Formel 1

Ab nächster Woche: EU macht nerviges Warnsignal in allen Neuwagen zur Pflicht

Ab nächster Woche: EU macht nerviges Warnsignal in allen Neuwagen zur Pflicht

Ab dieser Woche ändert sich etwas in jedem Neuwagen: Eine Neuerung, die bei vielen Autofahrern für wenig Begeisterung sorgen dürfte.

Ab heute, dem 7. Juli, muss jeder Neuwagen, der in den Niederlanden verkauft wird, mit einem hochentwickelten Überwachungssystem ausgestattet sein.

Dieses System überwacht kontinuierlich die Blickrichtung und Kopfposition des Fahrers. Sobald die Kamera registriert, dass der Blick zu lange von der Fahrbahn abweicht, ertönt ein eindringliches Warnsignal. Autofahrer, welche die neue Technologie bereits testen konnten, sind alles andere als begeistert.

Die Verpflichtung ergibt sich aus der europäischen General Safety Regulation, kurz GSR2. Das System trägt die offizielle Bezeichnung Advanced Driver Distraction Warning (ADDW) und soll die Zahl der Verkehrsunfälle durch abgelenkte Fahrer reduzieren.

Die Europäische Kommission schätzt, dass zwischen zehn und dreißig Prozent aller Verkehrsunfälle auf Ablenkung am Steuer zurückzuführen sind. Mit ADDW hofft Brüssel, diesen Prozentsatz deutlich zu senken.

Für niederländische Autofahrer galt die Anforderung eigentlich schon seit Juli 2024, allerdings nur für komplett neue Modelle, die ihre Typgenehmigung noch erhalten mussten. Ab dieser Woche gilt die Regelung für nahezu jedes Fahrzeug, das erstmals zugelassen wird. Auch Autos von Modellen, die bereits seit Jahren im Showroom stehen, kommen nun nicht mehr an der Kamera vorbei.

Ein kleiner Sensor wird in der Regel in der Lenksäule, im Armaturenbrett oder im Bereich des Innenspiegels verbaut. Von dieser Position aus verfolgt der Computer die Kopfhaltung und die Blickrichtung, um festzustellen, ob die Aufmerksamkeit dem Verkehr gilt. Bei Geschwindigkeiten über 50 km/h erfolgt bereits eine Warnung, sobald man länger als drei Sekunden wegsieht. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten liegt diese Grenze bei sechs Sekunden.

Milliarden-Offerte: Investoren bieten 3 Milliarden Dollar für dieses F1-Team

Lies auch: Milliarden-Offerte: Investoren bieten 3 Milliarden Dollar für dieses F1-Team

Ein System, das in der Praxis oft versagt

Autofahrer, die das System bereits in ihrem Fahrzeug haben, beklagen vor allem die Sensibilität der Kamera. Ein kurzer Blick auf den Navigationsbildschirm, ein Schulterblick beim Überholen oder einfach ein Gespräch mit dem Beifahrer kann bereits ausreichen, um die Warnung zu aktivieren. Zudem scheint der Sensor Probleme mit Sonnenbrillen oder starkem Gegenlicht am frühen Morgen oder späten Nachmittag zu haben.

Vor allem bei einigen neuen chinesischen Modellen, die in letzter Zeit auf dem niederländischen Markt erschienen sind, erweist sich das System als auffallend störend. Bei Testfahrten erhielten Redakteure dutzende Meldungen innerhalb einer Viertelstunde, selbst wenn sie den Blick starr nach vorne richteten.

Das Deaktivieren der Funktion ist zudem oft eine echte Herausforderung, da die Option tief in den Menüs des Touchscreens versteckt ist. Genau dieses Suchen auf dem Bildschirm sorgt für die Ablenkung, die das System eigentlich verhindern soll.

Text geht unter dem Bild weiter.

Weitere verpflichtende Systeme im Anmarsch

ADDW steht nicht allein da. Die GSR2-Verordnung schreibt auch eine Blackbox vor, offiziell Event Data Recorder genannt, der Daten über Geschwindigkeit und Bremsverhalten im Moment eines Unfalls aufzeichnet. Zudem muss jeder Neuwagen für eine Alkoholsperre vorbereitet sein, und ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent wird zur Pflicht, der – genau wie ADDW – bei jeder Fahrt standardmäßig aktiviert ist.

Der Gedanke hinter all diesen digitalen Maßnahmen ist nachvollziehbar, denn weniger Verkehrstote ist ein Ziel, gegen das niemand etwas einwenden kann. Dennoch schalten viele niederländische Autofahrer die Systeme am liebsten sofort aus, sobald sie losfahren, eben weil sich die Technik in der Praxis so unzuverlässig anfühlt.

Die obligatorischen Kameras machen Neuwagen zudem teurer, und diese Kosten landen letztlich beim Käufer. Der europäische Gesetzgeber betont unterdessen, dass die Kamera keine Bilder speichert und niemanden erkennt, doch dieses Argument überzeugt längst nicht jeden verärgerten Autofahrer am Steuer.

Hiobsbotschaft für Red Bull und Max Verstappen

Lies auch: Hiobsbotschaft für Red Bull und Max Verstappen

Nach Belgien-GP: Zwei F1-Piloten fliegen gemeinsam mit Fans in easyJet-Maschine zurück

Lies auch: Nach Belgien-GP: Zwei F1-Piloten fliegen gemeinsam mit Fans in easyJet-Maschine zurück

Neueste Nachrichten

Mehr Nachrichten lesen