Formel 1 Valtteri Bottas spricht offen über seine schwere Krankheit: „Wenn ich sterbe, dann sterbe ich…“ SUZUKA, JAPAN - MARCH 28: Valtteri Bottas of Finland and Cadillac F1 Team answers questions in the TV media pen during qualifying ahead of the F1 Grand Prix of Japan at Suzuka Circuit on March 28, 2026 in Suzuka, Japan. (Photo by Jayce Illman/Getty Images) Von A. Schenk 3. Mai 2026 F1-News Formel 1 Toto Wolff Valtteri Bottas Nach einem Jahr als Mercedes-Testfahrer weiß Valtteri Bottas wieder, was es heißt, Formule-1-Pilot zu sein – sein Weg in die Königsklasse war steinig. Valtteri Bottas war sechs Jahre alt, als er vom Auto seines Vaters aus ein Werbeschild für Kartrennen am Straßenrand entdeckte. Er flehte seinen Vater an umzukehren. Das tat er, und so nahm alles seinen Lauf. Die Familie hatte keinerlei Hintergrund im Motorsport, doch irgendetwas an diesem Schild übte eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf den kleinen Valtteri aus. Die Enttäuschung beim Finnen war entsprechend groß, als sich herausstellte, dass sein Bein nicht lang genug war, um das Gaspedal zu erreichen. Ein ganzes Jahr lang musste er warten, bis er es erneut versuchen durfte. Den Moment, als sein Fuß das Pedal schließlich berührte, bezeichnet er heute als einen der fünf schönsten Augenblicke seines Lebens. In einem ausführlichen, persönlichen Gastbeitrag auf The Players Tribune blickt der 36-jährige Finn-Australier nun auf seine Karriere zurück, die schon früh von Gegenwind geprägt war. Lies auch: Lewis Hamilton zeigt nach Monaco-Sieg von Kimi Antonelli wahres Gesicht Bottas hielt sein extremes Trainingsschema geheim Als er neunzehn wurde, entschied sich Bottas für eine Zusammenarbeit mit Toto Wolff und Mika Häkkinen. Das stieß einer anderen Partei, die ihn ebenfalls unter Vertrag nehmen wollte, sauer auf. „Wir werden dir das Leben verdammt schwer machen. Dein Weg in die Formule 1 wird jetzt viel mühsamer. Du hast die falsche Entscheidung getroffen“, wurde ihm gesagt. Bottas ließ sich davon kaum beeindrucken. „Ich dachte nur: Okay, jetzt weiß ich, was für ein Mensch du bist. Viel Spaß, wir sehen uns in der Formule 1.“ Nach seinem Aufstieg in die Königsklasse bei Williams beschrieb er sich selbst als den langweiligsten Fahrer im Feld. Alte Interviews auf YouTube anzusehen, war für ihn selbst kein Vergnügen. Artikel geht weiter unter dem Bild. „Ich spreche in diesen Interviews zwar, aber ich sage nichts. Ich rede über das Auto wie ein Roboter. Eigentlich sehr praktisch, wenn man Einschlafprobleme hat“, scherzt er. Nach seiner ersten Saison riet ihm Williams dazu, fünf Kilo abzunehmen. Dieser Rat traf Bottas wie ein Schlag, allerdings in die falsche Richtung. Der Finne beschloss, zehn statt der geforderten fünf Kilo zu verlieren. Brokkoli und Blumenkohl wurden zu seinen Hauptnahrungsmitteln. Bottas absolvierte täglich eine 90-minütige Trainingseinheit und hängte danach eine weitere dran ohne GPS-Uhr, damit sein Fitnesstrainer das übermäßige Pensum nicht bemerkte. Jeden Morgen wog er sich und spürte eine Art Rausch, wenn das Gewicht weiter gesunken war. Nach zwei Monaten war sein Nervensystem völlig am Ende. Er wachte jede Nacht um vier Uhr morgens auf und deutete das zunächst als Erfolg. Früher wach zu sein bedeutete mehr Zeit für das Training. In Wahrheit stand sein Körper kurz vor dem totalen Zusammenbruch. In größeren Menschenmengen litt Bottas unter Panikattacken. Er wollte allein sein. Schlimmer noch wurden seine düsteren Gedanken. Er ertappte sich dabei, dass seine Vorstellungen besorgniserregend wurden, als ihm seine damalige Freundin einen sicheren Flug wünschte. „Wenn das Flugzeug abstürzt, spielt das doch keine Rolle. Dann bin ich weg und alles ist vorbei.“ Erst als seine Freundin ihn fragte, ob er nie Angst davor habe, im Auto zu sterben, wurde ihm klar, dass etwas grundlegend schief lief. „Nein. Wenn ich sterbe, sterbe ich“, antwortete er. Er suchte einen Psychologen auf und gestand sich ein, dass er krank war. „Das war eine enorme Erleichterung.“ Blutuntersuchungen bestätigten, dass sein Hormonhaushalt und sein Nervensystem völlig aus dem Ruder gelaufen waren. Die Genesung dauerte zwei Jahre. Jetzt fährt Bottas für Cadillac und sagt, dass er im Jahr 2026 glücklicher und schneller als je zuvor sein wird. Lies auch: Lewis Hamilton attackiert Superreiche: „Das sollte nicht erlaubt sein“ Lies auch: Red Bull will Vertrag von Max Verstappen anpassen Teile den Artikel Wo möchten Sie teilen? Facebook LinkedIn Email Link kopieren Neueste Nachrichten Mehr Nachrichten lesen Formel 1 Lewis Hamilton zeigt nach Monaco-Sieg von Kimi Antonelli wahres Gesicht Formel 1 Lewis Hamilton attackiert Superreiche: „Das sollte nicht erlaubt sein“ Formel 1 Red Bull will Vertrag von Max Verstappen anpassen Formel 1 FIA erkennt F1-Piloten Podestplatz ab: Protest eingelegt Formel 1 FIA fällt Grundsatzurteil über Red Bull vor entscheidenden Upgrades Formel 1 George Russell am Boden: „Habe 70 Punkte liegengelassen“