Formel 1

Darum platzte der Milliarden-Deal zwischen Red Bull und Porsche

Darum platzte der Milliarden-Deal zwischen Red Bull und Porsche

Nach dem beschlossenen Aus von Honda: Porsche galt lange als Favorit auf die Red Bull Partnerschaft

Bevor Red Bull für sein Formel-1-Motorenprojekt die Kräfte mit Ford bündelte, befand man sich in intensiven Gesprächen mit Porsche, doch diese Verhandlungen scheiterten.

Es ist fast genau vier Jahre her, dass eine der spektakulärsten Kooperationen, die die Formel 1 hätte sehen können, im Spätsommer 2022 in sich zusammenfiel.

Red Bull und Porsche hatten vereinbart, in der Königsklasse des Motorsports gemeinsame Sache zu machen, woraufhin sich Red Bull nach einem Verhandlungsmarathon im allerletzten Moment zurückzog. Die direkt Beteiligten haben sich bisher nur selten öffentlich zu dem gescheiterten Mega-Deal geäußert.

Fritz Enzinger war damals Leiter von Porsche Motorsport und der Motorsport-Aktivitäten des Volkswagen-Konzerns. In einem Interview für den YouTube-Kanal von Formel1.de enthüllte er nun, wie weit die Verhandlungen bereits fortgeschritten waren.

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Handschlag war bereits erfolgt

Enzinger sagte, dass es bereits einen Handschlag zwischen VW-Chef Oliver Blume und Red-Bull-Mitbegründer Dietrich Mateschitz gegeben habe – den beiden obersten Entscheidern auf Porsche- beziehungsweise Red-Bull-Seite zum Zeitpunkt der Deal-Entwicklung.

Er bestätigte zudem Berichte aus jener Zeit, wonach die Veröffentlichung einer gemeinsamen Pressemitteilung bereits geplant war.

„Es stimmt, dass der Plan war, in Spielberg oder beim Rennen danach an die Öffentlichkeit zu gehen.“

Seiner Erinnerung nach wurde die Bekanntgabe verschoben, da einige Punkte im Reglement noch nicht vollständig geklärt waren. Es war klar: Sobald man sich offiziell verpflichtet und den Einstieg in die Formel 1 verkündet hätte, wäre es schwierig geworden, die gewünschten Reglement-Änderungen rund um die Power Unit noch durchzusetzen.

„Deshalb haben wir uns einfach etwas Spielraum gelassen und gesagt: Okay, dann warten wir bis zum nächsten Rennen.“

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Die Ankündigung wurde jedoch nicht nur verschoben, sie erfolgte letztlich überhaupt nicht. Enzinger erinnert sich, dass in diesen entscheidenden Tagen ein Kurswechsel bei Red Bull stattfand, wodurch der Einstieg schlicht nicht zustande kam. Über die Gründe hinter dieser Kehrtwende will Enzinger nicht spekulieren.

Sicher ist jedoch, dass Mateschitz zu diesem Zeitpunkt bereits in einem sehr schlechten Gesundheitszustand war, während an den Verhandlungen nicht nur die österreichischen Gesellschafter, die 49 Prozent an der Red Bull GmbH hielten, sondern auch die thailändischen Mehrheitseigentümer beteiligt waren.

„Und in diesem Moment fand der Umschwung einfach statt“, so Enzinger.

Gerüchte, wonach Porsche damals auch mit anderen Teams verhandelte, wies er als Fiktion zurück.

„In dieser Phase sprach Porsche ausschließlich mit Red Bull. Die Konstellation war einzigartig, und weil wir uns so darauf konzentrierten, führten wir faktisch keine Parallelgespräche.“

„Von Porsche-Seite gab es wirklich nur ein Ziel, nämlich mit Red Bull in die Formel 1 einzusteigen.“

Bevor der Deal platzte, hatten beide Parteien bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, deren Entwurf weit über die reine Lieferung einer Power Unit hinausging.

Porsche wollte Hälfte der Aktivitäten übernehmen

Porsche plante, die Power Unit an Milton Keynes zu liefern und fünfzig Prozent der Formel-1-Aktivitäten von Red Bull zu übernehmen, was damals als Partnerschaft auf Augenhöhe bezeichnet wurde.

Letztlich schickte der Volkswagen-Konzern nicht beide in Betracht gezogenen Marken in die Formel 1, sondern nur Audi. Der Hersteller aus Ingolstadt übernahm das Schweizer Sauber-Team, das ab 2026 als Audi-Werksteam mit Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto an den Start gehen wird.

So sehr Enzinger damals seine eigene Marke Porsche zusammen mit Red Bull in die Formel 1 hätte bringen wollen, sieht er vier Jahre später auch eine positive Seite am Scheitern des Deals.

„Rückblickend, wenn man sieht, wie schwierig die Situation in der Automobilindustrie heute ist, denke ich, dass es etwas Positives hat, dass es nicht geklappt hat“, sagte er.

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