Formel 1

Helmut Marko enthüllt: Warum ihn alle nur den „Doktor“ nennen

Helmut Marko enthüllt: Warum ihn alle nur den „Doktor“ nennen
SUZUKA, JAPAN - APRIL 05: Oracle Red Bull Racing Team Consultant Dr Helmut Marko looks on in the garage during practice ahead of the F1 Grand Prix of Japan at Suzuka International Racing Course on April 05, 2024 in Suzuka, Japan. (Photo by Clive Mason/Getty Images)

Er war über Jahrzehnte der Architekt hinter den Erfolgs-Ära von Sebastian Vettel und Max Verstappen bei Red Bull.

Helmut Marko erlangte als Berater von Red Bull Racing und als Mann hinter den Karrieren von Sebastian Vettel und Max Verstappen große Bekanntheit. Doch die Geschichte von Dr. Helmut Marko begann lange bevor er zu einer der einflussreichsten Figuren in der Formel 1 wurde.

Im Jahr 1967 promovierte Marko an der Universität Graz in Rechtswissenschaften. Unmittelbar nach der Zeremonie stieg er ins Auto, um zu einem Formel-V-Rennen in Niederösterreich zu fahren, das er schließlich als Zweiter beendete.

Dieser Moment verdeutlicht laut vielen Wegbegleitern perfekt, wie Marko immer gelebt hat: Zuerst die formalen Angelegenheiten regeln und danach sofort den Fokus auf den Rennsport richten. Eigentlich wollte er Wirtschaftswissenschaften studieren, doch diesen Studiengang gab es damals in Graz noch nicht. Daher entschied er sich für Jura als Alternative.

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Sein Hintergrund erwies sich als wertvoll für seine Rennkarriere

Sein Spitzname „der Doktor“ entstand schon früh in seiner aktiven Zeit. Die Organisatoren schrieben diesen Titel direkt in die Programmenhefte, sobald er mit dem Rennfahren begann. Marko hatte nichts dagegen einzuwenden und der Beiname blieb haften. Später entwickelte er sich sogar zu einem festen Bestandteil seines Images im Motorsport.

Sein juristischer Hintergrund erwies sich zudem als äußerst nützlich während seiner Karriere. Sowohl bei Vertragsverhandlungen mit Fahrern als auch mit Teams und Sponsoren konnte der Österreicher gut einschätzen, was rechtlich korrekt war und was nicht.

Dies verschaffte ihm Experten zufolge einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Managern im Fahrerlager. Während andere vor allem auf Erfahrung oder Beziehungen vertrauten, agierte Marko oft sehr geschäftsmäßig und präzise.

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Auch als Fahrer schien er lange Zeit auf dem Weg an die absolute Weltspitze zu sein. So gewann er 1971 gemeinsam mit Gijs van Lennep die berühmten 24 Stunden von Le Mans. Während dieses Rennens erzielten sie eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 222 Kilometern pro Stunde. Dieser Rekord hielt fast vierzig Jahre lang und wurde erst 2010 verbessert.

Ein Jahr später debütierte Marko in der Formel 1. Seine Zukunft schien vielversprechend, und es lag bereits ein Vorvertrag mit Ferrari bereit. Doch dieser Traum zerplatzte beim Grand Prix von Frankreich 1972. Ein Stein, der vom Auto von Ronnie Peterson hochgeschleudert wurde, traf Marko im linken Auge.

Durch den Unfall verlor Marko permanent die Sehkraft auf diesem Auge, womit seine Karriere als Top-Pilot ein jähes Ende fand. Nach seiner Zeit als aktiver Fahrer fand Marko eine neue Rolle in der Motorsportwelt. Sein Leben veränderte sich endgültig durch die Zusammenarbeit mit Dietrich Mateschitz, dem Gründer von Red Bull.

Ab 2003 wurde Marko als Motorsportberater für die Softdrink-Marke tätig. Zunächst konzentrierte er sich vor allem auf junge Talente in Nachwuchsklassen wie der Formel 3000.

Unter seiner Leitung entwickelte sich das Red Bull Junior Team zu einem der erfolgreichsten Talentprogramme im Motorsport. Mehrere junge Piloten erreichten über dieses System schließlich die Formel 1.

Die größten Erfolge stellten sich mit Sebastian Vettel und Max Verstappen ein. Vettel gewann zwischen 2010 und 2013 vier Weltmeistertitel für Red Bull, während Verstappen von 2021 bis 2024 ebenfalls vier Meisterschaften einfuhr.

Damit spielte Helmut Marko eine entscheidende Rolle bei acht Fahrertiteln von Red Bull Racing, weshalb sein Einfluss innerhalb der modernen Formel 1 als enorm groß gilt. Dennoch hatte er wenig Interesse an der Glamourwelt des Sports. Luxuriöse Partys in Monaco oder Singapur konnten ihn kaum begeistern.

Marko wollte vom Glamour nichts wissen

„Mindestens die Hälfte dieser Leute kannte ich überhaupt nicht“, erklärte er dazu.

Für Helmut Marko drehte sich in der Formel 1 immer alles um die Leistung auf der Strecke und nicht um den Glamour drumherum. Deshalb konnte er dem Luxusleben in Monaco trotz der steuerlichen Vorteile wenig abgewinnen und blieb lieber in Österreich wohnen, wo er sich heimisch fühlte.

Sein wichtigster Stützpunkt ist nach wie vor Graz, wo sein Büro am Fluss Mur gegenüber seinem eigenen Schlossberghotel liegt. An diesem Ort wurden jahrelang wichtige Verträge besprochen, während sich Marko heute neben seinem Engagement im Motorsport vor allem mit Immobilien befasst.

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