Formel 1

Helmut Marko meldet sich zurück und benennt die größte Gefahr für Mercedes: „Das ist ihre einzige Schwäche“

Helmut Marko meldet sich zurück und benennt die größte Gefahr für Mercedes: „Das ist ihre einzige Schwäche“

Nach fünf Rennen entwickelt sich die Formel-1-Saison 2026 immer mehr zur großen Mercedes-Show.

Bisher überquerte in dieser Saison bei jedem Grand Prix ein Auto des deutschen Rennstalls als Erstes die Ziellinie, zudem entschied das Team auch das Sprintrennen in China für sich.

Damit hat sich Mercedes bereits einen komfortablen Vorsprung in der Tabelle erarbeitet, sowohl bei den Konstrukteuren als auch bei den Fahrern. Laut dem ehemaligen Red Bull Berater Helmut Marko droht die größte Gefahr für die Dominanz von Mercedes nicht durch Rivalen wie Ferrari oder McLaren, sondern aus der eigenen Garage.

Im Gespräch mit dem österreichischen Medium OE24 äußerte sich Marko gewohnt deutlich zu den aktuellen Kräfteverhältnissen. Laut dem Österreicher verfügt Mercedes über das stärkste Gesamtpaket im Feld.

„Mercedes ist ohne Zweifel das stärkste Team. Sie haben den besten Motor und setzen mit ihrer Batterie die Maßstäbe.“

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Erfolg von Antonelli sorgt für interne Spannungen

„Und sie haben zum ersten Mal seit 2021 ein konkurrenzfähiges Chassis gebaut. Zudem verfügen sie über ein bärenstarkes Fahrerduo.“

Dieses Duo besteht aus George Russell und Eigengewächs Andrea Kimi Antonelli. Vor allem der junge Italiener erntet viel Lob mit vier Siegen in den ersten fünf Grands Prix und führt die Meisterschaft mit 43 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten und Teamkollegen George Russell an.

Der rasante Aufstieg des Italieners hat ihn direkt zum Titelkandidaten gemacht, sorgt aber gleichzeitig für zunehmende Spannungen innerhalb des Teams. Während des Rennwochenendes in Kanada traten diese Spannungen deutlich zutage.

Im Sprintrennen beschuldigte Antonelli George Russell, ihn absichtlich von der Strecke gedrängt zu haben. Der Italiener sprach im Anschluss von einer „unfairen“ Aktion und fand, dass die Rennleitung hätte eingreifen müssen. Einen Tag später folgte beim Grand Prix erneut ein hartes Duell.

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Die beiden Mercedes-Piloten kämpften Rad an Rad um die Führung, wobei beide Autos sogar kurzzeitig durch das Gras fahren mussten. Der Zweikampf endete erst, als Russell mit Problemen an der Batterie ausfiel, woraufhin Antonelli seinen vierten Grand Prix Sieg in Folge problemlos sichern konnte.

Für Marko liegt genau darin die einzige Schwachstelle von Mercedes. Er lobt Antonellis Speed, erwartet aber nicht, dass sich Russell kampflos mit einer unterstützenden Rolle abfinden wird.

„Ich finde es erfrischend zu sehen, wie Antonelli das Auto fliegen lässt. Aber Russell ist der erfahrene Mann, der ebenfalls zurückschlagen wird.“

Laut dem Österreicher liegt darin die einzige realistische Chance für die Konkurrenz.

„Dass sie sich dabei gegenseitig aufreiben, ist die einzige Hoffnung. Ansonsten ist Mercedes weg.“

Diese Analyse wird von mehreren Experten geteilt. Die Geschichte der Formel 1 zeigt, dass dominante Teams oft nicht durch technischen Rückstand, sondern durch interne Rivalität geschlagen werden.

Mercedes erlebte dies bereits selbst während der intensiven Rivalität zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Zeitraum zwischen 2014 und 2016. Auch McLaren hatte Ende der achtziger Jahre ähnliche Probleme mit Alain Prost und Ayrton Senna.

Dennoch erwartet Marko kurzfristig eine Strecke, auf der Mercedes möglicherweise verwundbar ist: Der Grand Prix von Monaco wird als kleine Chance für Ferrari gesehen.

Der Stadtkurs von Monte Carlo belohnt Autos, die in langsamen Kurven stark sind, und genau dort hat Ferrari in dieser Saison regelmäßig geglänzt. Charles Leclerc gilt daher als ernsthafter Kandidat für die Pole Position und möglicherweise sogar den Sieg.

„Mercedes wird in den langsamen Kurven Probleme haben“, prognostiziert Marko.

Russell und Antonelli jedes Wochenende Favoriten

„Ich sehe Leclerc vorne. Er fährt sein Heimrennen und ist mein Favorit im Qualifying. Und wer in Monaco vorne startet, gewinnt auch das Rennen.“

Trotzdem ändert ein möglicher Ferrari-Sieg in Monaco laut Marko wenig am Gesamtbild. Mercedes verfügt derzeit über das schnellste Auto im Feld und hat mit Russell und Antonelli zwei Fahrer, die fast jedes Wochenende um den Sieg kämpfen können.

Die Frage für den Rest des Feldes lautet daher nicht so sehr, wie Mercedes geschlagen werden kann, sondern eher, ob sich das Team auf dem Weg dorthin selbst im Wege stehen wird.

Solange Russell und Antonelli ihre Rivalität unter Kontrolle halten, scheint Mercedes auf dem besten Weg zu einer Saison zu sein, in der beide Weltmeistertitel vorzeitig entschieden werden könnten. Nur ein Szenario, in dem der Titelkampf bei Mercedes intern eskaliert, bietet der Konkurrenz vorerst eine Perspektive.

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