Formel 1 Ferrari setzt bei Testfahrten auf alles oder nichts mit kontroversem Macarena-Flügel AUSTIN, TEXAS - OCTOBER 23: The Ferrari logo in the Paddock during final practice ahead of the F1 Grand Prix of USA at Circuit of The Americas on October 23, 2021 in Austin, Texas. (Photo by Chris Graythen/Getty Images) Von A. Schenk 22. April 2026 F1-News Ferrari Formel 1 Ferrari testet Macarena-Heckflügel in Monza: Wettlauf gegen die Zeit für Miami. Die fünfwöchige Pause im Formel-1-Kalender verfolgt bei Ferrari ein klares Ziel. Das italienische Team nutzt die gewonnene Zeit, um mit Hochdruck an Upgrades für den Grand Prix von Miami vom 1. bis 3. Mai zu arbeiten. Das Team beschäftigt sich intensiv mit dem sogenannten Macarena-Heckflügel. Ein kontroverses und revolutionäres Design, das bereits früher in dieser Saison für Aufsehen sorgte und das Ferrari nun endlich für ein komplettes Rennwochenende einsatzbereit machen möchte. Am Donnerstag, den 23. April, werden Lewis Hamilton und Charles Leclerc im Rahmen eines sogenannten Filmtags in Monza auf die Strecke gehen. Ferrari hat den Kurs für einen Privattest gemietet. Das Setup der Session soll so geheim wie möglich gehalten werden, während das Team seine Aero-Updates für Florida unter Realbedingungen testet. Auch wenn Einschränkungen wie ein Maximum von 200 Kilometern und die obligatorische Nutzung von Pirelli-Demonstrationsreifen gelten, sieht Ferrari den Tag als wertvolle Chance, brauchbare Daten zu sammeln. Anlass für die Unterbrechung des Kalenders ist die Absage der Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien, die für April geplant waren. Diese Lücke zwischen Japan und Miami gab den Teams den Raum, Upgrades zu verfeinern, die ursprünglich in Bahrain hätten präsentiert werden sollen. Ferrari nutzt dies optimal aus. Lies auch: Sündenregister in der Übersicht: Die 5 F1-Piloten mit den meisten Strafpunkten vor dem GP von Kanada Ein mühsamer Weg auf die Strecke Der Macarena-Flügel dreht sich buchstäblich um 180 Grad, wenn sich das Auto im Low-Drag-Modus befindet, wodurch der Luftwiderstand auf den Geraden noch deutlicher reduziert werden kann. Ferrari überraschte das gesamte Fahrerlager bereits bei den Pre-Season-Tests in Bahrain, als sie zum ersten Mal mit dem Design auftauchten. Dies sorgte unmittelbar für Bewunderung, aber auch für Skepsis und Spekulationen darüber, ob der Flügel überhaupt legal sei. In China wurde der Flügel im einzigen Freien Training des Wochenendes erneut eingesetzt. Hamilton machte dort bereits Bekanntschaft mit den Folgen, als der Flügel in der Bremszone vor Kurve 6 schloss. „Räder haben blockiert“, meldete er über Boxenfunk. Das Resultat war ein Dreher. Leclerc hatte mit ähnlichen Balance-Problemen zu kämpfen, woraufhin das Team entschied, den Flügel für den Rest des China-Wochenendes beiseite zu legen. Teamchef Fred Vasseur räumte nach China ein, dass Ferrari nicht genügend Kilometer mit dem Flügel absolviert hatte. Er erklärte, dass der einzige Weg, Zuverlässigkeit aufzubauen, darin bestehe, ihn in den Freien Trainings einzusetzen. „Wir müssen das FP1 nutzen, wenn wir Kilometer mit den Teilen sammeln wollen“, so Vasseur. Auch Japan wurde anschließend ausgelassen. Text geht weiter unter dem Bild. Eine technische und juristische Frage Neben den Balance- und Zuverlässigkeitsproblemen spielt nun auch eine reglementtechnische Angelegenheit eine Rolle. Die FIA schreibt nämlich vor, dass das bewegliche Element eines Heckflügels immer innerhalb von vier Hundertstelsekunden schließen muss. Ferrari muss das Aktivierungssystem des Macarena-Flügels noch weiter verfeinern, um dieser Anforderung gerecht zu werden. Der Filmtag in Monza soll Aufschluss darüber geben, wie weit sie mit dieser Anpassung sind und ob das System schnell genug reagiert, um juristische Probleme zu vermeiden. Ferrari hoffte ursprünglich, den Flügel beim Grand Prix von Kanada debütieren zu lassen, will diese Einführung nun aber in Richtung Miami vorziehen. Der Druck wurde damit deutlich erhöht. Die neueste Version des Macarena-Flügels ist leichter als sein Vorgänger und enthält aerodynamische Verfeinerungen. Dennoch bleibt die Heckstabilität beim Bremsen unter Lenkeinschlag ein Knackpunkt, den das Team vor einem vollen Rennwochenende lösen will. Der Filmtag in Monza diente ursprünglich einem anderen primären Zweck. Ferrari wollte nämlich Daten über das Motormanagement und das Batteriemanagement auf einer der leistungsintensivsten Strecken des Kalenders sammeln. Das ist relevant für den Italien-Grand-Prix im September. Durch die Probleme rund um den Macarena-Flügel wurde das Programm erweitert, und der Aerodynamik-Test steht nun ebenfalls im Zentrum des Geschehens. Ferrari steht momentan auf dem dritten Platz der Konstrukteurswertung. Leclerc und Hamilton belegen die Positionen drei und vier bei den Fahrern, doch der SF-26 konnte in dieser Saison noch keinen Sieg verbuchen. Mercedes dominiert bislang mit Russell und Antonelli, die alle Rennen gewonnen haben. Die Upgrades für Miami sollen dieses Bild ändern, und der Macarena-Flügel wird intern als eines der Schlüsselelemente angesehen, um den Rückstand auf die Silberpfeile zu verkürzen. Zweifel am Einsatz in Florida Angesichts der Streckencharakteristik und der anhaltenden Einschränkungen des Systems ist es gut möglich, dass der Flügel in Florida überhaupt nicht eingesetzt wird. Auf bestimmten Kursen erwägt Ferrari sogar, weiterhin den traditionellen Flügel anstelle der Macarena-Variante zu verwenden, da die Balance-Vorteile nicht immer die Risiken aufwiegen. Lies auch: Großer Automobilhersteller unterstützt V8-Rückkehr in die Formel 1 Lies auch: Max Verstappen: Mercedes-Konkurrenten verpassen ihm nach Nürburgring-Rennen neuen Spitznamen Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? 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