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Ab sofort gibt es neuen Kraftstoff an den Tankstellen in den Niederlanden

Ab sofort gibt es neuen Kraftstoff an den Tankstellen in den Niederlanden

Kraftstoff-Wechsel an den Zapfsäulen: Das ändert sich ab diesen Monat beim Tanken.

Nicht etwa, weil sich etwas am Preis oder am Angebot geändert hat, sondern weil das Gesetz es so vorschreibt.

Jedes Jahr um den 1. Mai stellen die Tankstellen in den Niederlanden von Winter- auf Sommerbenzin um. In den Sommermonaten vom 1. Mai bis einschliesslich 30. September muss der Kraftstoff andere Anforderungen erfüllen als im Winter.

Für die meisten Autofahrer geht dies unbemerkt vorüber. Dennoch gibt es einen chemischen Unterschied bei dem Kraftstoff, der aus dem Zapfhahn kommt.

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Butan

Der wichtigste Unterschied liegt im Anteil von Butan. Das ist ein Stoff, der für eine gute Entzündung sorgt. Winterbenzin enthält mehr Butan, um bei kalten Temperaturen eine bessere Zündung zu ermöglichen.

Sommerbenzin hingegen enthält weniger Butan, da der Kraftstoff sonst bei höheren Temperaturen zu schnell verdampfen würde.

Die technische Erklärung hierfür liegt im Dampfdruck. Im Winter ist es kalt und Kraftstoff verdampft von Natur aus weniger schnell. Daher machen Raffinerien das Winterbenzin mit etwas zusätzlichem Butan besonders flüchtig.

Dies stellt sicher, dass bei der Kraftstoffeinspritzung sofort genügend Benzindampf entsteht, um den Motor auch an kalten Morgen reibungslos starten zu lassen.

Wenn das Benzin bereits auf dem Weg zum Motor zu verdampfen beginnt, entstehen Luftblasen in der Kraftstoffleitung. Diese Blasen blockieren die Zufuhr von flüssigem Kraftstoff, wodurch der Motor nicht genug Benzin erhält. Die Folge kann sein, dass der Motor ruckelt, weniger Leistung liefert oder sogar ganz ausgeht. Dieses Phänomen nennt man Dampfblasenbildung oder Vapour Lock.

Es gibt zudem einen weiteren Risikofaktor. Probleme wie Klopfen oder eine Frühzündung können auftreten, wenn das Benzin bei warmen Aussentemperaturen eine zu hohe Flüchtigkeit aufweist.

Artikel wird unter dem Bild fortgesetzt.

Gesetzliche Norm

Der Übergang ist keine unverbindliche Absprache zwischen Tankstellenbetreibern und Raffinerien. Tankstellen sind gesetzlich verpflichtet, ab dem 1. Mai Benzin in Sommerqualität mit einem anderen Dampfdruck als beim Winterbenzin zu liefern.

Der Dampfdruck für Benzin in Sommerqualität darf nicht höher als 60 kPa liegen. Für die Winterqualität liegt dieser Wert bei 95 kPa. Diese Norm ist in den europäischen Benzinstandards verankert und gilt auch in anderen EU-Ländern.

Winterbenzin hat nämlich einen höheren Reid-Dampfdruck (RVP) von meist zwischen 13,5 und 15 psi, was angibt, wie leicht der Kraftstoff verdampft. Sommerbenzin bleibt deutlich darunter.

Umweltvorteil

Neben der technischen Seite gibt es auch einen ökologischen Grund für den jährlichen Wechsel. Sommerbenzin verdampft weniger schnell, wodurch weniger schädliche Dämpfe in die Atmosphäre gelangen. Dies trägt zu einer saubereren Luft und einer geringeren Smogbildung bei.

Weniger Verdunstung bedeutet zudem weniger Kraftstoffverlust während des Transports und der Lagerung. Das ist sowohl gut für die Umwelt als auch für die Effizienz der gesamten Kette, die den Kraftstoff von der Raffinerie zur Zapfsäule bringt.

Etwas mehr Energie pro Liter

Es gibt noch eine praktische Folge, die nur wenige kennen. Butan enthält nämlich weniger Energie als Benzin. Sommerbenzin weist dadurch einen geringfügig höheren Energiegehalt pro Liter auf.

Winterbenzin sorgt theoretisch also für etwas weniger Leistung, was man jedoch meist nicht direkt spürt. Der Unterschied in der Energiedichte ist zu gering, um in der Praxis aufzufallen. Als Autofahrer merkt man keinen Unterschied, ob man Winter- oder Sommerbenzin tankt. Weder beim Fahren noch im Geldbeutel.

Keine leeren Tanks am 30. April

Eine Frage, die jedes Jahr auftaucht, ist, ob Tankstellen am 30. April buchstäblich ihren gesamten Vorrat ablassen und frisches Sommerbenzin einlagern. Das ist nicht der Fall. Der Übergang erfolgt schrittweise. Ende April kann man manchmal schon Sommerbenzin tanken und Anfang Mai vielleicht noch Reste von Winterbenzin erhalten. So können Tankstellen erst ihre Bestände aufbrauchen.

Die gesetzliche Verpflichtung gilt für das von der Raffinerie gelieferte Benzin. In den Erdtanks einer einzelnen Station kann der Übergang also je nach Durchlaufgeschwindigkeit erst ein paar Tage später vollzogen sein.

Je nach Land unterschiedlich

Die Niederlande stehen mit diesem Vorgehen nicht alleine da, aber die genauen Normen unterscheiden sich je nach Land. In skandinavischen Ländern sind die Winternormen aufgrund der extremeren Temperaturunterschiede erheblich strenger als in Südeuropa.

Winterbenzin hat dort eine höhere Flüchtigkeit, wodurch es schneller verdampft und der Motor bei niedrigen Temperaturen besser anspringt. Wer mit dem Auto in den Urlaub in ein Land ausserhalb der EU reist, sollte sich vorab über die dort übliche Benzinqualität informieren.

Einfach weiter tanken

Die Umstellung erfolgt an den Tankstellen automatisch. Es gibt keinen Grund, vor dem 1. Mai noch schnell vollzutanken oder extra zu warten. Der Kraftstoff funktioniert in beiden Fällen exakt wie erwartet.

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