Formel 1

Formel 1 führt seltenes Protokoll für den GP von Österreich ein

Formel 1 führt seltenes Protokoll für den GP von Österreich ein

Hitzeschlacht in Spielberg: Extreme Temperaturen könnten Formel 1-Wochenende in Österreich beeinflussen.

Die Formule 1 bereitet sich auf ein außergewöhnlich heißes Rennwochenende auf dem Red Bull Ring in Spielberg vor. Aktuellen Wetterprognosen zufolge könnten die Temperaturen beim Grand Prix von Österreich auf bis zu 34 Grad Celsius steigen.

Damit liegt das Event deutlich über dem Schwellenwert, bei dem die FIA spezielle Hitzeprotokolle aktivieren kann, um die Gesundheit der Fahrer zu schützen.

Der Große Preis von Österreich ist das achte Rennen der Formule 1-Saison 2026 und findet auf einer Strecke statt, die ohnehin für ihre physischen Herausforderungen bekannt ist. Der Red Bull Ring liegt rund 700 Meter über dem Meeresspiegel im österreichischen Bundesland Steiermark.

Aufgrund der relativ dünnen Luft müssen Motoren, Bremsen und Kühlsysteme bereits Schwerstarbeit leisten; kommen hohe Temperaturen hinzu, steigt die Belastung für Mensch und Maschine weiter an.

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Die Luft in Spielberg ist relativ dünn

Die FIA hat für die Saison 2025 ein offizielles Hitzeprotokoll eingeführt. Wenn die Temperatur zu Beginn einer Session 31 Grad Celsius überschreitet, kann eine sogenannte „heat hazard“ ausgerufen werden.

Diese Entscheidung fällt in der Regel spätestens 24 Stunden vor der jeweiligen Session. Für das Qualifying bedeutet dies, dass die Entscheidung am Freitag fällt, während für das Rennen am Sonntag am Samstag Klarheit herrscht.

Wird das Protokoll aktiviert, kommen auf die Teams zusätzliche technische Auflagen zu. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist der obligatorische Einbau eines Driver Cooling System.

Dieses System besteht aus einer Pumpe, Leitungen und einer thermischen Speichereinheit, die gekühlte Flüssigkeit durch eine spezielle feuerfeste Weste zirkulieren lässt. Auf diese Weise wird die Körpertemperatur des Fahrers während des Rennens besser unter Kontrolle gehalten.

Die Nutzung der Kühlweste selbst bleibt jedoch freiwillig; die Fahrer können sich entscheiden, das System nicht zu tragen. In diesem Fall muss das Team ein Zusatzgewicht von 0,5 Kilogramm im Cockpit platzieren, um den Vorteil des geringeren Gewichts auszugleichen.

Nicht jeder Pilot zeigt sich von den Kühlwesten begeistert. Bei früheren Rennen unter extremen Temperaturen gab es Klagen über den Tragekomfort. Lewis Hamilton bezeichnete die Westen im vergangenen Jahr als „juckend“, dennoch erkennen die meisten Fahrer an, dass die Systeme bei extremer Hitze einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit leisten können.

Die Hitze hat nicht nur Folgen für die Piloten. Auch die Autos werden auf eine harte Probe gestellt. Höhere Temperaturen sorgen für mehr Reifenverschleiß, höhere Motorentemperaturen und eine größere Belastung der Bremsen.

Die Teams müssen daher ihr Set-up anpassen, um Überhitzung zu vermeiden. Dabei spielen die Luftströme durch die Kühler und die Bremsbelüftung eine wichtigere Rolle als an kühleren Rennwochenenden.

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Die FIA hat zudem festgelegt, dass bei einer offiziellen „heat hazard“ das Mindestgewicht der Autos vorübergehend angehoben wird. In den Trainings und im Qualifying gilt ein Zusatzgewicht von 2 Kilogramm. Für das Rennen wird dieses Gewicht auf 5 Kilogramm erhöht. Die Wetterbedingungen nehmen somit eine Hauptrolle ein.

Auf diese Weise wird das zusätzliche Equipment berücksichtigt, das zur Kühlung an Bord sein muss. Die Witterungsbedingungen könnten dadurch den Verlauf des Wochenendes maßgeblich beeinflussen.

Strategische Entscheidungen beim Reifenmanagement und der Kühlung könnten ebenso entscheidend werden wie der reine Speed. Teams, die ihre Autos effizient kühlen, ohne dabei an Performance einzubüßen, könnten sich einen wichtigen Vorteil verschaffen.

Sportlich steht ebenfalls viel auf dem Spiel. Andrea Kimi Antonelli reist als WM-Spitzenreiter mit 156 Punkten nach Österreich. Lewis Hamilton folgt mit deutlichem Abstand und 115 Punkten, während George Russell mit 106 Zählern auf Rang drei liegt.

Das Rennen markiert damit einen wichtigen Moment im Titelkampf. Für Red Bull ist es zudem ein Heimspiel. Wie üblich werden zehntausende niederländische Fans auf den Tribünen erwartet.

Die „Orange Armee“ hat in den vergangenen Jahren die Atmosphäre beim Österreich-GP geprägt. In diesem Jahr müssen sie sich nicht nur auf die Action auf der Strecke einstellen, sondern auch auf Temperaturen, die sowohl für die Fahrer als auch für das Publikum herausfordernd werden dürften.

Obwohl die FIA betont, dass extreme Hitze kein Grund für eine Verschiebung oder Absage von Rennen ist, steht fest, dass das Wetter zu einem entscheidenden Faktor werden kann.

Bei Temperaturen in Richtung der 34 Grad ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Formule 1 an diesem Wochenende erneut auf ihre Hitzeprotokolle zurückgreifen muss. Für Teams und Fahrer bedeutet das zusätzliche Vorbereitung. Den Fans könnte es eines der härtesten, aber auch spektakulärsten Rennwochenenden der Saison bescheren.

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