Formel 1

Großer Automobilhersteller unterstützt V8-Rückkehr in die Formel 1

Großer Automobilhersteller unterstützt V8-Rückkehr in die Formel 1
MIAMI, FLORIDA - MAY 02: Max Verstappen of the Netherlands driving the (3) Oracle Red Bull Racing RB22 Red Bull Ford leads Lewis Hamilton of Great Britain driving the (44) Scuderia Ferrari SF-26 on track during the Sprint ahead of the F1 Grand Prix of Miami at Miami International Autodrome on May 02, 2026 in Miami, Florida. (Photo by James Sutton/LAT Images) // Getty Images / Red Bull Content Pool // SI202605020139 // Usage for editorial use only //

Formel 1: Rufe nach einem V8-Comeback werden immer lauter

Ford hat sich für eine mögliche Rückkehr des V8-Motors in die Formel 1 ausgesprochen. Mark Rushbrook, Direktor von Ford Racing, ist der Meinung, dass ein solches Triebwerk perfekt zur Marke passe, da Ford weltweit nach wie vor viele Fahrzeuge mit leistungsstarken V8-Motoren verkauft.

Im Gespräch mit Autosport ließ Rushbrook wissen, dass Ford die Diskussionen über die Zukunft der Formel 1 Motoren positiv verfolgt. Obwohl das neue Motorenreglement für 2026 noch nicht einmal in Kraft getreten ist, wird innerhalb des Sports bereits intensiv über die Zeit danach debattiert.

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem plädiert schon länger für eine Rückkehr zu einfacheren und lauteren Motoren. Dabei stehen vor allem V8-Aggregate im Fokus, die mit nachhaltigen synthetischen Kraftstoffen betrieben werden können.

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Alle Parteien müssen Mitspracherecht erhalten

Auch Formule 1-CEO Stefano Domenicali hat signalisiert, offen für eine solche Richtung zu sein. Laut dem Italiener muss der Sport eine Balance zwischen Nachhaltigkeit, Kostenkontrolle und dem Spektakel für die Fans finden. Rushbrook bestätigte, dass Ford eng in diese Gespräche eingebunden ist.

„Wir lieben die V8-Idee, weil wir viele V8-Motoren verkaufen.“

Ab 2026 arbeitet Ford offiziell mit Red Bull Powertrains in der Formel 1 zusammen. Die amerikanische Marke liefert Technologie und Unterstützung für die neuen Power Units von Red Bull und Racing Bulls. Ford hält es laut Rushbrook für wichtig, dass alle Parteien bei den zukünftigen Regeln ein Mitspracherecht erhalten.

„Für die Zukunft und das nächste Reglement-Paket denke ich, dass der Sport mit der Einbindung der Stakeholder den richtigen Ansatz gewählt hat.“

Ford hat seine Strategie in Bezug auf die Elektrifizierung in den letzten Jahren mehrfach angepasst. Während die Marke anfangs stark auf voll elektrische Fahrzeuge setzte, verfolgt sie nun einen breiteren Ansatz, bei dem Elektro-Modelle, Hybride und traditionelle Verbrennungsmotoren nebeneinander existieren.

Diese Flexibilität sieht Ford auch im Motorsport als Vorteil. Rushbrook betonte, dass das Unternehmen Erfahrung mit nahezu allen modernen Antriebssträngen hat.

„Wir verfügen über eine komplette Bibliothek dieser Antriebe.“

Dadurch könne sich Ford laut ihm problemlos an neue technische Regeln innerhalb verschiedener Rennklassen anpassen. Eine Kombination aus einem V8-Motor und einem Hybridsystem scheint für Ford die ideale Lösung zu sein.

Damit bliebe ein Teil der elektrischen Technologie erhalten, während der Sport gleichzeitig einfacher und spektakulärer werden könnte. Laut Rushbrook möchte Ford weiterhin lernen, wie elektrische Systeme und Verbrennungsmotoren optimal zusammenarbeiten.

„Wir schätzen auch das Element der Elektrifizierung, da wir viele Hybridfahrzeuge verkaufen.“

Ford steht mit dieser Vision nicht alleine da. Auch General Motors äußert sich positiv über eine mögliche Rückkehr des V8 in die Formel 1. So ließ der Präsident von General Motors, Mark Reuss, wissen, dass er von leistungsstarken Motoren mit viel Sound begeistert sei.

Cadillac arbeitet derzeit ebenfalls an einem zukünftigen Formule 1-Projekt gemeinsam mit Andretti.

„Ich liebe V8-Motoren und wie sie klingen“, so Reuss.

Gleichzeitig betonte er, dass Cadillac Respekt vor den Investitionen habe, die die Hersteller bereits in die aktuellen Hybrid-V6-Motoren getätigt haben. Im Paddock wächst jedoch die Unterstützung für eine Kursänderung.

Toto Wolff gab bereits zuvor an, dass Mercedes offen für eine Zukunft mit V8-Motoren in Verbindung mit elektrischer Unterstützung sei. Auch Laurent Mekies sieht Vorteile in einem einfacheren Motorenkonzept. Laut mehreren Teams sind die aktuellen Systeme extrem komplex und teuer geworden.

Die Formel 1 nutzt seit 2014 Turbo-Hybrid-V6-Motoren. Obwohl diese Kraftquellen technologisch beeindruckend sind, verursachen sie hohe Entwicklungskosten, zudem vermissen einige Fans den Sound älterer Motorengenerationen.

Verschiebung zwischen Elektro-Antrieb und Verbrenner in Arbeit

Die FIA hat unterdessen bereits kleine Anpassungen für das Motorenreglement 2026 angekündigt. Dabei verschiebt sich das Verhältnis zwischen elektrischem Antrieb und Verbrennungsmotor auf etwa 60-40 zugunsten des Benzinmotors.

Dies wird als erster Schritt in Richtung weniger komplexer Hybridsysteme gesehen. Gleichzeitig bleibt Nachhaltigkeit ein zentraler Bestandteil der Pläne, da die Formel 1 ab 2026 vollständig mit synthetischen Kraftstoffen fahren will.

Ob der V8 tatsächlich zurückkehrt, ist noch nicht entschieden. Dafür müssen die FIA, die Formel 1 und die Motorenhersteller letztlich einen Konsens finden.

Dennoch wird immer deutlicher, dass der Sport über eine Zukunft nachdenkt, in der einfachere Motoren, ein geringeres Gewicht und mehr Sound wieder im Mittelpunkt stehen. Ford möchte in jedem Fall involviert bleiben – ungeachtet dessen, welche Richtung die Formel 1 letztendlich einschlägt.

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