Formel 1

14 spektakuläre Abgänge bei Red Bull: Max Verstappen erwägt F1-Rücktritt

14 spektakuläre Abgänge bei Red Bull: Max Verstappen erwägt F1-Rücktritt
SUZUKA, JAPAN - MARCH 26: Max Verstappen of the Netherlands and Oracle Red Bull Racing arrives in the Paddock during previews ahead of the F1 Grand Prix of Japan at Suzuka Circuit on March 26, 2026 in Suzuka, Japan. (Photo by Mark Thompson/Getty Images) // Getty Images / Red Bull Content Pool // SI202603260021 // Usage for editorial use only //

Einstige Erfolgsgarantie bröckelt: Was bleibt bei Red Bull Racing nach dem Lambiase-Abschied noch übrig?

Der massive personelle Aderlass bei Red Bull findet vorerst kein Ende. Die Ankündigung, dass Gianpiero Lambiase zu McLaren wechselt, ist mehr als nur eine gewöhnliche Personalrotations-Meldung. Für Red Bull bedeutet dies den Abschied von der letzten engen Vertrauensperson, die Max Verstappen noch in seinem direkten Umfeld hatte.

Lambiase wird nach Ablauf seines Vertrages Ende 2027 in Richtung McLaren abwandern, um dort als Head of Race Engineering tätig zu werden. McLaren dementierte unterdessen, dass die Verpflichtung von Lambiase im Zusammenhang mit einem möglichen Wechsel von Teamchef Andrea Stella zu Ferrari steht.

Stella soll Lambiase demnach einarbeiten und nicht durch ihn ersetzt werden. In jedem Fall traf die Nachricht das Red Bull Lager hart, denn Lambiase war der Mann, der Verstappen zu vier Weltmeitertiteln begleitete und zu dem der Niederländer eine einzigartige Bindung aufgebaut hat.

Die Liste der prominenten Abgänge bei Red Bull ist mittlerweile alarmierend lang. Den Anfang machte 2023 Chief Designer Rob Marshall, der sich für McLaren entschied und dort inzwischen als Chief Designer fungiert.

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Verstappen selbst hatte ein gutes Verhältnis zu Horner

Danach folgten Lee Stevenson, der Chefmechaniker, der zu Sauber beziehungsweise Audi ging und dort mittlerweile als Teammanager arbeitet. Kaum war diese Nachricht verdaut, kündigte Adrian Newey seinen Abschied an.

Der am meisten gefürchtete F1-Konstrukteur aller Zeiten entschied sich für ein Abenteuer beim hyper-ambitionierten Aston Martin Team, woraufhin ein Tauziehen um die vertraglichen Details entbrannte, das monatelang die Schlagzeilen dominierte.

Wenig später wurde bekannt, dass auch Sportdirektor Jonathan Wheatley von Audi abgeworben wurde und Strategie-Chef Will Courtenay den Wechsel zu McLaren vollzieht.

Courtenay ist bereits für McLaren tätig. Hinzu kamen weniger auffällige Abgänge, die Verstappens direktes Arbeitsumfeld beeinflussten. Steuerungs-Ingenieur Michael Manning und Mechaniker Calum Nicholas zogen sich beide aus ihren Rollen an der Rennstrecke zurück und besetzen nun andere Positionen.

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Im Juli 2025 folgte der größte Schock jenes Jahres. Christian Horner wurde nach mehr als zwanzig Jahren bei Red Bull als Teamchef entlassen. Verstappens Vater Jos hatte schon lange vor Horners Aus dessen Ablösung gefordert, doch Max selbst pflegte eine gute Arbeitsbeziehung zu ihm.

Danach setzte sich die Abwanderungswelle fort. Motorentechniker David Mart entschied sich ebenfalls für Audi. Performance-Ingenieur Tom Hart bleibt zwar vorerst bei Red Bull, hat aber bereits einen Vertrag mit Williams für 2027 unterzeichnet. Helmut Marko verabschiedete sich Ende 2025 nach Jahrzehnten beim Team.

Der Mann, der Verstappen als 16-Jährigen in die Formel 1 holte und vom Niederländer als sein zweiter Vater angesehen wird, räumte seinen Posten aufgrund von Red Bull CEO Oliver Mintzlaff, der dem Vernehmen nach einen Neuanfang für die F1-Operation anstrebte.

Marko kehrt übrigens informell als Berater und Botschafter für den Großen Preis von Österreich zurück. Der Abschied von Marko war bis vor kurzem der schwerste Schlag für Verstappens persönlichen Zirkel.

Das war jedoch, bevor Chief Designer Craig Skinner im Februar seine Kündigung einreichte und die Nummer-Eins-Mechaniker Matt Caller und dessen Bruder Jon ebenfalls die Tür hinter sich zuzogen und Richtung Audi abwanderten.

Und in dieser Woche wurde bekannt, dass auch Ole Schack – einer der dienstältesten Mitarbeiter von Red Bull und Mechaniker an Verstappens Auto – das Team verlässt. Nun befindet sich also auch Lambiase auf dem Weg zum Ausgang.

„Ich habe ihm gesagt, dass ich nur mit ihm zusammenarbeite. Sobald er aufhört, höre ich auch auf“, lauteten 2021 die Worte von Max Verstappen.

Obwohl Lambiase erst 2028 wechselt, beginnt der Countdown bereits jetzt. McLaren bestätigte eine Rolle für Lambiase, dementierte aber, dass es sich dabei um den Posten des Teamchefs handelt. Eine hohe Führungsposition mit direkter Berichtslinie an Stella wurde hingegen bestätigt.

Die Situation bei Red Bull steht in krassem Gegensatz dazu, wie das Team noch vor zwei Jahren aussah: Vier Konstrukteurs-Titel in Folge, ein dominantes Auto und ein Kern aus talentierten Mitarbeitern, die den Erfolg aufgebaut hatten.

Heute liegt das Team auf dem sechsten Platz der Konstrukteurs-Wertung, 16 Punkte hinter dem Spitzenreiter Mercedes.

Der RB22 ist unberechenbar und laut Verstappen selbst schlichtweg unfahrbar. Der Niederländer holte nach drei Rennen lediglich 12 Punkte und dachte nach Japan laut darüber nach, ob er überhaupt noch länger in der Formel 1 fahren möchte.

Die Ausstiegsklausel in Verstappens Vertrag läuft Mitte 2026 aus, sofern er vor der Sommerpause außerhalb der Top zwei in der Meisterschaft liegt. Angesichts des aktuellen Tabellenstandes ist diese Klausel fast sicher verfügbar.

Ob er sie nutzt, hängt davon ab, ob sich das Auto verbessert – aber auch davon, wie es sich anfühlt, wenn er sich in seiner Garage umschaut und immer weniger vertraute Gesichter sieht. Red Bull ist sportlich und menschlich ein völlig anderes Team geworden als jener Rennstall, bei dem er 2016 unterschrieb.

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