Formel 1

Harte Kritik an Ferrari: Das wäre zu Zeiten von Michael Schumacher nicht passiert

Harte Kritik an Ferrari: Das wäre zu Zeiten von Michael Schumacher nicht passiert

Ralf Schumacher nicht überrascht: Ferrari droht auch in diesem Jahr die nächste Nullnummer

Der Experte erklärt, woran es bei der Scuderia hakt, und vergleicht den Rennstall mit früheren Zeiten, als sein Bruder Michael Schumacher dort fünfmal Weltmeister wurde. Er kritisiert den internen Umgang im gesamten Team und sieht mittlerweile auch Teamchef Frédéric Vasseur unter Druck stehen.

Ferrari könnte im Jahr 2027 ein unerwünschtes Jubiläum feiern. Sollte es auch in dieser Saison nichts mit dem Fahrertitel werden, ist es im nächsten Jahr genau zwanzig Jahre her, dass Kimi Räikkönen 2007 zuletzt den WM-Titel nach Maranello holte.

Experte Ralf Schumacher zeigt sich nicht überrascht darüber, warum es aktuell nicht funktioniert und warum es damals bei der Scuderia klappte. Konkret verweist er im Podcast Backstage Boxengasse vor allem auf die Ära, in der sein Bruder Michael für Ferrari fuhr.

Als Schumacher 1996 als amtierender Weltmeister von Benetton zu Ferrari wechselte, war es anfangs ebenfalls extrem schwierig, erinnert sich Bruder Ralf. Erst in der Saison 2000, Michaels fünftem Jahr in Maranello, wurde man zum ersten Mal Weltmeister.

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Schumacher in Saison fünf Weltmeister

Schumacher erklärt, dass das Team um seinen Bruder, den damaligen Teamchef Jean Todt und Technikchef Ross Brawn auch in diesen schwierigen Anfangsjahren immer an einem Strang zog. Genau diesen Faktor vermisst er bei Ferrari derzeit.

Der Experte stellt fest, dass man sich nicht wundern müsse, wenn man heute sieht, wie die Fahrer miteinander umgehen – vor allem auf der Strecke und anschließend auch neben der Piste gegenüber dem Team. Es sei keine Einheit, da man gegeneinander kämpfe.

„Man beschimpft sich über Funk und danach folgen nach dem Rennen die gegenseitigen Vorwürfe“, so Schumacher.

Am Sonntag ging es direkt beim Start los, als sich Charles Leclerc und Lewis Hamilton am Ausgang der Schikane zu nahe kamen und der Brite ins Kiesbett ausweichen musste. Anschließend beklagte er sich über Funk, dass sein Teamkollege ihn von der Strecke gedrückt habe.

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Nach dem Rennen legte er noch einmal nach und kritisierte auch das Team, da es keine klaren Regeln für das teaminterne Duell zwischen den Fahrern gebe.

„Bei Mercedes hatten wir dafür schriftlich festgehaltene Regeln. Aber hier existieren solche Regeln nicht“, so Hamilton.

Vor dreißig Jahren gab es eine solche interne Unruhe bei Ferrari laut Schumacher nicht.

„Auch damals war es bei weitem nicht immer einfach. Aber diese Vorwürfe gab es in dieser Zeit nie.“

„Es war immer ein professioneller Umgang, und wenn es etwas zu klären gab, geschah das intern“, so der Experte.

„Für uns ist es unterhaltsam“, gibt Schumacher zwar zu.

„Aber ich glaube, dass dies das größte Problem ist, das Ferrari im Moment hat – nämlich, dass überhaupt kein Zusammenhalt da ist.“

Erschwerend kommt hinzu, dass nach der Niederlage in Monza nun richtig Druck auf dem Kessel ist.

Hamilton beendete das Heimrennen von Ferrari auf dem sechsten Platz, während Leclerc nach einem Unfall bereits früh ausschied. Schumacher sieht mittlerweile auch Teamchef Frédéric Vasseur unter Druck stehen, da dieser das Team übernahm und wahrscheinlich alles bekommen hat, was er wollte.

Der Franzose habe mittlerweile die Leute auf den Positionen, die er sich gewünscht habe, meint Schumacher.

„Alles war gegeben, um mit dem neuen Reglement voll anzugreifen. Das gelingt zwischendurch auch mal, aber nicht konstant. Und das ist nicht gut genug.“

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