Formel 1

Harte Strafe für Kimi Antonelli in Italien

Harte Strafe für Kimi Antonelli in Italien

Mercedes bestätigt Grid-Strafe für Antonelli in Monza: WM-Spitzenreiter muss das Feld von hinten aufrollen

Andrea Kimi Antonelli beginnt den Großen Preis von Italien vom Ende des Feldes aus. Mercedes hat entschieden, mehrere Komponenten seiner Power Unit auszutauschen. Damit überschreitet der Italiener das für diese Saison erlaubte Kontingent an Motorenteilen und kassiert eine saftige Gridstrafe.

Für Antonelli kommt dieser Eingriff zu einem wichtigen Zeitpunkt. Der Mercedes-Pilot führt die Weltmeisterschaft mit 59 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen George Russell und Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton an. Lando Norris liegt 83 Punkte hinter dem Italiener und konnte die letzten beiden Grands Prix für sich entscheiden.

Antonelli hatte bereits früher in dieser Saison mit der Zuverlässigkeit seines Mercedes zu kämpfen. Beim Großen Preis von Barcelona rollte sein Auto an zweiter Stelle liegend mit einem Defekt an der Elektrik aus, wobei ein Motor beschädigt wurde.

Nach dem Großen Preis von Großbritannien entdeckte Mercedes erneut ein Problem, woraufhin Antonelli beim Großen Preis von Belgien seinen vierten Verbrennungsmotor der Saison erhielt. Damit erreichte er das maximal erlaubte Limit, bevor Gridstrafen fällig werden.

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Mercedes entscheidet sich bewusst für Monza

Mercedes tauscht nun mehrere Komponenten aus. Teamchef Toto Wolff sagt, dass Antonelli „das volle Paket“ erhält. Neben einem fünften Verbrennungsmotor werden unter anderem der Energiespeicher und die Steuerelektronik gewechselt.

Alleine der neue Verbrennungsmotor würde eine Strafe von zehn Startplätzen nach sich ziehen, die weiteren Komponenten kosten jeweils fünf zusätzliche Plätze. Sobald ein Fahrer eine kumulierte Gridstrafe von mindestens 15 Plätzen erhält, schreibt das FIA-Reglement vor, dass er vom Ende des Feldes starten muss.

Dass die Strafe ausgerechnet beim Heimrennen von Antonelli in Kauf genommen wird, ist kein Zufall. Monza ist bekannt für seine langen Geraden und diverse Überholmöglichkeiten.

„Monza ist eine Strecke, auf der relativ wenig Energie benötigt wird, und es gibt vier Überholzonen. Ein Fahrer kann nicht alle davon verteidigen.“

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„Ein schnelleres Auto sollte daher recht problemlos nach vorne fahren können“, erklärt Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin.

Mercedes blickt zudem auf den Rest der Saison. Das Team will vermeiden, dass Antonelli später eine Gridstrafe kassieren muss, wenn der Kampf um die Weltmeisterschaft möglicherweise enger wird.

„Der wichtigste Faktor ist, wann die Hardware benötigt wird. Wir haben Verbrennungsmotoren mit relativ geringer Laufleistung verloren.“

„Dadurch wissen wir, dass wir zu einem gewissen Zeitpunkt neue Komponenten einführen müssen.“

„Wenn dieser Zeitpunkt auf eine Strecke fällt, auf der ein Start von ganz hinten besonders kostspielig ist, können wir uns dazu entscheiden, den Wechsel vorzuziehen“, erklärt Shovlin.

Auch der komfortable Vorsprung in beiden Meisterschaften spielt eine Rolle.

„Wir führen in beiden WM-Wertungen. Daher ist es logisch, den Schmerz jetzt in Kauf zu nehmen, anstatt später für zusätzlichen Druck zu sorgen, wenn die Abstände geringer werden.“

Mercedes will keine Gridstrafen zu einem späteren Zeitpunkt

George Russell befindet sich in einer ähnlichen Situation und wird voraussichtlich später in dieser Saison ebenfalls zusätzliche Motorenkomponenten benötigen. Mercedes hat sich laut Sky Sports jedoch dazu entschieden, ihn dieses Wochenende nicht gemeinsam mit Antonelli von hinten starten zu lassen.

„Wir müssen die verbleibenden Rennen so managen, dass beide Autos das Saisonende mit der frischesten und leistungsstärksten Hardware erreichen“, sagt der stellvertretende Teamchef Bradley Lord.

„Es ist eine ständige Abwägung zwischen dem Risiko von Komponenten mit hoher Laufleistung und dem Punktverlust durch eine Gridstrafe, nach der man sich wieder durch das Feld nach vorne kämpfen muss.“

Für Antonelli geht es bei seinem Heimrennen daher vor allem um Schadensbegrenzung. Mercedes setzt darauf, dass die Pace des Autos und die Überholmöglichkeiten in Monza ihm helfen können, dennoch wichtige WM-Punkte einzufahren.

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