Formel 1

FIA gibt grünes Licht für einschneidende Änderungen in der Formel 1

FIA gibt grünes Licht für einschneidende Änderungen in der Formel 1
Mohammed Ben Sulayem after qualifying ahead of the Formula 1 Italian Grand Prix at Autodromo Nazionale di Monza in Monza, Italy on August 31, 2024. (Photo by Jakub Porzycki/NurPhoto)

FIA bestätigt weitreichende Änderungen am F1-Motorenreglement: World Motor Sport Council in Macau gibt grünes Licht

Die Anpassungen gelten ab 2027 und 2028 und sind eine deutliche Reaktion auf die wachsende Kritik von Teams und Fahrern an der Motorenformel, die 2026 eingeführt wird.

Die wichtigste Änderung betrifft das Verhältnis zwischen der Leistung des Verbrennungsmotors und des Elektroantriebs. Gemäß den neuen Regeln wird der traditionelle Verbrennungsmotor eine größere Rolle spielen.

Die maximale Leistung des Motors steigt von 400 auf 450 Kilowatt, während die elektrische Leistung der MGU-K auf 300 Kilowatt reduziert wird. Dadurch verschiebt sich die Balance bis 2028 auf ein Verhältnis von 60 Prozent Verbrennungskraft und 40 Prozent Elektroantrieb.

Das ursprüngliche Reglement für 2026 war hingegen auf eine nahezu gleiche Verteilung zwischen beiden Energiequellen ausgelegt. Dieser Ansatz führte jedoch zu Sorgen innerhalb des Paddocks.

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Befürchtungen, dass die elektrische Energie zu früh ausgeht

Die Teams befürchteten, dass den Fahrern auf bestimmten Strecken die elektrische Energie ausgehen könnte. Zudem wurde vor unnatürlichen Rennen gewarnt, bei denen das Energiemanagement wichtiger werden würde als die reine Performance.

Die FIA entscheidet sich nun für einen Kompromiss: Der Overtake-Mode bleibt mit einer Leistung von 350 Kilowatt verfügbar. Zudem wird die maximale Energierückgewinnung von 350 auf 400 Kilowatt angehoben.

Damit soll die elektrische Komponente weiterhin eine wichtige Rolle spielen, ohne den Charakter des Sports zu dominieren. Eine zweite auffällige Änderung betrifft die Kraftstoffzufuhr.

Um die höhere Leistung des Verbrennungsmotors zu ermöglichen, wird der zulässige Kraftstoffdurchfluss erhöht. Im Jahr 2027 steigt der maximale Durchfluss um 5 Prozent, 2028 folgt eine weitere Erhöhung auf 13 Prozent.

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Diese Maßnahme verhindert, dass die Teams ihre Chassis tiefgreifend anpassen müssen. Mehrere Rennställe hatten nämlich bereits geplant, ihre 2026er Autos für 2027 weitgehend weiterzuentwickeln.

Größere Kraftstofftanks hätten dadurch zusätzliche Kosten verursacht. Indem man mehr Kraftstoff pro Sekunde zulässt, kann derselbe Effekt ohne umfangreiche technische Änderungen an den Autos erzielt werden.

Die Diskussion über die neuen Motoren kochte in den letzten Monaten hoch, mehrere Fahrer äußerten offen ihre Sorgen über die Richtung, in die der Sport steuert. Max Verstappen war dabei eine der deutlichsten Stimmen.

Nach dem Grand Prix von Miami bezeichnete er frühere kleine Anpassungen noch als „nur ein Streicheln über den Kopf“. Laut dem viermaligen Weltmeister waren viel größere Veränderungen nötig, um die Formel 1 attraktiv zu halten.

Die FIA scheint nun auf diese Kritik gehört zu haben. Der neue Kurs soll dafür sorgen, dass die Autos schneller und konstanter performen, während gleichzeitig an den nachhaltigen Kraftstoffen festgehalten wird, die ab 2026 obligatorisch sind.

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem sprach in Macau von einer gemeinsamen Anstrengung aller Beteiligten.

„Die FIA begleitet weiterhin die Entwicklung des 2026er Reglements und arbeitet eng mit allen wichtigen Stakeholdern zusammen.“

„Ein fortlaufender Dialog und Zusammenarbeit sind entscheidend, um sicherzustellen, dass die Regeln den Bedürfnissen des Sports, der Fahrer und der Fans entsprechen.“

Ben Sulayem verwies auch auf zukünftige Gespräche über neue Motorenkonzepte. Dabei werden unter anderem V8-Motoren geprüft, die nachhaltige Kraftstoffe nutzen.

Obwohl dazu noch keine konkreten Beschlüsse gefasst wurden, zeigt es, dass die Diskussion über die technische Zukunft der Formel 1 in vollem Gange ist. Neben den Motorenregeln wurden auch andere Änderungen genehmigt.

Zusätzlicher Wintertesttag ab 2027

So erhält die Formel 1 ab 2027 einen zusätzlichen Wintertesttag. Den Teams stehen damit vier statt drei Testtage zur Verfügung, was die Vorbereitung verbessern soll und verhindert, dass sich Teamkollegen einen Testtag teilen müssen.

Des Weiteren wurden die Verfahren rund um extreme Hitze angepasst. Hitze-Protokolle können fortan separat für Sprintrennen und Hauptrennen angewendet werden; die Organisatoren müssen dies mindestens 24 Stunden im Voraus bekannt geben.

Mit den Beschlüssen aus Macau macht die FIA einen deutlichen Schritt in Richtung einer ausgewogeneren Motorenformel. Die Organisation versucht damit, sowohl die technologischen Ambitionen des Sports als auch die Wünsche der Fahrer und Fans miteinander zu vereinen.

Die kommenden Jahre werden zeigen müssen, ob diese Kursänderung ausreicht, um die Sorgen rund um die neue Generation der Formel 1-Motoren zu zerstreuen.

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