Formel 1

FIA verschiebt Startzeit des Miami-Grand-Prix: „Wegen des Wetters“

FIA verschiebt Startzeit des Miami-Grand-Prix: „Wegen des Wetters“
MIAMI, FLORIDA - MAY 02: Max Verstappen of the Netherlands driving the (3) Oracle Red Bull Racing RB22 Red Bull Ford leads Lewis Hamilton of Great Britain driving the (44) Scuderia Ferrari SF-26 on track during the Sprint ahead of the F1 Grand Prix of Miami at Miami International Autodrome on May 02, 2026 in Miami, Florida. (Photo by James Sutton/LAT Images) // Getty Images / Red Bull Content Pool // SI202605020139 // Usage for editorial use only //

Keine Abendstimmung für deutsche Fans: Wetter sorgt für Terminverschiebung beim Miami-GP

Nach Beratungen zwischen der FIA, der FOM und den Organisatoren in Miami wurde beschlossen, den Start auf 13.00 Uhr Ortszeit vorzuziehen, was 19.00 Uhr deutscher Zeit entspricht. Damit findet das Rennen drei Stunden früher statt als ursprünglich geplant.

Die Entscheidung kam für Beobachter der Wettervorhersagen der letzten Tage nicht überraschend. Im Vorfeld des Events in Florida wurde die Wetterlage die gesamte Woche über genauestens überwacht.

Schon früh zeichnete sich ab, dass es wohl ein nasser Sonntag werden würde, und das Regenrisiko für das Rennen auf dem Miami International Autodrome ist zuletzt stetig gestiegen. Das Regenradar lieferte über die gesamte Woche hinweg ein drohendes Bild für die Region rund um Miami.

Der Grund für die Anpassung liegt in den lokalen Vorschriften. In Florida geht Regen fast immer mit Gewittern einher, und die US-Gesetzgebung schreibt vor, dass Sportveranstaltungen unter freiem Himmel sofort unterbrochen werden müssen, sobald Blitzeinschläge in der näheren Umgebung registriert werden.

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Blitzeinschlag

Konkret bedeutet dies: Wird ein Blitzeinschlag innerhalb eines Radius von dreizehn Kilometern um die Strecke registriert, dürfen die Fans die Tribünen nicht betreten und der Rettungshubschrauber kann nicht abheben.

Die Veranstaltung muss dann für mindestens eine halbe Stunde unterbrochen werden, bevor der Rennbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Da die Gewitter für den Mittag und den frühen Nachmittag vorhergesagt sind, wäre ein Rennen zur ursprünglichen Startzeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unterbrochen worden.

Die FIA, die Formel 1 und der Promoter in Miami erklärten in einem gemeinsamen Statement, dass die Entscheidung getroffen wurde, um Störungen des Rennens so gering wie möglich zu halten und ein maximales Zeitfenster zu schaffen, um den Grand Prix unter den bestmöglichen Bedingungen zu absolvieren.

Neues Wetter-Protokoll in der Formel 1

Zudem ist ein neues Wetter-Protokoll in Kraft, das speziell für die Saison 2026 eingeführt wurde. Die FIA hatte bereits vor dem Qualifying eine sogenannte „rain hazard“ ausgerufen – ein Protokoll, das greift, wenn die Regenwahrscheinlichkeit während des Rennens bei über vierzig Prozent liegt.

Diese Maßnahme gibt den Teams zusätzlichen Spielraum unter den Parc-Ferme-Regeln. So dürfen sie unter anderem die Fahrhöhe mit Blick auf die nassen Bedingungen erhöhen und den Winkel der Frontflügel-Flaps für den „Straight Mode“ anpassen. Es ist eine der Neuerungen, mit denen die Formel 1 in diesem Jahr versucht, besser auf wechselhaftes Wetter vorbereitet zu sein.

Sollte es während des Rennens dennoch rutschig auf dem Asphalt werden, sind weitere Maßnahmen vorgesehen. Ruft die Rennleitung während des Laufs „low grip conditions“ aus, können die Piloten den Boost-Modus der Power Unit nicht mehr nutzen, während die Leistung der MGU-K von 350 auf 250 kW gedrosselt wird.

Darüber hinaus kann der „Straight Mode“ in diesem Fall nur noch am Frontflügel und nicht mehr am Heckflügel aktiviert werden. Diese Einschränkungen zielen darauf ab, gefährliche Geschwindigkeitsunterschiede auf nasser Fahrbahn zu begrenzen.

Die Startaufstellung verspricht ohnehin jede Menge Spannung. Die Pole-Position sicherte sich Mercedes-Pilot Andrea Kimi Antonelli, der im Qualifying knapp schneller war als Red Bull-Fahrer Max Verstappen. Die beiden stehen nebeneinander in der ersten Startreihe.

Die zweite Reihe bilden Charles Leclerc und Lando Norris, während George Russell und Lewis Hamilton aus der dritten Reihe starten. Die Updates, die Red Bull in den letzten Wochen am RB22 eingeführt hat, scheinen zu fruchten, denn Verstappen zeigte im Qualifying nach einem schwierigen Saisonstart endlich wieder eine konkurrenzfähige Pace.

Für Verstappen war Miami schon immer ein besonderes Pflaster. Er gewann das Rennen hier in den Jahren 2022 und 2023 und war auch bei anderen Ausgaben regelmäßig nah am Sieg dran.

Im vergangenen Jahr musste er sich nach einem Duell mit den McLarens mit dem vierten Platz hinter Oscar Piastri, Lando Norris und Charles Leclerc begnügen. In diesem Jahr will er mit einem verbesserten Auto wieder den Anschluss an die Spitze finden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Formel 1 gezwungen ist, ein Rennen kurzfristig zu verschieben. Das letzte Mal war vor gut anderthalb Jahren beim Grand Prix von Brasilien 2024, als Unwetter ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Zeitplan-Gestaltung spielten.

Das Qualifying wurde damals am selben Tag wie das Rennen ausgetragen, was zu einem chaotischen und denkwürdigen Renntag führte. Verstappen gewann das Rennen letztlich trotz aller Widrigkeiten.

Ob der vorgezogene Start die Gewitter tatsächlich außen vor hält, bleibt abzuwarten. Die Vorhersagen für den gesamten Sonntag sind wechselhaft, und auch schon früh am Tag wird Regen über Süd-Florida erwartet.

Die Chance auf ein komplett trockenes Rennen dürfte wohl eine Illusion bleiben. Dennoch hoffen die FIA und die Formel 1, mit dieser Entscheidung genügend Puffer zu haben, um die 57 Runden auf dem 5,412 Kilometer langen Miami International Autodrome vollständig zu absolvieren.

Vollständiges Ergebnis Qualifying F1 Grand Prix von Miami

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