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Urlauber in der Klemme: Elektroautos werden hier knallhart abgewiesen

Urlauber in der Klemme: Elektroautos werden hier knallhart abgewiesen
Von A. Schenk Heute um 15:27

Böse Überraschung für E-Auto-Fahrer: Das droht Reisenden beim Roadtrip durch Europa im Sommer

Wer diesen Sommer mit einem Elektroauto in den Urlaub nach Griechenland aufbricht oder durch Norwegen reist, könnte böse Überraschungen erleben.

Mehrere Fährgesellschaften wenden mittlerweile derart strenge Regeln für Elektrofahrzeuge an, dass Reisende ihre Routenplanung oder ihre Ladegewohnheiten drastisch anpassen müssen.

Die Vorschriften variieren je nach Land und Reederei, doch der Auslöser ist stets derselbe: die Brandsicherheit.

Havila Voyages, eine norwegische Reederei, die als eine der umweltbewusstesten weltweit gilt, geht bei ihrem Ansatz am weitesten. Elektroautos, Plug-in-Hybride und Wasserstofffahrzeuge sind auf ihren Schiffen komplett verboten. Diese Richtlinie ist bereits seit einigen Jahren in Kraft und wird strikt durchgesetzt.

Auffallend dabei ist, dass die Schiffe von Havila Kystruten selbst mit gewaltigen Akkupaketen betrieben werden, deren Kapazität der von hundert Elektroautos entspricht und die eine stundenlange emissionsfreie Fahrt auf See ermöglichen. Für die Fahrzeuge der Passagiere gelten jedoch völlig gegensätzliche Regeln.

„Wir würden gerne Elektroautos und Hybride an Bord begrüßen, aber solange es keine Lösungen gibt, die die Risiken minimieren, wollen wir hier nichts ändern. Es ist eine reine Sicherheitsfrage, durch die wir Geld verlieren, aber Sicherheit steht bei uns an erster Stelle“, erklärt Lasse A. Vangstein, Direktor für Kommunikation und Nachhaltigkeit bei Havila Kystruten.

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Brandgefahr auf offener See

Die schiffseigenen Akkus sind in brandsicheren Räumen verbaut und werden kontinuierlich auf Zellenebene überwacht. Dieselben Garantien gelten jedoch nicht für die Fahrzeuge der Reisenden. Vangstein erklärt, dass ein Brand in einem Elektroauto an Bord das Schiff unkontrollierbar machen könnte.

„Es kommt selten vor, dass Elektroautos in Brand geraten, aber wenn das an Bord passiert, müssten wir das Schiff verlassen und es als verloren betrachten. Dieses Risiko gehen wir nicht ein“, so Vangstein.

Brände in Akkus von Elektrofahrzeugen sind schwer zu löschen, da sie sich selbst immer wieder erhitzen können, auch nachdem die Flammen scheinbar gelöscht wurden. Große Reedereien in ganz Europa ringen mit dieser Problematik, und die Politik von Havila ist eine der konsequentesten Reaktionen darauf.

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Griechische Regeln fordern leeren Akku

In Griechenland verfolgt man einen anderen Ansatz, auf den sich Besitzer von Elektroautos jedoch ebenfalls einstellen müssen. Anek Lines, eine der größten griechischen Fährgesellschaften, gestattet Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride nur dann, wenn der Akku zu maximal 40 Prozent geladen ist. Dies wird vor der Einschiffung kontrolliert, und wer mit einem volleren Akku ankommt, darf nicht an Bord.

Die praktischen Folgen sind erheblich. Auf vielen griechischen Inseln ist das Ladenetz begrenzt, weshalb Reisende, die ihren Akku entladen müssen, nur wenige Optionen haben. Das Fahrzeug so lange zu bewegen, bis der Akkustand unter 40 Prozent sinkt, ist oft der einzige Ausweg – wobei gleichzeitig ungewiss bleibt, ob am nächsten Zielort geladen werden kann.

Die griechischen Regeln gelten bereits seit 2024 und wurden nach einer Reihe von Zwischenfällen mit Fahrzeugbränden auf Fähren weltweit eingeführt. So verursachte ein Brand auf einer norwegischen Fähre im Jahr 2019 schwere Schäden, auch wenn dabei nicht zwangsläufig ein Elektrofahrzeug involviert war.

Nichtsdestotrotz sind die Reedereien vorsichtiger geworden. Wer diesen Sommer mit dem Elektroauto durch Südeuropa oder Skandinavien reisen möchte, ist gut beraten, vorab die spezifischen Regeln der jeweiligen Fährgesellschaft zu prüfen.

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