Formel 1 FIA fällt Grundsatzurteil über Red Bull vor entscheidenden Upgrades Von A. Schenk 8. Juni 2026 F1-News Formel 1 Großer Preis von Kanada Red Bull Laut erster offizieller FIA-Bewertung für 2026: Red Bull verfügt über den stärksten Verbrennungsmotor der Formel 1. Dieses Urteil hat weitreichende Folgen für die Konkurrenz: Mercedes und Ferrari erhalten dadurch zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten, um ihren Rückstand auf Motorenseite im Saisonverlauf zu verkürzen. Die Bewertung ist Teil des neuen ADUO-Systems, was für Additional Development and Upgrade Opportunities steht. Dieses System wurde zusammen mit dem neuen Motorenreglement eingeführt, um zu verhindern, dass ein Hersteller über Jahre hinweg einen uneinholbaren Vorsprung aufbaut. Hersteller, die nachweislich zurückliegen, erhalten daher mehr Spielraum, um ihre Aggregate außerhalb der normalen Homologationsregeln weiterzuentwickeln. Die erste ADUO-Evaluierung fand nach dem Grand Prix von Canada statt. Die Ergebnisse wurden den beteiligten Motorenlieferanten anschließend während des Rennwochenendes in Monaco mitgeteilt, und das Resultat sorgte im Fahrerlager unmittelbar für Erstaunen. Lies auch: Belgien-GP: FIA veröffentlicht offizielle Startaufstellung nach Strafen Ergebnis sorgt für Verwunderung Obwohl Mercedes die ersten fünf Saisonrennen gewonnen hat und sowohl die Konstrukteurs- als auch die Fahrerwertung anführt, kam die FIA zu dem Schluss, dass die mit Ford-Branding versehene Red Bull Powertrains-Antriebseinheit der beste Verbrennungsmotor im Feld ist. Dieser scheinbare Widerspruch hängt direkt mit der Messmethode der FIA zusammen: Für die ADUO-Einstufung wird ausschließlich die Performance des Verbrennungsmotors herangezogen. Andere Komponenten des Antriebsstrangs fließen nicht in die Bewertung ein. Aspekte wie die Energierückgewinnung, die Batterieleistung, die Software für das Energiemanagement und die Arbeitsweise der MGU-K bleiben vollkommen unberücksichtigt. Doch genau in diesen Bereichen scheint Mercedes derzeit zu glänzen. Der deutsche Hersteller verfügt Insidern zufolge über das stärkste Gesamtpaket. Der Verbrennungsmotor selbst erweist sich jedoch als mehr als zwei Prozent weniger effizient oder leistungsstark als das Red Bull-Aggregat, weshalb Mercedes in die Kategorie fällt, die Anrecht auf zusätzliche Entwicklungsspielräume gibt. Artikel geht unter dem Bild weiter. Konkret bedeutet dies, dass Mercedes eine zusätzliche Upgrade-Homologation im Jahr 2026 und eine weitere im Jahr 2027 erhält. Zudem bekommt der Hersteller drei Millionen Dollar zusätzliches Entwicklungsbudget oberhalb der bestehenden Kostendeckelung. Außerdem darf Mercedes die Motorenprüfstände für 70 zusätzliche Stunden nutzen, um neue Teile zu entwickeln und zu testen. Ferrari befindet sich in einer anderen Kategorie. Der italienische Motorenlieferant wurde von der FIA mit einem Rückstand von mehr als vier Prozent im Vergleich zu Red Bull eingestuft. Das gilt auch für die übrigen Hersteller, die in der Bewertung nicht an der Spitze stehen. Dadurch erhält Ferrari zwei Upgrade-Homologationen im Jahr 2026 und zwei weitere im Jahr 2027. Die exakten Abstände zwischen Ferrari, Honda und anderen Lieferanten wurden nicht bekanntgegeben. Die