsetzt, unter anderem in Richtung England, will die Geschäftsführung zunächst den größten Komplex realisieren, der jemals speziell für eine Privatjet-Gesellschaft errichtet wurde. Diese Ambition unterstreicht, wie überzeugt Flexjet von der anhaltenden Nachfrage nach Luxus in der Luft ist, auch wenn die Kraftstoffpreise auf historisch hohem Niveau bleiben.

Analysten weisen darauf hin, dass die Kombination aus jungen Tech-Milliardären und einer wachsenden Zahl von Superreichen in den kommenden Jahren für eine strukturelle Nachfrage sorgen könnte, wodurch Anbieter wie Flexjet ihre Flotte möglicherweise noch weiter ausbauen müssen. Für Collins bestätigt das vor allem eines, nämlich dass das Fliegen im Privatjet nicht länger ein exklusives Spielzeug etablierter Millionäre mittleren Alters ist.

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