Formel 1

Audi in der Krise nach erstem F1-Test: Binotto schlägt Alarm

Audi in der Krise nach erstem F1-Test: Binotto schlägt Alarm
20 January 2026, Berlin: Motorsport: Formula 1, Mattia Binotto, Head of Audi F1 Project, photographed at Kraftwerk Mitte during a media round for the presentation of the Audi Revolut works team's Formula 1 racing car. Photo: Soeren Stache/dpa (Photo by Soeren Stache/picture alliance via Getty Images)
Von A. Schenk 3. Februar 2026

Erster Härtetest für Audi: Startschuss des Formel-1-Projekts verläuft alles andere als reibungslos

Während des dreitägigen Shakedowns in Barcelona sah sich das Team täglich mit technischen Problemen am neuen R26 konfrontiert. Projektleiter Mattia Binotto lieferte am Freitag eine bemerkenswert ehrliche Analyse der Situation.

„Ich habe noch nie eine so lange Liste an Problemen gesehen.“

Bereits der Montag begann mühsam. Gabriel Bortoleto musste sein Auto nach nur 27 Runden abstellen. Der Mittwoch verlief mit Nico Hülkenberg am Steuer etwas besser, doch auch hier sorgte ein Hydraulikproblem für eine Zwangspause.

Auch am Freitag gingen erneut Stunden durch technische Defekte verloren, wobei Audi keine Details zur genauen Ursache der Probleme nennen wollte. Letztlich absolvierte Bortoleto am Freitagvormittag 66 Runden, bevor Hülkenberg das Cockpit übernahm und weitere 81 Runden hinzufügte.

Damit kam Audi auf insgesamt 243 Runden. Nur zwei Teams schnitten noch schlechter ab: Aston Martin kam lediglich auf 65 Runden und Neueinsteiger Cadillac spulte insgesamt 164 Runden ab. Zum Vergleich: Mercedes drehte in den drei Tagen stolze 499 Runden.

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‘Kein Stein bleibt auf dem anderen’

Bortoleto hätte eigentlich den gesamten Montag fahren sollen und war damit der größte Leidtragende des Audi-Pechs.

„Das Team ist froh, dass wir zumindest einige Runden fahren konnten, aber persönlich hätte ich gerne mehr geschafft“, sagte er.

„Hoffentlich kann Nico am Nachmittag noch einige Kilometer sammeln, damit wir einige Schwachstellen ausmerzen können.“

Mattia Binotto zeigte sich im Anschluss ehrlich über die Lage.

„Es liegt viel Arbeit vor uns. Für die Fahrer und für die Ingenieure im Werk.“

„Alles muss unter die Lupe genommen werden, vom Design bis zur Ausführung. Kein Stein bleibt auf dem anderen“, fügte er hinzu.

„Ich habe in meiner Karriere noch nie eine so lange Liste gesehen.“

Das ist eine deutliche Ansage, besonders aus dem Mund von jemandem mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung bei Ferrari. Gleichzeitig relativiert Binotto die Situation.

„Wir wussten, dass es viel Arbeit werden würde. Diese drei Testtage waren entscheidend, um zu lernen.“

„In dieser Hinsicht liegen wir, gemessen an unserem aktuellen Stadium, gut auf Kurs.“

Auch Technikchef James Key betonte, dass die Performance nicht im Fokus dieses ersten Tests stand.

„Es ging rein um die Validierung unserer Basis und die Überprüfung der Zuverlässigkeit unserer Systeme.“

„Dabei haben wir Fortschritte gemacht und nun ein Fundament für die Testtage in Bahrain.“

Den Fabriken in Hinwil und Neuburg bleibt nun etwas mehr als eine Woche Zeit, um so viele Kinderkrankheiten wie möglich zu beheben. Ab dem 11. Februar folgt die nächste Testreihe, dann auf dem Kurs in Bahrain.

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