Formel 1

Ferrari kassiert 10.000 Euro Geldstrafe nach Doppel-Fehler beim GP von Belgien

Ferrari kassiert 10.000 Euro Geldstrafe nach Doppel-Fehler beim GP von Belgien
SPA, BELGIUM - JULY 17: Lewis Hamilton of Great Britain driving the (44) Scuderia Ferrari SF-26 leads Max Verstappen of the Netherlands driving the (3) Oracle Red Bull Racing RB22 Red Bull Ford in the Pitlane during practice ahead of the F1 Grand Prix of Belgium at Circuit de Spa-Francorchamps on July 17, 2026 in Spa, Belgium. (Photo by Clive Mason/Getty Images)

Regelverstöße am Freitag: Ferrari muss wegen zweier Vorfälle in Spa zum Rapport bei den Stewards.

Sowohl das Auto von Lewis Hamilton als auch das von Charles Leclerc war in den Fall verwickelt. Zeitweise stand sogar eine Grid-Strafe für beide Piloten im Raum, doch dazu kam es letztlich nicht.

Die FIA beließ es nämlich bei einer Geldstrafe von 5.000 Euro pro Fahrzeug. Damit belaufen sich die Kosten für die Scuderia auf insgesamt 10.000 Euro, und Hamilton sowie Leclerc können am Samstag ohne Sorgen in das Qualifying gehen.

Der Technische Delegierte Jo Bauer brachte die Angelegenheit ins Rollen. Er stellte nach dem zweiten Freien Training fest, dass Ferrari zwischen den beiden Sessions einen Verfahrensfehler begangen hatte, und meldete dies den Stewards. Diese zitierten das Team daraufhin zur Erklärung herbei.

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Kurioser Vorfall

Bei der Angelegenheit ging es um eine scheinbare Belanglosigkeit wie die Rückgabe von Reifen. Gemäß dem Reglement müssen die Teams nach dem ersten Freien Training zwei Sätze Trockenreifen pro Auto an Pirelli zurückgeben.

Zunächst werden die Sätze elektronisch im System abgemeldet, damit der Reifenlieferant weiß, welche Exemplare zurückkommen. Danach müssen die Reifen vor Beginn des zweiten Trainings auch physisch übergeben werden.

Ferrari erledigte den administrativen Teil ordnungsgemäß. Sowohl für das Auto von Hamilton als auch für das von Leclerc wurden zwei Sätze korrekt im System abgemeldet.

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Die Reifen selbst blieben jedoch in der Garage stehen. „Die betreffenden Reifen wurden jedoch vor Beginn von FT2 nicht physisch an den designierten Reifenlieferanten zurückgegeben. Dies verstößt gegen Artikel B6.4.2. Ich lege diese Angelegenheiten den Stewards zur Beurteilung vor“, hieß es im offiziellen Bericht von Bauer.

Während der Anhörung zeigte sich Ferrari einsichtig. „Die Stewards hörten den Teamvertreter von Auto 44 (Lewis Hamilton), der den Verstoß einräumte und diesen auf ein Versehen zurückführte“, so die Stewards in ihrem Urteil. Für das Auto von Leclerc wurde ein identisches Dokument veröffentlicht.

Warum die physische Rückgabe wichtig ist

Die ehemalige Aston Martin-Strategin Bernie Collins erklärte bei Sky Sports, warum diese physische Rückgabe mehr als nur eine Formalität ist.

„Am Ende von FT1 nutzen die meisten Leute zwei Reifensätze, und diese müssen dann elektronisch im System zurückgegeben werden, um Pirelli mitzuteilen, welche Reifen man zurückgibt und welche man behält. Sie sind alle mit einem Barcode versehen und werden ein- und ausgeschmuggelt“, so Collins.

„Aber sie müssen physisch an Pirelli zurückgeschickt werden. Der Grund dafür ist, dass Pirelli sie auf Schäden, Schnitte und alles untersucht, was sie am Reifen anpassen müssen. Es geht um Drücke und Sicherheitsfragen.“

Collins verwies auch auf einen ähnlichen Fall aus ihrer eigenen Karriere. „Als Aston Martin das tat, hatten wir die Reifen physisch zurückgegeben, aber nicht den richtigen Reifen elektronisch abgemeldet. Wir erhielten eine Grid-Strafe von einem Platz für Nico Hülkenberg, worüber wir sehr verärgert waren“, so die Britin.

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https://x.com/ScuderiaFerrari/status/2078178288455860574

Sie hielt die Sanktion für Ferrari daher für eher milde. „Die Tatsache, dass der Reifen nicht physisch zurückgegeben wurde, ist ein größeres Problem, da man diesen Reifen theoretisch für Boxenstopp-Training hätte nutzen können und Pirelli nicht alle korrekten Daten hat. Meiner Meinung nach müsste das mehr als nur ein Klaps auf die Finger sein. Es sollte eine Strafe geben“, meinte Collins.

„Der einzige Punkt ist, dass es nicht die Schuld der Fahrer ist. Es ist ein Verfahrensfehler des Teams, also wollen sie vielleicht eher das Team treffen als die Fahrer, die keine Schuld trifft.“

Gemischter Freitag für die Scuderia

Sportlich verlief der Auftakt in den Ardennen für Ferrari wechselhaft. Im ersten Training fuhren Hamilton und Leclerc auf die Plätze zwei und drei hinter Max Verstappen.

In der zweiten Session rutschte Leclerc auf den elften Rang ab, während Hamilton mit 0,747 Sekunden Rückstand auf den Schnellsten, Kimi Antonelli im Mercedes, Vierter wurde.

Dennoch geht das Team mit Zuversicht in den Rest des Wochenendes. Ferrari gewann nämlich das letzte Rennen in Silverstone dank Leclerc, der damit seinen ersten Sieg seit Austin 2024 einfuhr.

Einen Monat zuvor hatte Hamilton in Barcelona seinen 106. Karrieresieg und seinen ersten in Rot gefeiert. In Spa jagt der Rennstall an diesem Wochenende den zweiten Sieg in Folge. Das gelang zuletzt im Oktober 2024.

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