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Formule 1 leckt die Wunden nach den abgesagten Grand-Prix-Wochenenden in Bahrain und Saudi-Arabien

Formule 1 leckt die Wunden nach den abgesagten Grand-Prix-Wochenenden in Bahrain und Saudi-Arabien

Formel 1: Absage der Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien ist ein finanzieller Tiefschlag

Die Entscheidung, die aufgrund der eskalierenden Situation im Nahen Osten getroffen wurde, war laut F1-Chef Stefano Domenicali unvermeidbar, hat jedoch erhebliche Auswirkungen.

Durch den Wegfall beider Rennen schrumpft der Kalender von 24 auf 22 Grands Prix, wodurch eine Lücke von mehr als einem Monat zwischen Japan und Miami entsteht. Dies bietet den Teams zwar zusätzliche Zeit, um Probleme in den Griff zu bekommen, kostet den Sport aber auch eine beträchtliche Summe Geld.

Die Gastgeberländer zahlen jährlich hohe Beträge, um ein Rennen austragen zu dürfen, und genau diese Einnahmen bilden eine stabile Säule des Finanzmodells der Formel 1.

Im Jahr 2025 brachten diese Gebühren zusammen mehr als 675 Millionen Euro ein, was gut ein Viertel der Gesamteinnahmen ausmacht. Bahrain und Saudi-Arabien tragen dazu geschätzt rund 100 Millionen Euro bei.

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Die Auswirkungen sind in Saudi-Arabien am größten

Der Gesamtschaden liegt jedoch noch höher. Durch den Wegfall von Sponsorengeldern, Hospitality, Logistik und weiteren einnahmen aus dem Rennwochenende wird der Verlust auf etwa 170 Millionen Euro geschätzt.

Dies entspricht rund acht Prozent des jährlichen Gewinns vor Zinsen und Steuern. Ein stolzer Betrag, der für einen Sport dieser Größenordnung jedoch noch verkraftbar bleibt.

Für die Teams ist der Impact spürbar, aber nicht desaströs. Bereits zuvor wurde durch den Einstieg von Cadillac ein finanzieller Puffer geschaffen, wofür eine Rekordsumme von 380 Millionen Euro gezahlt und unter den bestehenden Teams aufgeteilt wurde. Das mildert den Schlag etwas ab.

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Die Folgen sind jedoch für die Gastgeberländer selbst am gravierendsten. In Bahrain ist der Grand Prix ein Wirtschaftsmotor, der jährlich eine Aktivität von rund 85 Millionen Dollar generiert.

Hotels, Fluggesellschaften und die Gastronomie profitieren normalerweise in vollem Umfang vom Rennwochenende. In Saudi-Arabien sind die Auswirkungen sogar noch größer, mit wirtschaftlichen Werten in Hunderten Millionenhöhe und zehntausenden Arbeitsplätzen, die mit dem Event verknüpft sind.

Durch die aktuelle Situation sind diese Einnahmen auf einen Schlag verschwunden. Luftraumsperrungen, Sicherheitsrisiken und Angriffe auf die Infrastruktur machen die Ausrichtung großer internationaler Events schlichtweg unmöglich.

Die Unsicherheit reicht zudem über diese zwei Rennen hinaus. Auch spätere Veranstaltungen in der Region, wie Aserbaidschan, Katar und Abu Dhabi, werden genau beobachtet. Besonders Abu Dhabi, traditionell das Saisonfinale, besitzt einen hohen kommerziellen und symbolischen Wert für den Sport.

Vorerst liegt der Fokus auf Stabilität. Die Formel 1 entscheidet sich bewusst für Sicherheit über alles und akzeptiert die finanziellen Folgen. Gleichzeitig erhalten die Teams unerwartet zusätzliche Zeit, um ihre Performance zu verbessern, was den Verlauf der Saison dennoch beeinflussen kann.

Was bleibt, ist ein deutliches Bild davon, wie abhängig der Sport mittlerweile von den großflächigen Investitionen aus dem Nahen Osten geworden ist. Weniger Rennen bedeuten nicht nur weniger Spektakel, sondern auch unmittelbar weniger Einnahmen.

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