Formel 1

„Ich schaue mir alte Rennen an, um die Stimme meines Vaters wieder zu hören“

„Ich schaue mir alte Rennen an, um die Stimme meines Vaters wieder zu hören“
James Hunt, Niki Lauda, Grand Prix of the Netherlands, Circuit Park Zandvoort, 22 June 1975. (Photo by Bernard Cahier/Getty Images)

Er war der ultimative Playboy im Paddock der 70er-Jahre: Sein Fehlen ist bis heute ein herber Verlust.

Freddie Hunt, der Sohn des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters James Hunt, hat offen darüber gesprochen, dass er sich regelmäßig alte Rennen ansieht, um die Stimme seines Vaters wiederzuhören.

James Hunt verstarb 1993 im Alter von nur 45 Jahren an einem Herzinfarkt. Nach seiner Karriere als Formel-1-Pilot war Hunt als Kommentator für die BBC tätig.

„Ich erinnere mich noch immer an seine Stimme“, erzählt Freddie Hunt im Gespräch mit The Telegraph.

„Manchmal schaue ich mir alte Grands Prix an, die er kommentiert hat, einfach nur, um ihm zuzuhören.“

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Hunt war in den 70er-Jahren einer der bekanntesten F1-Piloten

Damit zeichnet er ein persönliches Bild davon, wie lebendig die Erinnerung an seinen Vater noch immer ist. Freddie sprach zudem offen über seinen Umgang mit dem Verlust.

„Es hängt von meiner Stimmung ab. Manchmal spreche ich über Dad und weine wie ein Kind, bin richtig emotional. Ein andermal wiederum nicht“, sagt er.

James Hunt entwickelte sich in den siebziger Jahren zu einer der schillerndsten Persönlichkeiten der Formel 1. Vor allem durch den Gewinn des Weltmeistertitels 1976 wurde er zur Legende.

In jener Saison lieferte er sich ein historisches Duell mit Ferrari-Pilot Niki Lauda. Die Titelentscheidung fiel schließlich beim Saisonfinale in Japan.

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Lauda gab das Rennen damals aufgrund der extrem gefährlichen Wetterbedingungen auf, während Hunt genügend Punkte sammelte, um Weltmeister zu werden. Ihre Rivalität wurde später durch den Film Rush aus dem Jahr 2013 weltweit bekannt.

Nach seinem Titelgewinn blieb Hunt noch einige Jahre in der Formel 1 aktiv, bevor er 1979 seine Karriere beendete. Im Anschluss baute er sich eine zweite Laufbahn als Kommentator bei der BBC auf und bildete dort über Jahre hinweg zusammen mit Murray Walker ein ikonisches Kommentatoren-Duo.

Hunt war bekannt für seine direkten Meinungen, seinen scharfen Humor und seinen ausgeprägten Charakter. Dieser Stil machte ihn bei den Fans beliebt, sorgte jedoch gelegentlich auch für Kontroversen innerhalb des Sports. Viele sind der Meinung, dass Hunt eine raue Ehrlichkeit in die TV-Übertragungen der Formel 1 brachte.

Freddie Hunt versuchte später, teilweise in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. 2007 startete er in der British Formula Ford und später im deutschen ADAC Formel Masters. Der Druck des berühmten Nachnamens erwies sich jedoch als schwerwiegend, woraufhin er den Motorsport schließlich verließ, um Distanz zu diesen Erwartungen zu gewinnen.

Später fand er im Langstreckensport seinen Platz im Racing wieder. Heute konzentriert er sich unter anderem auf den Michelin Le Mans Cup. Sein großes Ziel bleibt die Teilnahme an den legendären 24 Stunden von Le Mans. Damit bleibt er der Motorsportwelt verbunden, in der sein Vater zu einem so großen Namen wurde.

Während des Interviews wurde Freddie auch gefragt, was sein Vater wohl von der modernen Formel 1 halten würde. Seine Antwort war bemerkenswert direkt.

„Sie wird von KI gesteuert. Es ist schon schlimm genug mit der ganzen Batterieleistung.“

„Ich stelle mir vor, er würde sagen: Das ist alles Blödsinn, und würde sich woanders Arbeit suchen“, erklärt er.

James Hunt wäre dem heutigen Sport gegenüber sehr kritisch eingestellt gewesen

Diese Anmerkungen spiegeln die aktuellen Diskussionen innerhalb der Formel 1 über das neue technische Reglement wider. Vor allem die immer größere Rolle der Hybrid-Technologie und des Energiemanagements spaltet Fans und Experten. Ab 2026 werden elektrische Systeme einen noch größeren Einfluss auf die Performance der Autos haben.

Einige Liebhaber finden, dass der Sport dadurch zu kompliziert und technisch wird. James Hunt war zeit seines Lebens dafür bekannt, pures Racing wichtiger zu finden als komplexe Technologien. Viele Fans der älteren Generation glauben daher, dass er der aktuellen Ausrichtung des Sports kritisch gegenübergestanden hätte.

Im Jahr 2026 jährt sich der WM-Titel von James Hunt zum 50. Mal, weshalb sein Name bei den Fans der Serie erneut in den Fokus rückt. Für Freddie bleibt jedoch die Erinnerung an seinen Vater als Mensch wichtiger als der damit verbundene Status als Berühmtheit.

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