Formel 1 Ferrari kopiert den Kompressions-Trick von Mercedes Von A. Schenk 9. Februar 2026 F1-News Ferrari Formel 1 Mercedes Stillstand bedeutet Rückschritt: Diese Devise scheint man in Maranello verinnerlicht zu haben. Ferrari plant für 2027 die Anwendung eines ähnlichen Tricks bei der Verdichtung, wie ihn Mercedes bereits in seinem aktuellen F1-Motor einsetzt. Dies folgt auf eine wachsende technische Debatte im Fahrerlager. Seit der Einführung des neuen Motorenreglements für 2026 wurde eine Gesetzeslücke entdeckt. Diese betrifft die Messung des Verdichtungsverhältnisses, das laut Reglement maximal 16:1 betragen darf, während es in der vorangegangenen Ära noch bei 18:1 lag. Da diese Messung an Motoren durchgeführt wird, die nicht auf Betriebstemperatur laufen, sollen Hersteller wie Mercedes und Red Bull Powertrains einen Weg gefunden haben, dieses Verhältnis während der Fahrt dennoch zu steigern, möglicherweise auf bis zu 18:1. Dies bringt Berichten zufolge einen Vorteil von bis zu drei Zehntelsekunden pro Runde, sowohl bei der Performance als auch bei der Effizienz. Dies ruft naturgemäß Besorgnis bei den Konkurrenten hervor, die die FIA inzwischen gedrängt haben, das Messverfahren noch vor dem Saisonauftakt in Australien am 8. März zu ändern. Lies auch: Geleakter Funkspruch enthüllt Verzweiflung bei Max Verstappen und Red Bull Der Motor wird erst im Sommer auf dem Prüfstand stehen Obwohl sich Ferrari zuvor kritisch zeigte, berichtet der italienische Journalist Leo Turrini nun, dass Motorenchef Enrico Gualtieri an einem eigenen System arbeitet, um 2027 eine ähnliche Kompressionsdynamik zu realisieren. Dabei soll Ferrari ein neues Pleuel mit einem hohen thermischen Ausdehnungskoeffizienten entwickeln, wodurch das Verdichtungsverhältnis bei Erhitzung ansteigt – genau wie bei Mercedes. Laut Turrini wurde der Plan intern genehmigt, unter der Annahme, dass die FIA das Mercedes-System letztlich für vollkommen legal erklären wird. Ferraris 2027er Motor soll jedoch aufgrund von Produktionskapazitäten erst im Sommer auf den Prüfstand kommen. In der Zwischenzeit vertrauen Gualtieri und sein Team darauf, dass die FIA die Angelegenheit korrekt handhaben wird. So erklärte er bereits bei der Präsentation von Ferraris 2026er Auto: „Wir vertrauen darauf, dass der Prozess ordnungsgemäß durchlaufen wird und es schnell Klarheit gibt.“ Neben diesen Gerüchten ist auch Ferraris 2026er Motor bereits bemerkenswert. Die Scuderia soll als einziger Hersteller auf Zylinderköpfe aus Stahl setzen, die zwar schwerer als Aluminium sind, aber eine effizientere Verbrennung ermöglichen. Berichten zufolge erreichen die Köpfe Rekordwerte bei Temperatur und Druck. Diese Entscheidung wurde erst endgültig getroffen, nachdem die Zuverlässigkeit während der Winterpause deutlich verbessert werden konnte. Beim jüngsten Shakedown in Barcelona spulte Ferrari zusammen mit den Kundenteams Haas und Cadillac die zweitmeisten Motorrunden ab: 992, knapp hinter Mercedes mit 1.136. Lediglich Red Bull profitiert weniger vom Kompressionsvorteil. Möglicherweise liegt darin der Grund für sie, eine Regeländerung dennoch zu unterstützen. Für eine solche Anpassung ist die Unterstützung von vier der fünf Motorenhersteller sowie der FIA und der FOM erforderlich. Sollte sich Red Bull Ferrari, Honda und Audi anschließen, droht Mercedes die Isolation. Teamchef Toto Wolff ließ erst letzte Woche wissen, dass Mercedes eine „sehr positive“ Zusammenarbeit mit der FIA bezüglich dieser Entwicklung pflege, und reagierte scharf auf den Unmut der Rivalen. „Es wird jetzt schon nach Ausreden gesucht. Meine Botschaft an alle lautet: Kümmert euch um euren eigenen Kram.“ Mercedes verfolgte bereits 2020 eine ähnliche Strategie mit DAS (Dual Axis Steering). Ein System, das nach nur einer Saison verboten wurde, bis dahin aber bereits genügend Vorteile gebracht hatte, um die Titel zu sichern. Ferrari scheint diesen Ansatz nun ebenfalls verfolgen zu wollen. Lies auch: FIA untersucht Grid-Strafe gegen Mercedes: Urteil gefallen Lies auch: FIA trifft Entscheidung über neues Startprozedere Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? Facebook LinkedIn Email Link kopieren Neueste Nachrichten Mehr Nachrichten lesen Formel 1 Geleakter Funkspruch enthüllt Verzweiflung bei Max Verstappen und Red Bull Formel 1 FIA untersucht Grid-Strafe gegen Mercedes: Urteil gefallen Formel 1 FIA trifft Entscheidung über neues Startprozedere Formel 1 Mysteriöses Problem bei Red Bull: Droht beim China-GP ein Debakel? Formel 1 Adrian Newey unter Verdacht: Manipulationsversuch gegenüber der FIA? Formel 1 Red Bull liefert beunruhigende Diagnose nach Hadjar-Ausfall