FIA veröffentlicht lediglich die Kategorie, in die ein Hersteller eingestuft wird. Dadurch ist nicht ersichtlich, wie viel Prozent Rückstand jeder Lieferant genau hat; nur die FIA und die betroffenen Hersteller verfügen über diese Daten. Das ADUO-System arbeitet zudem mit einer aufsteigenden Skala der Unterstützung. Hersteller, die zwischen vier und sechs Prozent zurückliegen, erhalten 4,65 Millionen Dollar zusätzliches Entwicklungsbudget und 100 Extra-Teststunden. Bei sechs bis acht Prozent steigt dies auf 6,35 Millionen Dollar und 150 Teststunden an. Wer acht bis zehn Prozent hinten liegt, bekommt acht Millionen Dollar und 190 Zusatzstunden. Für Motorenlieferanten mit mehr als zehn Prozent Rückstand wurde kürzlich sogar eine ergänzende Kategorie eingeführt, die elf Millionen Dollar Budget und 230 zusätzliche Stunden Testzeit vorsieht. Laut diversen internationalen Medien wurde diese Kategorie hinzugefügt, um zu verhindern, dass ein Hersteller komplett aus dem Wettbewerb ausscheidet, wenn der Rückstand zu groß wird. Die FIA hält die exakte Berechnungsmethode des ADUO-Systems bewusst geheim. Der Automobil-Weltverband will verhindern, dass Hersteller ihre Motoren zu den Bewertungszeitpunkten strategisch abstimmen, um schwächer zu erscheinen, als sie tatsächlich sind. Teams können Motoren manipulieren Indem die Kriterien nicht öffentlich gemacht werden, wird es schwieriger, das System zu manipulieren und künstlich zusätzliche Entwicklungszeit oder ergänzende Upgrades zu erzwingen. Für die Fans ergibt sich dadurch ein kurioses Bild: Mercedes dominiert die Weltmeisterschaft, erhält aber dennoch zusätzliche Entwicklungsspielräume. Red Bull bekommt diese Vorteile nicht, da die Marke laut FIA über den leistungsstärksten Verbrennungsmotor verfügt. Das Urteil verdeutlicht einmal mehr, wie komplex die neue Generation der Formel-1-Motoren geworden ist. Die Performance des Verbrennungsmotors stellt lediglich einen Teil eines wesentlich größeren technischen Gesamtgefüges dar. In den kommenden Monaten wird sich zeigen müssen, ob Mercedes, Ferrari und Honda ihre zusätzlichen Entwicklungsmöglichkeiten erfolgreich nutzen können. Sollte dies gelingen, könnte sich das Kräfteverhältnis in der zweiten Saisonhälfte spürbar verschieben. Lies auch: Ferrari kassiert 10.000 Euro Geldstrafe nach Doppel-Fehler beim GP von Belgien Lies auch: FIA verhängt drastische Startplatzstrafen: Max Verstappen profitiert von Rückversetzung seiner Konkurrenten Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? Facebook LinkedIn Email Link kopieren Neueste Nachrichten Mehr Nachrichten lesen Formel 1 Belgien-GP: FIA veröffentlicht offizielle Startaufstellung nach Strafen Formel 1 Ferrari kassiert 10.000 Euro Geldstrafe nach Doppel-Fehler beim GP von Belgien Formel 1 FIA verhängt drastische Startplatzstrafen: Max Verstappen profitiert von Rückversetzung seiner Konkurrenten Formel 1 Max Verstappen lässt Spa beben: Vernichtende erste Ansage zum Auftakt Formel 1 Kurz vor GP von Belgien: FIA belegt Top-Fahrer mit Startplatzstrafe von 10 Plätzen Formel 1 Nach Verstappen-Crash: Red Bull reagiert mit deutlicher Ansage
Formel 1 FIA verhängt drastische Startplatzstrafen: Max Verstappen profitiert von Rückversetzung seiner Konkurrenten